13 Halloween-Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Halloween-Horror

Passend zum anstehenden Gruselfest, wenden wir uns Horrorfilmen zu, die an Halloween spielen. Wie immer haben wir uns für euch durch eine Fülle an Filmen gewühlt und präsentieren 13 Empfehlungen, die ihr keinesfalls verpassen solltet. Viel Spaß!

13. The Guest (2014)

Der unbekannte Soldat David (Dan Stevens, Apostle) taucht plötzlich vor der Haustür der trauernden Familie Peterson auf und behauptet, ein Freund ihres im Krieg verstobenen Sohnes zu sein. Von den tröstenden Worten des smarten Ex-Kameraden gerührt, bieten die Petersons ihm für ein paar Tage Unterkunft an. Hilfsbereit und freundlich, scheint er der perfekte Gast zu sein. Doch nach einigen mysteriösen Unfällen im engeren Umkreis wird Tochter Anna (Maika Monroe, It Follows) misstrauisch und beginnt zu vermuten, dass nicht alles so ist wie es scheint.

Der Film spielt wenige Tage vor dem jährlichen Feiertag und ist deswegen mit Halloween-Dekorationen gefüllt, die sich in jeder Szene an den Wänden, den Decken und den Arbeitsplatten wiederfinden. Selbst in den ruhigen Momenten werden die Charaktere von Kürbislaternen, schwarzen Katzen und entsetzten Pappmaschee-Geistern von allen Seiten angeschaut. Kein Wunder, denn The Guest ist eine offenkundige Liebeserklärung von Regisseur Adam Wingard und Drehbuchautor Simon Barrett an Filme wie John Carpenters Halloween. Äußerst unterhaltsam schlägt der Film einen seltsamen Ton aus Nervenkitzel, Horror und Action an und vermischt dies mit einem subtilen, eigenwilligen Humor, ohne sich dabei selbst auf die Füße zu treten. So ist der Film im Kern ein typischer Slasher-Film, dem es aber durch die einzigartige Mischung aus den unterschiedlichen Genres und mit unzähligen Querverweisen gelingt, aus dem Einheitsbrei hervorzustechen und sich immer wieder neu zu entwickeln. Der stylische Score, der sich mit seinem 80er-Synthesizer-Flair in den Ohrmuscheln festsetzt, tut dabei sein Übriges.

Was Stirb langsam für Weihnachten ist, ist The Guest für Halloween. Der Film ist im Geiste das ästhetische und spirituelle Remake von John Carpenters 1978er Klassiker, der eine Generalüberholung erfahren hat und nun im neuen, adrenalingeschwängerten Glanz erstrahlt. Und genau das macht The Guest zu einem Halloween-Feiertagsklassiker. [Jörg]

12. Night of the Demons (1988)

Halloween steht vor der Tür und wie es sich gehört, lädt die spirituell veranlagte Angela zur großen Sause. Gefeiert wird im Hall House, einem ehemaligen Krematorium, das vor Jahren als Austragungsort eines schrecklichen Ereignisses auf sich aufmerksam machte. Nach und nach treffen die feierlustigen Teenager ein, trinken und lachen – der Abend scheint perfekt. Lediglich die Séance hätte sich die Gruppe lieber gespart. Etwas Böses ist erwacht und hat es darauf abgesehen, den Freunden das Leben zur Hölle zu machen…

Night of thDemons entwickelte sich dank der miefigen Videotheken-Hinterzimmer der 80er-Jahre, zum absoluten Kult-Hit unter Horror-Freunden. Der Dämonen-Horror, der nach einem Jahr der Bundesprüfstelle zum Opfer fiel und weitere 25 auf der Indizierungsliste verweilte, überzeugt vor allem aufgrund seiner Skurrilität. Neben der berüchtigten Lippenstift-Szene oder Angelas erotisch-bizarrem Tanz im Blitzlichtgewitter, serviert euch die von Witchtboard-Regisseur Kevin Tenney inszenierte Horror-Groteske allerhand blutige Ausschweifungen: Zungen werden abgebissen, Augen aus ihren Höhlen entfernt und Köpfe entgegen jeglicher anatomischer Möglichkeit zum Kreisen gebracht. Night of the Demons entführt euch direkt von der Couch auf eine Halloween-Party, die euch verdutzt, schockiert und womöglich staunend zurück lässt. Die Nacht der Dämonen ist kantig, eigenwillig und ein lebhaftes Durcheinander bizarrer Ideen, das Imperfektion noch nie so perfekt erscheinen ließ.

Wer lieber anderen beim Halloween feiern zusieht, als sich selbst in ein Kostüm zu zwängen und die Tanzschuhe anzuziehen, den schickt Night of the Demons auf eine Party, die er so schnell nicht wieder vergessen wird. Ob Angela die perfekte Gastgeberin ist? Findet es heraus! [Jan]

11. Tales of Halloween (2015)

Tales of Halloween ist ein Anthologie-Horrorfilm, der uns gleich mit zehn abwechslungsreichen Episoden versorgt, die alle in der gleichen Stadt zu Halloween spielen. Dabei gibt es auch immer wieder kleinere Überschneidungen zwischen den Segmenten, jedoch ohne, dass diese einander großartig beeinflussen.

