Scary Stories to Tell in the Dark (2019) – Review

Scary Stories to Tell in the Dark

Ein Buch kann heilen. Ein Buch kann schmerzen. Doch nimm dich in Acht, denn wenn die Geisterstunde schlägt, dann liest plötzlich nicht du ein Buch… dann liest das Buch auf einmal dich!
Wir hatten das Vergnügen Scary Stories to Tell in the Dark beim /slash Filmfestival zu sehen.

Originaltitel:
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Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:
Vorlage:
VÖ:

Scary Stories to Tell in the Dark
USA/Kanada
108 Minuten
André Øvredal
Guillermo del Toro, Kevin Hageman, Dan Hageman
Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush u.a.
„Scary Stories to Tell in the Dark“ von Alvin Schwartz
Seit 31.10.2019 im Kino

Inhalt

Im Jahr 1968 nutzen die jugendliche Stella, eine engagierte Geschichtenschreiberin, und ihre Freunde Halloween, um ihrem langjährigen Peiniger einen Streich zu spielen. Der ist entsprechend wenig begeistert und macht sich auf Rache zu üben. Ihre Flucht führt die drei Freunde in das Autokino und dort zu Ramón, der gerade einen Zwischenstopp auf seiner Durchreise einlegt und den Dreien hilft. Als Dank für die Unterstützung führen sie den Neuling in das sagenumwobene Haus der Bellows Familie. Deren geheimnisvolle Tochter Sarah soll zu Lebzeiten abgeschirmt von der Außenwelt den Kindern der Stadt Gruselgeschichten erzählt haben. Bis nach und nach diese Kinder plötzlich verschwanden.
In den alten Gemäuern stößt die Gruppe auf einen versteckten Raum. Stella findet Sarahs vermeintliches Geschichtenbuch und steckt es fasziniert ein. Doch als sie darin schmökert, erscheinen die Sätze wie von Zauberhand mit nur allzu bekannten Namen und die Geschichten werden schmerzhaft real. Um das drohende Unheil zu stoppen und ihre Freunde zu retten, muss sich Stella ihrer eigenen Angst stellen.

Kritik

Scary Stories to Tell in the Dark beruht auf der gleichnamigen Buchreihe von Alvin Schwartz. In dieser sammelte der Autor Geistergeschichten und urbane Legenden in drei Bänden namens „Scary Stories to Tell in The Dark“, „More Scary Stories to Tell in The Dark“ und „More Tales to Chill Your Bone“. Für die Adaption der beliebten Gruselgeschichten war André Øvredal (The Autopsy of Jane Doe) verantwortlich; unterstützt wurde er dabei von keinem Geringeren als Guillermo del Toro (Pans Labyrinth), der an den ersten Drehbuchentwürfen mitarbeitete und als Produzent fungierte.

Ab der ersten Minute übt Scary Stories einen betörenden Charme aus. Wie bei einem Spinnennetz kann man sich im ersten Betrachten an der filigranen Struktur begeistern. Im Verlauf der Geschichte beginnen sich die einzelnen Stränge zu verdrehen, ineinander zu fließen und mit jeder Ebene wird man tiefer in die Materie gezogen, möchte wissen, wie es weiter geht, sich mit den Charakteren deren Ängsten entgegen stellen, um unaufhaltsam weiter in die Fänge des großen Ganzen zu geraten. Aus der umfangreichen Buchvorlage wurden einzelne Monster handverlesen und Charakteren bzw. deren Ängsten zugeordnet. Das bietet nicht nur die Möglichkeit die gesamte Bandbreite an Creature Designs und Make-up-Kunstgriffen auszupacken, sondern verleiht den Nebencharakteren und somit der gesamten Story eine besondere Tiefe. den Es war eine gute Entscheidung statt einer Anthologie die einzelnen Geschichten in ein Gesamtkonstrukt zu packen.

Scary Stories to Tell in the Dark

Der rote Faden, der alles verbindet, ist die Geschichte um Sarah Bellows. Das Mädchen, von dem es keine Belege und keine Aufzeichnungen ihrer Existenz zu geben scheint. Als wäre sie selbst nur ein Ausgespinst eines kreativen Erzählers. Doch ihr unheimliches Geschichtenbuch hat spürbare Auswirkungen und so führt die Suche nach einem Ende des Fluchs Stella und ihre Freunde zu den Chroniken der Stadt, den Archiven der Nervenheilanstalt und wieder zurück zum Haus der Bellows. Dort verschwimmen die zeitlichen Grenzen zwischen Jetzt und Vergangenheit, die optisch großartig durch Farbkontraste und Überblendungen dargestellt werden.

Der vielschichtigen Story und den bildlichen Highlights steht die Charakterzeichnung in nichts nach. Stella und ihre Freunde oder Peiniger wirken nur auf den ersten Blick wie typische Figuren eines Horrorfilms. Die Clique an Außenseitern, der Bully, die Schönheitskönigin, wir kennen sie alle. Doch schnell zeigt sich, dass die Welt nicht so schwarz-weiß ist und der Bully eine weiche Seite bekommt oder die Schöne sich ohne zu zögern auf die Seite der Ausgegrenzten stellt. Der Bruch dieser Stereotypen hat etwas Erfrischendes und fügt sich in das Gesamtkonstrukt des Films ein, der mit der dadurch entstandenen Authentizität der Figuren die Aufmerksamkeit der Zuschauer halten kann.

Scary Stories to Tell in the Dark

Fazit

Scary Stories  ist erfrischend mitreißend, packend aufgearbeitet und präsentiert. Es ist kein Film, der versierten Horrorfans viel Neues zum Entdecken bietet, aber einer der von der ersten bis zur letzten Minute zu begeistern weiß. Trotz seiner dichten inhaltlichen Fülle wirkt Scary Stories wie aus einem Guss und die liebevoll ausgestatteten, detailreichen Schauplätze laden zum wiederholten Eintauchen ein.

 

Bewertung

GrauenRating: 4 von 5
SpannungRating: 4 von 5
Härte Rating: 2 von 5
Unterhaltung rating3_5
Anspruch Rating: 2 von 5
GesamtwertungRating: 4 von 5

Bildquelle: Scary Stories to Tell in the Dark © Entertainment One Germany

Heike

Horrorfilme… sind die Spannung und das Spiel mit menschlichen Abgründen, ein Spiegel der Gesellschaft, Zeugnis namentlicher Grauslichkeiten und Erkundung grauslicher Namenslosigkeiten. Mal tief und schwer und dann gern auch mal ein bisschen Zombie-Musical oder Blutbad dazwischen. Denn Horror und Lachflash schließen sich nicht zwingend aus.
Heike

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