13 Halloween-Horrorfilme, die ihr gesehen haben solltet

Halloween-Horror

8. Halloween (2007)

Als John Carpenter und Debra Hill 1978 Halloween in die Kinos brachten, wussten sie noch nicht, welchen Einfluss der für gerade einmal 325.000 US-Dollar gedrehte Film auf die kreative Schaffensweise darauffolgender Filmemacher haben sollte. Bis heute gilt der Film als Meilenstein im Slasher-Genre und führte mit Michael Meyers einer der bekanntesten Serienkiller in der Geschichte des Horrorfilms ein. Die Geschichte um einen 6-jährigen Jungen, der seine eigene Schwester ermordet und in eine psychiatrische Klinik gesperrt wird, nur um 15 Jahre später am Abend vor Halloween auszubrechen und Jagd auf unschuldige Teenager zu machen, wurde nicht nur unzählige Male kopiert und parodiert, sondern verband den heidnischen Feiertag unweigerlich mit eben jener Schreckgestalt, die hinter einer weißen Maske verborgen blieb.

30 Jahre und unzählige Sequels sollten vergehen, bis sich Rob Zombie an ein Reboot wagen sollte. Während Carpenter mittels ruhigem Spannungsaufbau und unheimlicher Atmosphäre für Nervenkitzel sorgte, verwarf Zombie kurzerhand den langsamen Erzählstil und verpasste seiner Version einen lauten, dreckigen und vor allem bluttriefenden Anstrich. Michael Meyers war nun vielmehr das zähnefletschende Ungeheuer im Kleiderschrank, statt des unheimlichen Stalkers zwischen frisch gewaschenen Bettlaken. Subtilität sucht man vergebens. Stattdessen wird man unweigerlich in einen Fluss aus Dreck, Blut und Schweiß geworfen. Und genau das macht das Reboot so besonders.  Es ist ein Halloween-Film für eine völlig neue Generation von Horrorfans. Einer Generation, die mit der adrenalingeschwängerten Version mehr anfangen können als mit dem Original und zu Halloween einen Film gucken will, der dem Feiertag außerdem durch seine herbstliche Atmosphäre und seine blutigen Eskapaden gerecht wird. [Jörg]

7. Ghostwatch (1992)

Stell dir vor, Netflix spinnt gerade rum, aus deiner Sammlung lacht dich auch nichts an, also zappst du durch die TV-Landschaft. Im ZDF läuft gerade eine Live-Sendung mit dem Namen „Geisterjagd“. Du lässt die Fernbedienung erst einmal sinken und lauscht, wie Jörg Pilawa im Studio mit einer Parapsychologin über die Existenz von Geistern spricht. Nun wird live in ein Haus geschaltet, in dem es spuken soll. Eine Reporterin des ZDF ist vor Ort und spricht mit der Familie über die paranormalen Erscheinungen, denen sie heute Nacht auf den Grund gehen wollen. Währenddessen rufen im Studio schon die ersten Leute an, die von eigenen Erfahrungen mit Geistern berichten.

So ähnlich trug es sich 1992 zu Halloween zu, als die britische BBC ihren Beitrag „Ghostwatch“ ausstrahlte. Präsentiert wurde die vermeintliche Live-Sendung vom Talkshow-Moderator Michael Parkinson, unterstützt durch weitere bekannte BBC-Persönlichkeiten wie Sarah Greene und Craig Charles, die direkt vor Ort berichteten.
Die Reporter nehmen ihre Sache alles andere als ernst, so lässt Charles es sich nicht nehmen, seiner Kollegin Greene einen Halloween-Streich zu spielen. Die BBC und wohl auch ein Großteil des Publikums rechnen damit, in dieser Nacht einen Schwindel aufzudecken und sich einen spaßigen Abend zu machen. Doch dieses Vorhaben entpuppt sich schon bald als naiv und überaus fahrlässig…

Mit wackeliger Handkamera und dem bekannten BBC-Personal war die Show täuschend echt und schlug ein wie eine Bombe. In der Konsequenz wurde die BBC von irritierten und verängstigten Anrufern überflutet. Der TV-Sender musste, gerade auch für einige verstörende Szenen, viel Kritik einstecken und verbannte die Mockumentary für die nächsten zehn Jahre aus ihrem Programm. Fans mussten sich auch lange gedulden bis der Film 2002 zum ersten Mal als VHS und DVD auf den Markt kam, eine deutschsprachige Veröffentlichung gibt es bis heute nicht.

