13 Horrorfilme mit legendären Monstern, die ihr gesehen haben solltet!

Legendäre Monster

Heute widmen wir uns Filmen, die sich mit legendären Monstern befassen. Wie immer haben wir uns für euch durch eine Fülle an Filmen gewühlt und präsentieren 13 Empfehlungen, die ihr keinesfalls verpassen solltet. Viel Spaß!

Für diese Liste haben wir uns Filmmonstern angenommen, die von Sagen und Legenden inspiriert wurden – seien es Kryptiden wie Bigfoot oder mythologische Wesen wie Trolle oder Feen.


13. American Monster (1982)

In New York kommt es zu einer Reihe bizarrer Todesfälle. Während ein Fensterputzer bei seiner Arbeit enthauptet wird und erst eine sonnenbadende Frau und anschließend ein Bauarbeiter jeweils von dem Dach eines Hochhauses verschwinden, wird in einem Hotelzimmer eine gehäutete Leiche gefunden. Bei seinen Ermittlungen stößt Detective Shepard (David Carradine, Der Krieger und die Hexe) auf eine heiße Spur: Das bindende Glied zwischen beiden Fällen scheinen alte Rituale der Azteken zu sein, die zu Ehren der Gottheit Quetzalcoatl praktiziert wurden und nun scheinbar Nachahmer gefunden haben. Parallel dazu kommt der Kleingauner Jimmy Quinn (Michael Moriarty, Troll) dem reinkarnierten fliegenden Ungetüm nach einem verpfuschten Coup näher, als ihm lieb ist…

Bei der Konzeption des Monsters bezieht sich Regisseur Larry Cohen auf das mythische Wesen Quetzalcoatl, das in mesoamerikanischen Kulturen, aber hauptsächlich bei den Azteken, als Gottheit verehrt wurde. Ebenso wie dieses Wesen als Mischung aus den scheinbar gänzlich unterschiedlichen Tieren Schlange und Greifvogel dargestellt wird, hat auch Cohen seinen Film American Monster entworfen: Er würfelt die beiden völlig unterschiedlichen Subgenres des Creature Features und des Gangster-Films in einen Topf und schafft einen schrillen Hybriden, der das Publikum gleichermaßen in Staunen und Ehrfurcht versetzt. Es ist eine wahre Freude, den scheinbar voneinander losgelösten Erzählsträngen zu folgen, bis diese sich kreuzen und für allerhand augenzwinkernden Schabernack sorgen.

Das titelgebende Monster Quetzalcoatl, das der Einfachheit halber im Originaltitel schlicht mit Q abgekürzt wird, ist mit liebenswürdiger Stop-Motion-Technik zum Leben erweckt und frisst nach Lust und Laune Leute von den Dächern des Big Apples weg, dass das Blut wörtlich vom Himmel regnet. Der Polizei-Plot kommt zwar vergleichsweise schleppend in die Gänge, sorgt aber spätestens bei dem Aufeinandertreffen der Ermittler mit dem Gauner Quinn für drollige Lacher und blutige Ritualszenen, in denen gerne auch mal Herzen aus lebenden Körpern entfernt werden. American Monster übernimmt die abstruse Mischung seines zentralen Monsters in einen sonderbaren Genre-Mix, der auch heute noch für bizarre Unterhaltung sorgt. [Robert]

12. The Hallow (2015)

Das Ehepaar Adam (Joseph Mawle, Abraham Lincoln – Vampirjäger) und Clare (Bojana Novakovic, Devil – Fahrstuhl zur Hölle) lässt sich mit dem gemeinsamen Baby Finn in einem alten Mühlhaus im irischen Hinterland nieder. Der Biologe Adam ist damit beschäftigt für die Firma, die ihn entsandt hat, Nachforschungen im nahegelegenen Waldstück anzustellen. Derweil tut Clare ihr Bestes, um das alte Gemäuer in ein wohnliches Heim für die Familie zu verwandeln. Doch schon bald legt sich eine düstere Vorahnung über das junge Glück. Entgegen der eindringlichen Warnungen von Nachbar Colm (Michael McElhatton, The Autopsy of Jane Doe) und Dorfpolizist Garda (Michael Smiley, Kill List) beharrt Adam auf seiner Arbeit und schon bald beginnen sich seltsame Zwischenfälle im Haus und der näheren Umgebung zu häufen. Als eines Nachts irgendetwas ins Kinderzimmer eindringt, beginnt die Situation zu eskalieren…