Tales of Halloween kann dabei auf eine Vielzahl an Horror- und Halloween-Verrückten zurückgreifen, die sichtlich jede Menge Spaß an den Dreharbeiten hatten. So geben sich neben frischen Gesichtern auch Regie-Altmeister wie John Landis, Stuart Gordon oder Joe Dante und Koryphäen wie Lyn Shaye oder Barbara Crampton die Ehre. Und obwohl die Stimmung von äußerst albern bis ausgesprochen düster reicht, so steht die Anthologie doch in einer Tradition von Schauergeschichten, die uns keine schlaflosen Nächte bereiten, sondern mit einer guten Portion morbidem Humor wohliges Gruseln bescheren.

Das macht Tales of Halloween zu einem perfekten Film für Halloween, denn aus diesem tropft das Fest des gepflegten Erschauderns aus jeder Pore. Von Adrienne Barbeau (The Fog) als Radiomoderatorin durch die Nacht geführt, bekommen wir kinderfressende Kürbisse und babysitterfressende Kinder – oder so ähnlich. Dazu noch blutdurstige Trick-or-Treaters, mörderische Streiche, monsterhafte Kostüme und mehr Süßigkeiten, als ihr Essen könnt – was will man mehr an Halloween? [Florian]

10. Haus der 1000 Leichen (2003)

Zwei junge Paare bereisen das US-amerikanische Hinterland, um für ihr Buch über skurrile Sehenswürdigkeiten zu recherchieren. Als sie in der Nacht vor Halloween eine Reifenpanne erleiden, suchen sie Hilfe in einem nahegelegenen Haus. Die Bewohner sind überaus gastfreundlich, doch unglücklicherweise pflegt die Familie rund um die extravagante Mutter Firefly (Karen Black, Landhaus der toten Seelen), ihren übelgelaunten Sohn Otis (Bill Moseley, Texas Chainsaw Massacre 2) und die quirlige Tochter Baby (Sheri Moon Zombie, Halloween II) ein paar blutige Hobbys. Die vier Freunde erleben eine Halloweennacht, die sie nie wieder vergessen werden …

Mord, Kannibalismus und satanische Rituale sind nur einige der exzentrischen Vorlieben, die Familie Firefly pflegt. Mit ihrem besonderen Sinn für Humor und Masken aus Menschenhaut verwundert es darum nicht, dass der Abend vor Allerheiligen für sie eine ganz besondere Bedeutung hat – auch, wenn im Haus der Familie eigentlich an 365 Tagen im Jahr Halloween zu sein scheint. Dekorativ werden die Besucher dem Hause einverleibt – einer von ihnen wird zum schuppenbesetzten „Fischjungen“ – als lebende Dartscheiben in die Freizeitaktivitäten der Familie miteinbezogen oder zum Alice-im-Wunderland-Cosplay genötigt. Auch die bis ins kleinste Detail ausgestalteten Kulissen wie Captain Spauldings „Mörderbahn“ oder das Kuriositätenkabinett, das die Familie Firefly bewohnt, lassen das Herz jedes Halloween-Fans höherschlagen. Die schrägen Charaktere um Clown Captain Spaulding (Sid Haig, Bone Tomahawk), Hobby-Antichrist Otis und Südstaaten-Schönheit Baby brennen sich dabei mit ihren markigen Sprüchen ins Gedächtnis der Zuschauer ein, so dass Rob Zombies Haus der 1000 Leichen nicht nur bitterböse, sondern auch mörderisch unterhaltsam ist. [Catherin]

9. May (2002)

Aufgrund einer Augenfehlstellung und der dazugehörigen Augenklappe hatte May schon immer Schwierigkeiten Freunde zu finden. Ihre aufs Äußerliche fixierte Mutter war da auch keine große Hilfe. „Wenn du keinen Freund findest, dann mach dir einen.“ Mit diesen Worten bekam May eine handgemachte überaus gruselige Puppe geschenkt, die von nun an ihre beste Freundin sein sollte. Jahre später trägt die inzwischen erwachsene May zwar keine Augenklappe mehr, arbeitet in einer Tierklinik und glänzt mit ihren Fähigkeiten als Schneiderin aber der Kontakt zu Menschen fällt ihr nach wie vor schwer. Wir folgen May, wie sie versucht aus ihrem einsamen Käfig auszubrechen.

May ist kein klassischer Halloween-Film. Das Fest scheint keinerlei Einfluss auf die Handlung zu nehmen und doch ist es kein Zufall, dass sich Schein und Realität genau an jenem Abend im Jahr immer mehr vermischen, an dem genau diese Uneindeutigkeit zelebriert wird. Der Schleier zwischen den Welten sei an Halloween besonders dünn, heißt es. Schaurige Kostüme und blutiges Make-up sollen die Geister verwirren, damit sie nicht zwischen Opfern und ihresgleichen unterscheiden können. Sie verwirren allerdings auch die Menschen, denn wer weiß schon ob der Wahnsinn nicht bereits unter ihnen weilt? Mays naive soziale Mimikry führt letztendlich auch bei den wohlwollendsten Gegenübern zu Widerstand. Diese Zurückweisung heizt die Stimmung immer weiter an, bis sie sich in einem blutigen Halloweenabend entlädt. Denn wenn sie keinen Freund findet, dann macht sie sich eben ganz in der Tradition von Frankenstein einen. An Halloween ist es May schlussendlich möglich, den Schleier, der Phantasie und Realität trennt, zu zerreißen und in ihrer neu errichteten Welt vollkommen aufzugehen. [Heike]

Florian Halbeisen

...und was meinst du?