13 Horrorfilme mit legendären Monstern, die ihr gesehen haben solltet!

Legendäre Monster

8. Krampus (2015)

Wie eine Weihnachtsurlaub-Satire startet Krampus mit einem arg aus dem Ruder laufenden Einkaufsbummel. Dank scharfzüngigem Witz und kontrastreich gezeichneter Figuren dürften selbst ausgekochte Weihnachtsmuffel sogleich weich werden wie frisches Früchtebrot. Nach verschmähter Crème brûlée sowie unappetitlichem Verwandten-Zwist zerreißt Sohn Max kurzerhand seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann, dessen Fetzen eine Windböe in die klirrend kalte Nacht davon treibt, und sobald wir der spindeldürren Sichel des abnehmenden Mondes gewahr werden, ahnen wir, dass die Feiertage jetzt erst recht verdammt ungemütlich werden.

In der Tat gibt’s tags darauf ein böses Erwachen für Familie Engel. Der hochamüsante Ton verschiebt sich zusehends zugunsten von Angst und Schrecken. Nun schicken sich Schlapphut tragende Schneemänner allmählich an, das Haus zu umzingeln. Max’ Schwester Beth begegnet in der verwaisten Eiszapfen-Nachbarschaft einer monströs gehörnten Kreatur. Zum Glück hat Onkel ‚Trigger-Happy’ Howard aber immer ein paar Waffen im Kofferraum parat, denn diese werden ab sofort dringend gebraucht, um sich gegen den übermächtigen Finsterling und seine Tricks zur Wehr zu setzen.

Michael Dougherty (Trick ‚r Treat) erschuf mit Krampus einen jener phantasievollen Filme, die inzwischen in einem Atemzug mit den Gremlins genannt werden. Der Weihnachtskitsch ist zum Zusammenbrechen festlich, der Humor prickelt. Das Böse in folkloristischer Gestalt entfaltet seinen Schrecken durch den Bruch mit der sonst so bekannten Besinnlichkeit und wer am Südpol wandelt, erschaudert ebenso ob all der auf links gedrehten Weihnachts-Zutaten.

Der Nachname Engel ist freilich mit Bedacht gewählt, zeugt er doch von Wurzeln im deutschsprachigen Raum, wo eigenwillig anmutende Bräuche wie Krampusläufe sowie der Umzug der Schön- und Schiachperchten bis zum heutigen Tag begangen werden. Der mancherorts auch Bartl genannte Krampus stammt aus vorchristlicher Zeit, inzwischen tritt er hauptsächlich im Advent als Schatten-Geschöpf in Begleitung des Heiligen Nikolaus auf. Als dunkles Katz- und Maus-Spiel hat Dougherty seine Geschichte über die Schreckgestalt aus dem Alpenraum inszeniert und erwischt das Publikum im doppelsinnigen Ende erneut zuckerstangenhart. Welch Heidenspaß. [Michaela]

7. Abominable (2006)

Beim Storygerüst bedienen sich Regisseur und Autor Ryan Schifrin sowie Ko-Autor James Morrison fleißig beim Fenster-zum-Hof-Prinzip und lassen ihren querschnittsgelähmten Protagonisten hilflos dabei zusehen, wie eine Gruppe junger Frauen im benachbarten Ferienquartier von Bigfoot bestialisch dezimiert werden.

Abominable ist der dritte Bigfoot-Film in unserer Liste und was genau diesen Streifen hervorhebt, ist eben jene Einfachheit der Geschichte, die ohne unnötige Nebenplots die Prämisse geradlinig runterspielt. Zudem kommt eines der wundervollsten Monsterdesigns. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Werken rund um den großfüßigen Kryptiden, ist dieser äußerst charismatisch unterwegs. Schifrin und Creature Designer Federico D’Alessandro gelingt es, mit ihrem Bigfoot-Design den schmalen Grat zwischen humorvollem Ulk und wirkungsvoller Bedrohung zu meistern. Die Gestaltung des Monsters weckt Assoziationen zu Sweetums aus der Sesamstraße und hat teilweise schon fast cartoonhafte Auswüchse. In Kombination mit den blutrünstigen Kills entfaltet sich somit ein ganz eigener Charme. Überhaupt hält sich Abominable mit dem Grad seiner Gewalt keineswegs zurück und einige kreative und deftige Tötungsszenen wird man wohl noch länger im Gedächtnis behalten.

