13 Remakes von Horrorfilmen, die ihr gesehen haben solltet

Remakes

8. Das Kabinett des Professor Bondi (1953)

Lebensnaher Horror ist im House of Wax das Motto der aktuellen Ausstellung. Nach einem missglückten Mordversuch sind die kreativen Fähigkeiten des Wachskünstlers schwer eingeschränkt, doch die Ambitionen ungebrochen. Und so greift er zu extremen Mitteln, um die Menschen mit täuschend echten Figuren zu begeistern. Doch was, wenn die Täuschung sich als echter heraus stellt, als einem lieb ist?

Kreativ ist auch der Ansatz, mit dem die großen Studios den sinkenden Kinobesucherzahlen der 50er Jahre entgegen zu wirken versuchten. Mit dem ersten Film, der 3D-Effekte und Stereo-Tonspur in sich vereinte, hat Andre DeToth ein trotz der manchmal etwas holprigen Story fesselndes Remake geschaffen. Vincent Price glänzt in seiner Rolle als Professor Bondi und die beeindruckende Szenerie in und außerhalb des Wachsmuseums machen House of Wax zu einer definitiv sehenswerten Neuverfilmung.

7. Nosferatu – Phantom der Nacht (1979)

Der Wismarer Häusermakler Knock entsendet seinen Mitarbeiter Jonathan Harker zu Graf Dracula nach Transsilvanien. Als der ein Porträt von Harkers Frau Lucy sieht, unterschreibt er den Vertrag für ein „schönes ödes Haus“ gegenüber dem ihren unbesehen. Nachdem er seinen Gast gebissen hat, reist der Graf nach Wismar, wo alsbald die Pest ausbricht. Von Lucy wird Dracula in eine Falle gelockt, sie stirbt jedoch bei dem Versuch ihn zu töten. Dr. van Helsing vollendet ihre Tat, doch auch Heimkehrer Jonathan hat sich inzwischen in einen Vampir verwandelt und lässt den Doktor verhaften.

Die Stummfilme der Weimarer Zeit, wie Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens von 1922, gelten als die ersten Vertreter des Horrorfilms und weisen Deutschland als dessen Geburtsstätte aus. Sie setzten Maßstäbe für das neue Genre hinsichtlich Atmosphäre, Effekten, Figuren und Handlung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich diese Tradition, die Deutschen flüchten sich nach dem überstandenen Schrecken nun lieber in den unverfänglichen Heimatfilm. Mit Nosferatu knüpft Werner Herzog als einer der Ersten wieder an diese Horrorwurzeln an.

Die Neuverfilmung ist keineswegs unumstritten, immerhin wagte sich Herzog an ein Meisterwerk der Filmgeschichte, das er durchaus eigenwillig interpretiert. Das Ende ist deutlich pessimistischer geraten und die Inszenierung zwischen Stummfilm-Hommage und Neuem Deutschen Film sicher nicht jedermanns Sache. Herzogs Film lebt mehr von seiner irrational-unheimlichen Atmosphäre und der starken Bildsprache, als von nervenzerreißender Spannung. Die Stars des Films, Isabelle Adjani (Possession) und Klaus Kinski (Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London) verleihen ihren Charakteren neue Tiefe: Beide werden zu tragischen Figuren, die an ihrer Existenz verzweifeln. Herzog liefert mit Nosferatu ein Remake, an dem sich die Geister scheiden – anmaßend, aber auch genial.

6. The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)

Ethel und „Big Bob“ Carter feiern ihren 50. Hochzeitstag mit einem Roadtrip durch die USA, begleitet von ihren drei Kindern und Schwiegersohn Doug. Die sind sich zwar einig, dass man ein solches Jubiläum auch schöner feiern könnte, reisen aber mit. Als ein Tankwart der Familie kurz vor der Wüste New Mexicos eine Abkürzung empfiehlt, ahnt außer ihm niemand, welche Schrecken sie dort erwarten. Denn das ehemalige Kernwaffentestgelände ist radioaktiv verseucht und wird bevölkert von blutrünstigen Mutanten, die es auf Reisende abgesehen haben.

