Platz 139 bis 135 der besten Horrorfilme aller Zeiten!

Platz 139 bis 135 der besten Horrorfilme

Unsere ersten fünf Plätze der besten Horrorfilme aller Zeiten bieten eine bunte Mischung dessen, was das Genre zu bieten hat: von 50er Sci-Fi-Paranoia-Kino über stilbildende Slasher bis zu modernen Stummfilmen. Ganz egal ob körperfressende Aliens, sexy Vampir-Aliens, klassische Vampire oder Cthulhu höchstpersönlich: hier ist Horror zuhause.

Platz 139: Die Dämonischen (1956)

Die Dämonischen oder Invasion of the Body Snatchers ist einer der Klassiker des 50er-Sci-Fi-Paranoia-Kinos und wurde bis dato schon drei Mal neu verfilmt – unter anderem 1978 als Die Körperfresser kommen mit Donald Sutherland.

Der Film selbst basiert auf dem Roman „Die Körperfresser kommen“ von Jack Finney von 1954 und handelt von der schleichenden Unterwanderung eines kalifornischen Örtchens durch Aliens. Zum einen müssen wir miterleben, wie sich einige Bewohner immer seltsamer und distanzierter verhalten und zum anderen scheint ein Teil plötzlich am Capgras-Syndrom zu leiden, bei dem die Betroffenen glauben nahe Angehörige seien durch Doppelgänger ausgetauscht worden. So bricht in dem kleinen Städtchen immer mehr Paranoia aus.

Genau diese Atmosphäre der Paranoia ist es auch, die Die Dämonischen nach über 60 Jahren noch so sehenswert macht. Ohne große Effekte schafft es Regisseur Don Siegel uns mit seiner Paranoia anzustecken. Wie es keinem seiner Nachfolger je wieder gelang, werden wir mitten hineingestoßen in den Sumpf aus kollektivem Wahn und dürfen hinter jedem Menschen ein Alien vermuten. Siegels Klassiker glänzt in erster Linie mit dem eindringlichen Abbild einer Gesellschaft, der das Urvertrauen vollkommen abhandengekommen ist und Argwohn sowie Misstrauen das gesellschaftliche Klima vergiften. Ein stilbildender Klassiker, den ihr euch keinesfalls entgehen lassen solltet. [Florian Halbeisen]

Platz 138: Jessy – Die Treppe in den Tod (1974)

Die Weihnachtsferien haben begonnen und im Studentinnenwohnheim wird gefeiert. Doch die Stimmung ist getrübt, denn seit einiger Zeit terrorisiert ein Unbekannter die jungen Frauen mit obszönen Anrufen. Als eine von ihnen spurlos verschwindet, gehen die Freundinnen zur Polizei: Mit einer Fangschaltung soll dem Stalker das Handwerk gelegt werden. Dabei machen sie eine grausige Entdeckung – denn der Killer ist längst im Haus.

Als einer der frühesten Slasher-Filme hatte Black Christmas maßgeblichen Einfluss auf das Genre und machte doch vieles ganz anders als Carpenter oder Craven nach ihm. Beachtung fand er dennoch erst im Zuge des Erfolgs von Halloween und Freitag, der 13., die nach wie vor weitaus bekannter sind – und das vollkommen zu Unrecht, denn schon Jahre vorher definierte Black Christmas die filmischen Standards neu. Dass viele der genutzten Motive bis heute zum festen Repertoire des Slasher-Genres gehören, tut dem Film keinen Abbruch – es spricht aber für seine Bedeutung.

Abgesehen von seinem bescheidenen deutschen Titel, macht Black Christmas einfach alles richtig. Mit psychologischem Geschick reizt der Regisseur Bob Clark die Nerven seiner Zuschauer und setzt mit Musik, Kameraführung und Schnitt großartige Akzente. Im Gegensatz zu späteren Slasher-Filmen, sucht der Killer hier noch nicht die große Bühne. Wie ein Phantom huscht er durch das Haus und lässt dessen Bewohnerinnen nach und nach verschwinden. Die merken erst, wie ihnen geschieht, als es schon zu spät ist.