Ghostwatch gehört zu den besten Halloween-TV-Ereignissen, das in dieser Form seinesgleichen sucht,  und ist dabei auch heute noch überaus gruselig. Die Geschichte rund um die Live-Show ist glänzend konstruiert und kann mit einer unheimlichen Atmosphäre überzeugen. Die perfekte Abendunterhaltung für den Halloween-Abend. [Florian]

6. Donnie Darko (2001)

Das Leben des Teenagers Donnie Darko scheint von außen in bester Ordnung zu sein. Doch Donnie wird von merkwürdigen Visionen heimgesucht und schlafwandelt. Eines Tages erscheint ihm ein hasenähnliches Wesen namens Frank, das ihm zwar das Leben rettet, aber ihm gleichzeitig das Ende der Welt in knapp 28 Tagen prophezeit. Während dieser Countdown läuft, erscheint Frank Donnie immer häufiger und stiftet ihn immer mehr zu Verbrechen an…

Obwohl Richard Kellys Regiedebüt an den Kinokassen ein Flop war, avancierte Donnie Darko nach seiner DVD-Veröffentlichung nach und nach zu einem riesigen Erfolg und gilt heute als Kultfilm. Die apokalyptische Verheißung, die Donnie von Frank prophezeit wird, führt ihn mit einer Verkettung mysteriöser wie schauriger Ereignisse durch den Oktober und findet schließlich in der Nacht vor Halloween an einer ominösen Kellertür sein grausames Ende. Die schicksalhafte „Cellar Door“, deren Bedeutung sich am Ende offenbart, wird zu einer Pforte, die in der Nacht zu Halloween Donnies schlimmsten Vorstellungen Eintritt in die Realität gewährt und ihn schließlich mit einer Entscheidung existenziellen Ausmaßes konfrontiert. Die schicksalhafte Halloween-Party, die das Ende des Countdowns markiert, findet einen Tag vor dem 31. Oktober statt; das Antizipieren der in den USA ausgefallenen Feierlichkeiten ist hier nicht von steigender Vorfreude auf das schaurig-schöne Fest begleitet, sondern wird für Donnie zu einer wahren Tour de Force, die nicht nur seinen Verstand, sondern auch seine Vorstellung der Realität auf eine harte Probe stellt. Kelly bricht mit der sonst üblichen Feiertagsstimmung und schickt seine Figuren in einen finsteren Tunnel in Richtung Halloween, an dessen Ende die destruktive Kraft des Schicksals nicht für eine ausgelassene Party, sondern für echten, wahrhaftigen Schrecken sorgt.

Donnie Darko hat zugegebenermaßen auf den ersten Blick nicht so viel mit Halloween am Hut wie andere Vertreter dieser Liste. Für die Zeit zum 31. Oktober selbst dürfte er aber viele andere in den Schatten stellen, denn der Weg zu diesem Feiertag könnte mit Donnie Darko wie für seinen Protagonisten in all seiner existenziellen Grausamkeit schauriger nicht sein. [Robert]

5. Scary Stories to Tell in the Dark (2019)

Im Jahr 1968 zelebrieren Stella und ihre Freunde ein letztes Halloween, bevor sich ihre Wege trennen werden. Dazu gehört auch, ihrem langjährigen Peiniger einen abschließenden Streich zu spielen. Der ist entsprechend wenig begeistert und macht sich auf Rache zu üben. Ihre Flucht führt die drei Freunde in das Autokino und dort zu Ramón, der gerade auf der Durchreise ist und ihnen Zuflucht in seinem Wagen bietet. Als Dank für die Unterstützung führen sie den Neuling in das sagenumwobene Haus der Bellows Familie. Deren geheimnisvolle Tochter Sarah soll zu Lebzeiten abgeschirmt von der Außenwelt den Kindern der Stadt Gruselgeschichten erzählt haben. Bis nach und nach diese Kinder plötzlich verschwanden. In einem versteckten Raum findet Stella Sarahs vermeintliches Geschichtenbuch und steckt es fasziniert ein. Doch als sie darin schmökert, erscheinen Sätze wie von Zauberhand mit nur allzu bekannten Namen und die Geschichten werden schmerzhaft real.