Das Grauen bei The Hallow liegt im Erwachen alter von der Zivilisation längst vergessen geglaubter Schrecken. Regisseur und Co-Autor Corin Hardy verwendet hier das Motiv des Wechselbalgs: Kinder, die der irischen Legende nach von Feenwesen entführt und durch deren eigene Nachkommen ersetzt werden. Es hieß sie wollen die schönen Menschenkinder für sich haben und so ihren Fortbestand sichern. Oft bezog sich der Vorwurf des Wechselbalgs auf kranke, deformierte oder anderweitig abstoßende Babys. Hardy spielt geschickt mit unterschiedlichen Vorstellungen des weit verbreiteten Mythos. Aus den menschenähnlichen Feenwesen werden seltsam deformierte, blasse Kreaturen, die tief in dunklen Höhlen hausen. Gepaart mit dem Einsatz eines außerweltlich wirkenden aggressiven Pilzgeflechts, das die schemenhafte Anwesenheit der  Geschöpfe anzeigt und sogar Menschen und Gegenstände befällt, entsteht hierbei ein umfassendes beeindruckendes Creature Design als Abbild des schattenhaften Grauens.

Die von The Hallow inszenierte düstere Legenden spinnt ein sehenswertes Geflecht rund um den artenübergreifenden Erhaltungstrieb, dessen Ausläufer ein schauriges Unbehagen zurücklassen. [Heike]

11. Der Biss der Schlangenfrau (1988)

Bei Ausgrabungen in einem verschlafenen englischen Dorf entdeckt der Archäologiestudent Angus Flint (Peter Capaldi, World War Z) einen versteinerten Schlangenkopf. Durch seinen Bekannten Lord James D’Ampton (Hugh Grant, Bitter Moon) erfährt er daraufhin von der lokalen Legende des D’Ampton-Wurms, einer schlangenähnlichen Kreatur, die ein Vorfahr des Lords erschlagen haben soll. Mit dem Eintreffen der mysteriösen Lady Sylvia Marsh (Amanda Donohoe) verschwinden plötzlich mehrere Dorfbewohner:innen auf unerklärliche Weise und auch der Schädel wird gestohlen. Als die Armbanduhr eines Vermissten ausgerechnet vor einer sagenumwobenen Drachenhöhle entdeckt wird, keimt in Angus der Verdacht, dass es sich bei den Geschichten über den D’Ampton-Wurm um mehr als Legenden handeln könnte.

Bram Stoker dürfte den meisten vor allem als Dracula-Schöpfer bekannt sein, doch auch die Romanvorlage zu Der Biss der Schlangenfrau stammt aus der Feder des Horrorliteraten. Seine Inspiration zog Stoker aus der nordenglischen Volkssage vom Lambton-Wurm, in der ein junger Mann beim Angeln eine aalartige Kreatur mit Salamanderkopf aus dem Wasser fischt, die er entsetzt in einen Brunnen wirft. Dort wächst der Wurm über die Jahre heran und terrorisiert die Gemeinde.

Ken Russell (Die Teufel) unterzieht den Stoff einer Frischekur und verlagert die Geschehnisse in die Gegenwart, wo die Dorfgemeinde sich mit gleich zwei gefährlichen Kreaturen auseinandersetzen muss. Aus dem Lambton-Wurm wird der heidnische Schlangengott Dionin, um dessen Wiedererweckung die dämonisch-verführerische Hohepriesterin Lady Sylvia bemüht ist. Dem Biss der Schlangenfrau verfallen insbesondere die Männer der Dorfgemeinschaft, wobei Donohoes Auftritt als schlängelnde Femme fatale ihre berückende Wirkung auch jenseits der Leinwand nicht verfehlt.

Auch das Oberhaupt des Schlangenkults, Dionin, erlebt zum Ende einen denkwürdigen Auftritt, der das Herz aller Fans von handgemachten Effekten höher schlagen lassen wird. Vor allzu großem Ernst bewahrt die Inszenierung sich jedoch durch das stete Spiel mit Camp-Ästhetik und schwarzhumorigen Einlagen, und so ist Der Biss der Schlangenfrau am Ende eine unterhaltsame Mischung aus althergebrachter Folklore und selbstironischem Spektakel. [Catherin]

10. Primal Rage (2017)

Bigfoot gehört bei über tausend „Sichtungen“ seit dem 19. Jahrhundert zu den bekanntesten Legenden Nordamerikas und zu einem der beliebtesten Gegenstände der Kryptozoologie. Dementsprechend gibt es unzählige Filme, die sich mit dem menschenähnlichen Kryptiden befassen.