So präsentiert Schifrin mit Abominable ein durchweg vergnügliches Creature Feature, das vor allem mit seiner Monster-Action im letzten Drittel für beste Unterhaltung sorgt – und ein liebenswerteres Creature Design wird man selten finden. [Florian]

6. Pakt der Wölfe (2001)

Frankreich, im 18. Jahrhundert: König Ludwig XV. entsendet den Naturwissenschaftler Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan, Frontier(s)) ins Gévaudan, um eine Reihe grausamer Todesfälle zu untersuchen, die durch einen Wolf verursacht worden sein sollen. Die Nachforschungen zeigen schnell, dass es sich um kein gewöhnliches Tier handeln kann und Überlebende berichten, dass ein Mann bei der Bestie gewesen sein soll. Mit allen Mitteln versucht Fronsac, dem Rätsel der Morde auf die Spur zu kommen, auch, um die junge Marianne de Morangias zu schützen, in die er sich verliebt hat. Doch ihrem Bruder Jean-François (Vincent Cassel, Irreversibel) und dem örtlichen Priester scheinen seine Bemühungen ein Dorn im Auge zu sein. Welche dunklen Geheimnisse lauern im Gévaudan?

Diese Frage ist noch immer ungeklärt, denn um die realen Angriffe, denen zwischen 1764 und 1767 an die hundert Menschen zum Opfer fielen, ranken sich bis heute zahlreiche Legenden. Erklärungsversuche reichen von tollwütigen Wölfen bis hin zu Serienmördern, die an der Seite eines dressierten Raubtiers ihre Taten begangen und diese so verschleiert haben sollen. Für das Design der „Bestie des Gévaudan“ konnte das Special-Effects-Team also auf eine breite Auswahl an zeitgenössischen Zeichnungen und Berichten, aber auch modernen Theorien zurückgreifen, denen für Pakt der Wölfe animatronisches Leben eingehaucht wurde.

Anstelle eines Historienfilms legt Regisseur Christophe Gans (Silent Hill) jedoch einen rasanten Genre-Mix hin, der Kostümdrama, Creature Feature, dunkle Folklore, Okkult-Thriller und Mantel-und-Degen-Film spielerisch miteinander vereint. Inmitten der alptraumhaften Gothic-Horror-Kulisse kann die geheimnisvolle Bestie all ihr schauerliches Potenzial entfalten, ganz gleich, ob man beim Blick in die düster-romantischen Wälder lediglich ihre Präsenz spürt oder sie in perfekt durchchoreographierten Kampfsequenzen auf ihre Opfer trifft. Den grausamen Höhepunkt des Films bildet aber, wie so oft, nicht die tierische Bestie: Pakt der Wölfe zeigt, dass der Mensch zu wesentlich abgründigeren Taten im Stande ist, als es selbst die sagenumwobenste Kreatur je wäre. [Catherin]

5. Troll Hunter (2010)

Trolle sind so fest in der nordischen Mythologie verankert wie der Cheeseburger bei McDonalds. Man kommt nicht umher, an sie zu denken, wenn es um das Thema Fabelwesen aus dem hohen Norden geht.

Drehbuchautor und Regisseur André Øvredal (The Autopsy of Jane Doe) macht diese Fabelwesen aus seinem Heimatland Norwegen zum zentralen Angelpunkt seines Found-Footage-Films Trollhunter. In diesem erzählt er die Geschichte dreier Studenten, die eine Dokumentation über den Bärenwilderer Hans drehen wollen und dabei herausfinden, dass dieser keine Bären, sondern Trolle jagt. Anfangs eher ungläubig dieser Geschichte gegenüberstehend, stellen sie alsbald fest, dass diese Wesen tatsächlich existieren und nicht nur Gestalten aus Kinderbüchern sind.