Wes Cravens The Hills Have Eyes ist ein Horrorklassiker, der durch das Remake auch einer neuen Generation von Horror-Fans nähergebracht wird. Regisseur Alexandre Aja gelingt der Balanceakt zwischen Hommage und Neuverfilmung: Sein Film verströmt die bedrückende Atmosphäre des 70er-Jahre-Terrorkinos und ist dennoch kompromisslos modern. Erbarmungslose Gewaltexzesse und hundsgemeine Psycho-Spielchen muss Familie Carter über sich ergehen lassen. Aja hält die Stimmung konstant auf dem Siedepunkt und gönnt dem Zuschauer keine Atempause. Wie schon im gesellschaftskritischen Original, ist die Gewalt auch hier kein Selbstzweck: Der Film liefert drastische Bilder für eine drastische Wirklichkeit. Das Ergebnis ist ein Remake, das es locker mit der Vorlage aufnimmt.

5. Alexandre Ajas Maniac (2012)

Frank Zito arbeitet als Restaurator für Schaufensterpuppen und verbringt seine Zeit auch privat lieber mit den Mannequins aus seiner Werkstatt, als mit echten Menschen. Der einsame Single wünscht sich zwar eine feste Beziehung, doch sein Verhältnis zu Frauen ist seit der Kindheit gestört. Frank wird zum Stalker, der den Objekten seiner Begierde nachstellt, sie tötet und skalpiert. Als er die Fotografin Anna kennenlernt und sich mit ihr anfreundet, ahnt die junge Frau nicht, in welcher Gefahr sie schwebt.

Mit Alexandre Ajas Maniac legte Franck Khalfoun 2012 eines der aufsehenerregendsten Horror-Remakes der letzten Jahre vor. Die Neuauflage des Kultfilms von 1980 ist ein stylischer Slasher mit verstörender Subjektivität. Obwohl es einige entscheidende Änderungen im Handlungsverlauf gibt, bleibt das Remake der drastischen Gewaltdarstellung des Originals treu und handelte sich damit eine bundesweite Beschlagnahmung ein. Indem Khalfoun das Geschehen aus der Ego-Perspektive filmt, blickt er tief in die Psyche des schizophrenen Serienmörders und gebunden an den Blick des Killers, bleibt dem Zuschauer kein Detail von dessen Taten erspart. Mit bedrückender Unausweichlichkeit wird er zum Komplizen und Voyeur.

4. Die Körperfresser kommen (1978)

Eine pflanzenartige Alien-Spezies landet unbemerkt auf der Erde und ersetzt ebenso rasch wie heimlich die Menschen. Ein Gesundheitsinspektor (Donald Sutherland, Wenn die Gondeln Trauer tragen) und seine Kollegin (Brooke Adams, Dead Zone) kommen hinter das Geheimnis. Und sind doch machtlos, denn die Aliens agieren schnell, eiskalt und skrupellos. Bald schon geraten die beiden ins Visier der außerirdischen Macht, die plant, die gesamte Menschheit mit gefühllosen Kopien zu ersetzen.

Die Körperfresser kommen ist die zweite Verfilmung des 1954, auf der Höhe der zweiten Rote-Angst-Welle, veröffentlichten, gleichnamigen Romans von Jack Finney. Die Macher verlegten die Handlung geschickt in eine Großstadt, San Francisco, des Jahres 1978. Desgleichen übernahmen sie die Muster des damals populären Politik-Paranoia-Films. Die Aliens sind Verschwörer und ihren Entdeckern bleibt schließlich kein anderer Ausweg als die Flucht. Der Film ist ebenso rasant erzählt wie nervenaufreibend spannend inszeniert, trick- und tontechnisch sowie im Make-up hochwertig, zudem starbesetzt (u.a. Leonard Nimoy und Jeff Goldblum). Eine der besten Romanadaptionen des Sci-Fi-Horror-Genres, hat der Film bis heute nichts von seiner hohen Qualität und Intensität eingebüßt.

DarkForest

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