In Primal Rage sehen sich die Einwohner:innen eines kleinen Städtchens mit ominösen Todesfällen konfrontiert, die sie einer alten Legende der indigenen Bevölkerung zuschreiben: Bigfoot oder Oh-Mah – zurückgekehrte Geister verstorbener Häuptlinge, die fortan über die Wälder wachen.
Genau in dieser Gegend haben Ashley und Max einen Autounfall, der sie bald tief in eben jene Wälder um die Ortschaft verschlagen soll. Dort wartet nicht nur eine feindselige Gruppe von Jägern auf sie, sondern auch ein lebender Mythos.

Der Film von Patrick Magee und Co-Autor Jay Lee geht nicht nur bei der mythologischen Verortung bei den Native Americans frische Wege, sondern auch bei der Charakterisierung und dem Creature Design von Oh-Mah. Während Bigfoot vielfach eher als wilde Bestie dargestellt wird, bekommen wir es in Primal Rage mit einem perfekten Jäger mit Waffenarsenal zu tun, der Assoziationen an Predator weckt. Beim Design wird grundsätzlich auf ein Affenkostüm zurückgegriffen, doch in Kombination mit Borkenrinde, die der Oh-Mah als Maske und Tarnkleidung trägt, bekommt dieser einen unverkennbaren Look.

Magee gelingt es erstaunlich gut, eine fiktive mythologische Einbettung zu schaffen, die der Geschichte mehr Tiefe verleiht, und diese mit Elementen des Survival- und Backwood-Horrors zu verknüpfen. Es kommt dem Film dabei sehr zu Gute, dass Magee zuvor viel im Special Effects Department unterwegs war und da vor allem auch im Creature Design Erfahrung sammeln konnte. So ist nicht nur das Design von Bigfoot beeindruckend umgesetzt, sondern auch der Gore-Gehalt erstaunlich hoch und überaus überzeugend.

Mit Primal Rage bekommen wir daher einen überaus spannenden wie auch blutigen Mix, der Bigfoot mal von einer neuen Seite zeigt. [Florian]

9. Willow Creek (2013)

Jim hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Dokumentation zu drehen, in der er dem Mythos um Bigfoot auf den Grund gehen will. Dazu reist er in die Wälder von Willow Creek in Kalifornien, wo im Jahr 1967 vermeintlich echte Aufnahmen des legendären Monsters gemacht worden sein sollen. Begleitet wird Jim von seiner skeptischen Freundin Kelly, die ihn als Assistentin bei seinem privaten Filmprojekt unterstützt. Diverse Warnungen der Anwohner in den Wind schlagend, begeben sie sich tief in die Wälder. In der ersten Nacht gehen jedoch plötzlich unheimliche Dinge vor sich…

Was sich beim Lesen der Inhaltsangabe bereits andeutet, wird spätestens beim Gucken von Willow Creek eindeutig klar: Der Found-Footage-Streifen folgt in seiner gesamten Strukturierung dem großen Vorbild The Blair Witch Project und legt dessen Handlung wie eine Schablone über die eigene. Das Besondere an Willow Creek ist aber, wie er den gesellschaftlichen Umgang mit dem eigenen Mythos inszeniert. War die Legende um die Hexe von Blair zwar im kollektiven Gedächtnis fest verankert, aber im Grunde bis auf wenige abergläubische Ausnahmen nicht mehr als eine historische Fußnote, wird der Bigfoot-Mythos in Willow Creek zum allgegenwertigen Mittelpunkt des alltäglichen Lebens. Vom Restaurant mit prominent beworbenen Bigfoot-Burgern über Bigfoot-Motels und Bigfoot-Statuen bis zu Bigfoot-Museen: Willow Creek stellt die kommerzielle Ausschlachtung solcher Legenden an den Pranger und kritisiert den leichtfertigen Umgang mit solchen Mythen, die oftmals ganz reale Gefahren in sich bergen.

Dass in der Gegend tatsächlich Menschen verschwinden, wird nur als Randnotiz wahrgenommen. Jims und Kelly naive Blauäugigkeit wird ihnen daher sehr bald schon zum Verhängnis, was in einer nervenzerreißenden 20-minütigen Einstellung bei Nacht den spannungstechnischen Höhepunkt findet. Willow Creek ist nicht nur einer der besseren Found-Footage-Horrorfilme, sondern auch beachtlich im Umgang mit seinem legendären Monster. Denn er offenbart, dass die Echtheit jener Wesen oftmals gar nicht ausschlaggebend ist, wenn sich bei der naiven Erkundung solcher Mythen in abgelegenen Waldgebieten plötzlich ganz andere, reale Gefahren offenbaren können. [Robert]

Florian Halbeisen

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