Deep (2021) – kurz & schmerzhaft

Deep

Netflix macht es uns einfach, Content rund um den Globus zu bestaunen und lässt uns, so manche Perle entdecken. Wieso ihr das thailändische Sci-Fi-Thriller-Drama Deep jedoch getrost auslassen könnt, erfahrt ihr hier.

Originaltitel:Deep
Land:Thailand
Laufzeit:101 Minuten
Regie:Sita Likitvanichkul, Jetarin Ratanaserikiat, Apirak Samudkidpisan, Thanabodee Uaqithya, Adirek Wattaleela
Drehbuch:Sita Likitvanichkul, Kittitat Nokngam, Jetarin Ratanaserikiat, Apirak Samudkidpisan, Wisit Sasanatieng, Thanabodee Uawithya
Cast:Krit Jeerapattananuwong, Warisara Jitpreedasakul, Philaiwan Khamphirathat u.a.

Inhalt

Zu Beginn des Films lauschen wir der Professorin Nichcha, die einen Vortrag zu Schlaflosigkeit und den möglichen Konsequenzen hält: von Konzentrationsschwierigkeiten über Halluzinationen bis zu komplettem Realitätsverlust. Hoffentlich ein kleines Foreshadowing, was uns noch so alles erwarten wird. In der Zwischenzeit lernen wir die vier jungen Protagonist:innen kennen, die allesamt unter Schlafstörungen leiden. Da kommt eine Studie zu dem Thema gerade recht, die mit ordentlich viel Kohle lockt. Der Haken an der Geschichte: Wenn die Proband:innen länger als 60 Sekunden schlafen, sind sie tot…

kurz & schmerzhaft

Die Studie wird von Hans Müller durchgeführt, dem Forschungsleiter von Weimar Pharmaceuticals. Ich hatte ja gehofft, dass man hier etwas mehr auf Mad Scientist setzt und aus Herrn Müller einen Josef-Mengele-Verschnitt zaubert, aber dafür ist Deep dann doch zu brav und einfach nicht an Exploitation interessiert. Nachdem man sich also nicht mit Naziploitation schmutzig machen will, fährt man stattdessen eine schnell geschnittene, piepsende und blinkende Montage zur Einführung der Charaktere auf – irgendwo zwischen Retro-Gaming und Tiktok-Habitus. Aber die inszenatorische Spielerei bleibt ein kleiner Ausrutscher und stattdessen gibt es danach dröges thailändisches Teenie-Drama mit einem Soundtrack der an 80er US-Sitcoms erinnert – wahrlich gruselig. Das ist dann leider auch das einzige Gruselige an Deep, denn die zu Beginn versprochenen Nebenwirkungen des Schlafentzugs bleiben uns weitestgehend vorenthalten.

Möglicherweise liegt es an den sage und schreibe fünf Regisseur:innen, dass aus Deep so ein unausgewogenes heilloses Durcheinander wurde. In dem Chaos gehen dann leider auch die vielversprechendsten Ansätze unter, sodass man sich zumindest um Schlaflosigkeit keine Sorgen machen muss.

 

Gesamteindruck

Rating: 2 von 5

Bildquelle: Deep © Netflix

Florian Halbeisen
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