13 Horrorfilme mit legendären Monstern, die ihr gesehen haben solltet!

Legendäre Monster

3. The Ritual (2017)

Die Collegefreunde Luke, Hutch, Dom und Phil unternehmen einen Trip in die schwedische Wildnis, um ihres verstorbenen Kumpels zu gedenken, der vor einigen Monaten bei einem Raubüberfall getötet wurde. Luke, der den Überfall miterlebte, wird seitdem von Schuldgefühlen geplagt und auch untereinander ist die Stimmung zwischen den Freunden angespannt. Nachdem einer von ihnen sich am Bein verletzt, entscheidet die Gruppe sich für eine Abkürzung durch den Wald. Dort hören sie merkwürdige Geräusche, stoßen auf seltsame Runen und finden schließlich eine verlassene Hütte. In der Nacht werden die Männer von verstörenden Träumen heimgesucht, nichtahnend, dass ihnen in der Realität schon bald weitaus Schrecklicheres bevorsteht.

Inmitten der atemberaubenden schwedischen Wälder, die The Ritual in zunächst idyllischen, dann immer unheilvolleren Bildern einfängt, sind die Männer keineswegs so allein, wie sie glauben. Die Wildnis ist die Heimat eines Jötunn, einer furchteinflößenden Kreatur aus der altnordischen Mythologie, die von den Bewohner:innen eines einsam gelegenen Dorfs als Gottheit verehrt wird – und zu deren Opfergabe die Freunde auserkoren wurden. Während die Jötnar ursprünglich jenseits der menschlichen Reiche in Jötunheim hausen, tritt Moder – so der Name der Bestie – als eine Art Patronin des Waldes auf. Eindringlinge erwartet eine harte Strafe, während ihre Anhänger:innen sich ihres Schutzes sicher sein können – zumindest, solange sie sich keine Verfehlungen erlauben.

The Ritual ergeht sich aber keineswegs nur in mythischen Andeutungen. Auch, wenn zunächst nur groteske Schemen zu erkennen sind, zeigt sich die Gestalt nach und nach in ihrem ganzen Schrecken. Die gewaltige Physiognomie der Jötnar, häufig mit Trollen oder Riesen assoziiert, findet sich auch bei Moder wieder, wenngleich sie nicht in humanoider Gestalt auftritt. Stattdessen kreiert der Film eine albtraumhafte Vision, die entfernt an einen riesigen Elch erinnert, überwuchert von Pflanzen, teilweise skelettiert und mit anthropomorphen Körperteilen versehen. Mit diesem beeindruckenden Creature Design erweckt The Ritual nicht nur die nordische Mythologie zum Leben, sondern sorgt auch dafür, dass man sich beim nächsten Waldspaziergang besonders vorsichtig umsehen wird. [Catherin]

2. Yokai Monsters: Spook Warfare (1968)

Yokai Monsters: Spook Warfare ist der zweite Teil einer Trilogie des Nippon-Studios Daiei. Während die Filme nicht aufeinander aufbauen, verbindet sie die Einbeziehung von sogenannten Yōkai in ihre Geschichten. Diese Wesen der japanischen Mythologie kommen in allen möglichen Formen daher, von anthropomorph über animalisch bis hin zu belebten Objekten – wie zum Beispiel der einäugige Papierschirm Kasa-obake. Manche sind freundlich und hilfsbereit, andere wiederum schelmisch bis bösartig. Die japanische Sagenwelt kennt unzählige dieser Wesenheiten und selbst heute noch kommen neue Yōkai durch gruselige Schulhofgeschichten oder Urban Legends hinzu.

In Spook Warfare erwecken zwei Grabräuber versehentlich einen alten vampirähnlichen babylonischen Dämon. Nachdem er sich der beiden schnell entledigte, macht er sich auf ins feudale Japan, wo er den Samurai Hyogo Isobe tötet und dessen Gestalt annimmt. Doch sollte dies nicht sein letztes Opfer sein und schlussendlich liegt es an den dort lebenden Yōkai, der Bedrohung Einhalt zu gebieten.