Inspiriert von Hitchcocks Psycho setzt Clark nicht auf blutrünstige Morde, sondern psychologischen Horror. Schrecklich ist gerade das, was man nicht zu Gesicht bekommt. Dabei wird die Spannung durch falsche Fährten, aufkeimende Verdachtsmomente und einen großartigen Score bis zum Schluss aufrechterhalten. Black Christmas ist eine stimmige Horrorkomposition mit zeitlosem Charme, die auch mehr als vierzig Jahre nach ihrem Erscheinen besinnliche Unterhaltung auf höchstem Niveau garantiert. [Catherin]

Platz 137: Nosferatu – Phantom der Nacht (1979)

Der Wismarer Häusermakler Knock entsendet seinen Mitarbeiter Jonathan Harker zu Graf Dracula nach Transsilvanien. Als der ein Porträt von Harkers Frau Lucy sieht, unterschreibt er den Vertrag für ein „schönes ödes Haus“ gegenüber dem ihren unbesehen. Nachdem er seinen Gast gebissen hat, reist der Graf nach Wismar, wo alsbald die Pest ausbricht. Von Lucy wird Dracula in eine Falle gelockt, sie stirbt jedoch bei dem Versuch ihn zu töten. Dr. van Helsing vollendet ihre Tat, doch auch Heimkehrer Jonathan hat sich inzwischen in einen Vampir verwandelt und lässt den Doktor verhaften.

Die Stummfilme der Weimarer Zeit, wie Murnaus Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens von 1922, gelten als mit die ersten Vertreter des Horrorfilms und weisen Deutschland als eine der Geburtsstätten aus. Sie setzten Maßstäbe für das neue Genre hinsichtlich Atmosphäre, Effekten, Figuren und Handlung. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich diese Tradition, die Deutschen flüchten sich nach dem überstandenen Schrecken nun lieber in den unverfänglichen Heimatfilm. Mit Nosferatu knüpft Werner Herzog als einer der ersten Regisseure wieder an diese kulturellen Wurzeln an.

Herzog wollte kein Remake des Meisterwerks drehen: Seine Wiederbelebung des historischen Vampirs bewegt sich zwischen Stummfilm-Hommage und Neuem Deutschen Film. Die Neuverfilmung ist ein visuelles Kunstwerk, das mehr von seiner irrational-unheimlichen Atmosphäre und der starken Bildsprache lebt, als von nervenzerreißender Spannung. Der Grundton ist überaus pessimistisch gehalten und auch die Stars des Films, Isabelle Adjani (Possession) und Klaus Kinski (Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London), werden zu tragischen Figuren, die an ihrer Existenz verzweifeln. Ein halbes Jahrhundert nach Murnau präsentierte Herzog mit seinem poetischen Film über den Blutsauger endlich wieder deutschen Horror und inspirierte junge Regisseure wie Jörg Buttgereit, es ihm nachzutun. Seine Version des Nosferatu ist dabei ebenso anmaßend wie genial. [Catherin]

Platz 136: Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)

Das Spaceshuttle Churchill untersucht den Halleyschen Kometen, in dessen Koma ein außerirdisches Raumschiff treibt. Die Crew findet an Bord geflügelte Aliens, die allesamt tot in Schwerelosigkeit umhertreiben. Ebenso finden sie eine Frau und zwei Männer, vermeintlich perfekte Menschen, regungslos und nackt vor. Diese versuchen sie mit zur Erde zu nehmen, wo das Unheil seinen Lauf nimmt.

Tobe Hooper hat mit Lifeforce nicht nur einen bombastischen Science-Fiction-Knaller geschaffen, sondern vermischt auch verschiedene Genres miteinander und präsentiert ein Erlebnis, das kurzweiliger nicht sein könnte. Im Grunde geht es um Energievampire – also Aliens, die Menschen durch Küssen die Lebensenergie aussaugen. Alleine dieses Kuriosum hebt Lifeforce von der Masse ab. Was uns Hooper allerdings über die gesamte Laufzeit zeigt, ist eine Achterbahnfahrt durch das Horrorgenre: Von einer klassischen Alien-Story à la Unheimliche Begegnung der dritten Art,  über erotische Vampir–Begegnungen, bis zu einer waschechten Zombie-Apokalypse ist alles dabei. Dieser wundervolle Irrsinn kann zudem durch die liebevollen handgemachten Effekte und Mathilda May als betörender Weltall-Vampir punkten. Aber auch die blutigen Momente wissen zu überzeugen und geben dem Flair, den Lifeforce versprüht, die nötige Würze.