Ab der ersten Minute übt Scary Stories einen betörenden Halloween-Charme aus. Die schaurige Coming-of-Age-Story beginnt mit dem ritualisierten feierlichen Fest der Kindheit, inklusive Kürbisdekoration, Verkleidung, Süßigkeiten und Schabernack. Doch die Suche nach dem eigenen Selbst verlangt die Konfrontation mit den eigenen Monstern unterm Bett, im Keller oder auch im Maisfeld. Aus der umfangreichen Buchvorlage an Schauergeschichten wurden einzelne Kreaturen handverlesen und Charakteren bzw. deren Ängsten zugeordnet. Das bot nicht nur die Möglichkeit die gesamte Bandbreite an Creature Designs und Make-up-Kunstgriffen auszupacken, sondern verleiht auch den Nebencharakteren und somit der gesamten Story eine besondere Tiefe. Halloween bietet als Fest heimsuchender Monster und Gestalten einen großartigen Rahmen für diese Geschichten. Die Mischung aus dunkler Folklore, alptraumhaften Bildern und urbane Legenden wird macht Scary Stories zu einem großartiger Film, der auf keiner Halloween-Filmliste fehlen darf. [Heike]

4. Halloween III (1982)

Tommy Lee Wallace‘ Halloween III verzichtet auf Michael Myers, um eine eigenständige Geschichte über Spukmasken, Verschwörungen und Hexerei zu erzählen und ist dabei noch böser und zynischer als seine Vorgänger. Die Geschichte von Halloween III ist dabei so bizarr wie unterhaltsam in einer Mischung aus Die Dämonischen, They Live und Charlie und die Schokoladenfabrik.

Rätselhafte Todesfälle erschüttern Nordkalifornien. Der Spielzeugladenbesitzer Harry Grimbridge wird von mysteriösen Gestalten verfolgt, die ihn brutal ermorden. Anschließend begeht der Mörder Selbstmord. Ellie Grimbridge, die Tochter des Toten gibt sich jedoch nicht mit der Erklärung der lokalen Behörden zufrieden und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützung findet sie in dem Arzt Tom Challis, der Zeuge der skurrilen Ereignisse war und sich über die Halloween-Maske wunderte, die Grimbridge so fest umklammert hielt. Ihre Nachforschungen bringen sie in die kleine Gemeinde Santa Mira, in der der Scherzartikelhersteller „Silver Shamrock Novelties“ ansässig ist. Schnell wird deutlich, dass es in der Stadt nicht mit rechten Dingen zugeht, auch wenn Conal Cochran, der Firmenchef, zu beschwichtigen versucht. Immerhin sei er nur ein liebenswerter, ältere Herr, der Spielzeug herstellt und Kindern eine Freunde machen will. Oder etwa doch nicht?

Halloween III ist eine erfrischende Abwechslung im Franchise und besticht als zutiefst fatalistischer und trostloser Horrorfilm. Wallace orientiert sich an Carpenters Stil und fängt die gruselige Atmosphäre der Vorstädte an Halloween ein sowie der nächtliche Ausgangssperre und dauerhaften Überwachung. Das entstehende Gefühl von Paranoia wird durch die großartige elektronische Partitur von Alan Howarth und John Carpenter verstärkt. Während dessen Originalfilm von einer modernen US-amerikanischen Interpretation von Halloween geprägt ist, bringt Wallace Halloween zurück zu seinen Wurzeln – Samhain, eine Zeit, in der die Grenze zwischen dieser Welt und der Anderswelt leichter überschritten werden konnte. Dabei kritisiert der Film die Kommerzialisierung von Halloween und die manipulative Kraft von Fernsehwerbung. Hier wirkungsvoll in Szene gesetzt durch den sich immer wiederholenden Werbespot der Firma. In diesem Sinne: „Happy, Happy Halloween, Halloween, Halloween! Happy, Happy Halloween, Silver Shamrock!” [Jana]

Florian Halbeisen

...und was meinst du?