Im Gegensatz zu den anderen Teilen, 100 Monsters und Along with Ghosts, begnügt sich Spook Warfare mit einer äußerst reduzierten Story, um dafür seinen Yōkai mehr Screentime einräumen zu können. Die Bedrohung wird ohne große Ausschweife eingeführt und darf sich dann direkt mit dem schildkrötenähnlichen Kappa anlegen. Kurze Zeit später kommen der erwähnte Kasa-obake, die Frau mit zwei Mündern Futakuchi-onna, die langhalsige Rokurokubi und andere hinzu, zu denen sich im Laufe des Films noch etliche weitere Yōkai gesellen. Diese wurden durch Suitmation, also Schauspieler:innen in Gummikostümen, viel Make-up oder in Form von Puppen mit sehr viel Liebe zum Detail zum Leben erweckt.

Spook Warfare ist dabei über weite Strecken eher ein leichtfüßiger Schabernack denn wirklich gruselig und begnügt sich damit, seine wundervoll gestalteten Yōkai durch die charmanten Kulissen zu schicken – und mehr braucht es auch nicht für einen vergnüglichen Abend inmitten der japanischen Mythologie. [Florian]

1. Troll (1986)

Noch während die Potters in ihre neue Wohnung einziehen, gerät die Tochter Wendy (Jenny Beck) in die Fänge eines herrschsüchtigen Trolls. Getarnt als Wendy beginnt dieser nach und nach die skurrilen Bewohner:innen der einzelnen Apartments seiner Welt einzuverleiben. Während die Eltern Wendys ungewöhnliches aggressives Verhalten auf den Umzugsstress schieben, vermutet Wendys Bruder Harry Jr. (Noah Hathaway, Die Unendliche Geschichte) die Ursache in übernatürlichen Mächten. Gemeinsam mit der Hexe Eunice St. Clair (June Lockhart, Die Werwölfin von London) versucht Harry Jr. den tückischen Plan des Trolls zu vereiteln und seine Schwester sowie die gesamte Menschheit zu retten.

Obgleich die Figur des Trolls ihren Ursprung in der nordischen Mythologie hat, in der er als unfreundliches, grobschlächtiges Wesen den Menschen das Leben schwer macht, baut sich John Carl Buechler (Freitag der 13. Teil VII) mit Troll sein eigenes kleines Universum, konzentriert auf einen Apartmentkomplex in einer US-amerikanischen Stadt. Kuriose Charaktere bilden die Basis für das Ringen um die Vorherrschaft sowohl über die magische als auch die menschliche Welt. Torok der Troll war einst ein mächtiger Magier, der die sauber voneinander abgegrenzten Welten für sich einnehmen wollte. Doch er scheitert und wird in die Gestalt eines hässlichen Trolls gebannt. Der Einzug der Potters verschafft ihm eine neue Gelegenheit, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Neben den liebenswerten Figuren aus allerhand fantastischen Welten, die trotz ihrer Macken und Unterschiede wie eine große, laute Familie wirken, tobt sich Buechler als Special-Effekts-Künstler mit einer beeindruckenden Liebe zum Detail aus. Das handgemachte Creature Design gestaltet sich je nach Charakter und Apartment mit einer individuellen Note und lässt wortwörtlich Fantasie- und Menschenwelt miteinander verschmelzen. Toroks Charakter lebt von Phil Fondacaros (Taran und der Zauberkessel) und Jenny Becks Zusammenspiel, die als menschliche Form von Torok alle Konventionen über Bord wirft und dem Animalischen, Rohen und Grobschlächtigen Leben verleiht.

So mausert sich die Horrorkomödie Troll zu einem wahren Kleinod der 80er Jahre und hat seine Topplatzierung unter den legendären Monstern redlich verdient. [Heike]


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Florian Halbeisen

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