Lifeforce hat keine Längen und bleibt bis zum Schluss spannend. Wer sich diesem Wahnsinn hingibt, verliebt sich in Space-Girl May und hat am Ende eine rasante Fahrt mit Action, Horror und abgetrennten Gliedmaßen hinter sich. Eine echte Perle der 80er Jahre. [Mathias]

Platz 135: The Call of Cthulhu (2005)

Ein Sanatoriums-Insasse vertraut seinem Arzt den Grund seiner Nervenkrankheit an – verbunden mit der Bitte, alle schriftlichen Zeugnisse seiner früheren Aktivitäten zu verbrennen. Zu scheußlich für die Menschen sei das, was er in den Nachforschungen rund um den Nachlass seines verstorbenen Onkels gefunden und dem er fortan wie besessen nachgeforscht habe. Aus dessen Dokumenten ergibt sich nach und nach ein klaustrophobisches Puzzlebild. Ein schlummerndes, uraltes Übel, das die sensiblen Menschen in ihren Träumen heimsucht und von den Rückständigen als Gott verehrt wird, scheint unter der Oberfläche des Meeres auf seinen erneuten Aufstieg – wenn die Sterne richtig stehen – zu lauern…

Dem aufgedrehten Tentakelhorror, der zahlreiche Adaptionen der Werke H.P. Lovecrafts kennzeichnet, setzt Andrew Leman eine schwarz-weiße Stummfilmproduktion gegenüber, die dem Geiste des geheimnisumwitterten Autors wohl eher entspricht. Nachträglich eingefügte „Vintage“-Effekte wie Flickern und Unschärfen sollen den Eindruck erzeugen, es handele sich um eine verschollene, erst kürzlich wiederentdeckte Produktion aus den 20ern. Die Kulissenhaftigkeit des Films, durch den Einsatz von Nebelwerfern, Stop-Motion und Miniaturmodellen komplettiert, unterstützt jedoch nur die abstrakte Ungreifbarkeit dessen, was sich da tut. Der namenlose Protagonist verstrickt sich in widersprüchlichen Hinweisen ob einer sich andeutenden, weltumspannenden Verschwörung, deren Ausmaß ihm schließlich die Sinne nimmt.

Mit großartigem Gespür für die surreale Atmosphäre, in der sich die Elemente der Vorlage multiperspektivisch zu einem apokalyptischen Schrecken zusammensetzen, entfaltet sich Lovecrafts Kosmisches Grauen hier in einem stillen Alptraum in Schwarz und Weiß. [Alexander]


Was sagt ihr zu unseren Plätzen 139 bis 135? Habt ihr alle Plätze schon gesehen? Ganz nach eurem Geschmack oder fragt ihr euch, was uns bloß geritten hat? Lasst es uns wissen!

Am 20. Juli erscheinen die Plätze 134 bis 130. Ihr dürft gespannt sein!

Hier geht es zum Überblick über die gesamte bisher veröffentlichte Liste.

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Seid gegrüßt,
Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwinkelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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2 Kommentare

  • Christoph Böhme
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    Freue mich auf die nächsten Beiträge.Nur Lifeforce und die Dämonischen gesehen.Bei Jessy bisher nur das Remake,nicht schlecht ,aber zu glatt gebügelt und steril.Aber ziemlich gute Kills.Dank euch heute gleich das Original bestellt..Grüsse und weiter so.

    • Florian Halbeisen
      Florian Halbeisen

      Hi Christoph! Danke für die lieben Worte. Freut uns natürlich sehr.
      Bin schon gespannt, wie du das Original von Black Christmas findest. Der ist in meinen Augen erstaunlich gut gealtert und funktioniert auch heute noch tadellos. Beim Remake bin ich ganz bei dir, das ist mir auch zu glatt.
      Liebe Grüße
      Floh

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