Der Umstand, dass es sich bei dem Film um einen Found-Footage Film handelt, spielt Øvredal direkt in die Karten. In Trollhunter hat Øvredal vier der wohl bekanntesten Troll Arten (Dovregubben, Raglefant, Tusselad und Jotnar) eingebaut und sie so realistisch wie möglich in ihrem „natürlichen“ Umfeld agieren lassen. Nach Vorlagen alter Skizzen aus Gemälden oder Kinderbüchern hat sich das Animationsteam spürbar die allergrößte Mühe gegeben, die Gestalten aus alten Geschichten zum Leben zu erwecken und das Ergebnis kann sich allemal sehen lassen. Die Trolle sind zweifelsohne die eigentlichen Stars und schaffen es in Kombination mit dem Found-Footage-Stil des Films, einen in Staunen und Schauer zu versetzten. Ganz gleich ob es um sich um den Brückentroll Raglefant handelt, der Trolljäger Hans wie eine Puppe durch die Gegend schleudert, oder den Bergtroll Jotnar, welcher seine Artgenossen mit seiner Größe alle in den Schatten stellt. Jede neue Begegnung mit diesen Wesen in Trollhunter schürt die Angst davor, dass eben solche nicht vielleicht doch existieren und in den Wäldern, Höhlen oder unter den Brücken Norwegens ihr Unwesen getrieben haben – oder noch immer treiben. [Jörg]

4. Rare Exports (2010)

Rare Exports bedient sich alter finnischer Sagen und Legenden rund um Joulupukki, den Jul- oder Weihnachtsbock, der inzwischen mit dem Weihnachtsmann verschmolzen ist. Doch gemäß einiger alter Sagen entspricht dieser eher einem dämonischen Wesen mit Hörnern, das sich während des Sommers in den Bergen und tiefen Wäldern versteckte. Während der Adventszeit näherte der Joulupukki sich langsam den Dörfern, bis er am Heiligabend in die Häuser der Menschen eindrang, um unartige Kinder mit der Rute zu verprügeln oder gar zu fressen.

Regisseur Jalmari Helander spinnt in Rare Exports seinen ganz eigenen Mythos, rund um einen Weihnachts-Dämon, der vor langer Zeit von den Sámi im Norden Finnlands im ewigen Eis gefangen wurde. In der Gegenwart ist jedoch ein Unternehmen dabei, diese Gefangenschaft zu beenden, wodurch auch Hunderte seiner Elfen aus einer Art Winterschlaf erwachen, um ihrem Meister beizustehen.
Doch dem stellen sich einige lokale Rentier-Jäger mutig entgegen…

Helander gelingt es, in seinem Überraschungshit die alten finnischen Mythen rund um Joulupukki aufleben zu lassen und gleichzeitig dessen Verschmelzung mit Santa Claus zu thematisieren.
Dabei funktioniert Rare Exports selbst ohne mythologisches Hintergrundwissen einwandfrei. Die Geschichte ist herrlich skurril und das Setting im finnischen Sápmi wunderbar erfrischend. Zudem bietet der Film eine gute Mischung aus handgemachten Effekten und CGI. Die computergenerierten Effekte sehen dabei beeindruckend aus, insbesondere wenn man das kleine Budget bedenkt. Für das Creature Design nutzt das Team die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Joulupukki und Santa Claus sehr geschickt und spielt auch optisch sehr gut mit der Verschmelzung beider Figuren. Gerade der alte Rauschebart entwickelt überraschendes Bedrohungspotential.

So bietet Rare Exports mit seiner ungewöhnlichen Geschichte, der wundervollen Szenerie und dem gelungenen Creature Design einen überaus spannenden Ansatz, der sich an samischen Legenden und deren „Zähmung“ in der heutigen Zeit abarbeitet. [Florian]

Florian Halbeisen

...und was meinst du?