13 Grusel-Filme für die ganze Familie

Horrorfilme für Kinder

3. Chihiros Reise ins Zauberland (2001) – FSK 0

Nach dem Erfolg von Prinzessin Mononoke kündigte Animations-Virtuose Hayao Miyazaki seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft an – zum Glück hat er sich nicht daran gehalten. Der Nachfolger Chihiros Reise ins Zauberland begeistert mit außergewöhnlichen Ideen und atemberaubend schönen Bildern junge wie alte Zuschauer und nimmt sie mit in ein Reich der entfesselten Fantasie.

Die zehnjährige Chihiro zieht mit ihren Eltern in eine neue Stadt. Bei der Ankunft entdeckt die Familie einen verlassenen Freizeitpark und beschließt, diesen zu erkunden – eine schlechte Idee. Denn der Park stellt sich als ein Refugium der Geisterwelt heraus; Chihiros Eltern werden in Schweine verwandelt und sie selbst nimmt einen Job im Badehaus von Hexe Yubaba an, um sich und ihre Eltern wieder aus der magischen Welt zu befreien.

Chihiros Reise ins Zauberland ist nicht ohne Grund der weltweit meistausgezeichnete Zeichentrickfilm. Die detailverliebt und fantasievoll gestaltete magische Welt strotzt nur so vor einzigartigen und liebenswerten Charakteren, die der jungen Heldin auf ihrer Reise beistehen. Dennoch muss Chihiro ihren eigenen Weg finden und sich in einer fremden Welt orientieren, in der Naturgottheiten, Dämonen und Geister ganz selbstverständliche Besucher sind. Dabei entwickelt sie sich vom anfangs ängstlichen Kind zu einem mutigen Mädchen und bietet mit ihrer unbefangenen, aufrichtigen Art ein großes Identifikationspotential gerade für junge Zuschauer. Trotz der komplexen Handlung bezaubern der feinfühlige Humor, die intelligent gezeichneten Charaktere und die fantastischen Bildwelten und machen Chihiros Reise ins Zauberland so zu einem unterhaltsamen Film für die gesamte Familie. [Catherin]

2. Coraline (2009) – FSK 6

Coraline ist der erste Spielfilm des Stop-Motion-Animationsstudios Laika, denen wir noch wundervolle Werke wie ParaNormanDie Boxtrolls oder Kubo – Der tapfere Samurai zu verdanken haben. Der Film basiert auf der gleichnamigen Fantasy-Horror-Novelle von Neil Gaiman, die oftmals als moderne Version von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ bezeichnet wird.
Für die Adaption der Vorlage war kein Geringerer als Henry Selick verantwortlich, der schon mit Nightmare Before Christmas und James und der Riesenpfirsich bewies, dass er nicht nur gruselige Stoffe für Kinder entsprechend aufbereiten kann, sondern auch ein Händchen für Stop-Motion-Animation hat.

Der Film dreht sich um die titelgebende 11-jährige Coraline Jones, die mit ihren Eltern in eine alte Villa zieht, die inzwischen zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut wurde. Da ihre Eltern jedoch schwer beschäftigt sind und kaum Zeit für ihre Tochter erübrigen können, begibt sich die neugierige und überaus fantasievolle Coraline auf Entdeckungsreise. Auf einer ihrer Touren entdeckt sie eines Tages eine Geheimtür in ein Paralleluniversum, wo ihre Andere-Mutter und ihr Anderer-Vater leben – Ebenbilder ihrer Eltern, nur dass diese Knöpfe anstatt Augen haben. Coraline bekommt hier all die Aufmerksamkeit, die sie sich von ihren Eltern so sehr wünscht, doch sie merkt schnell, dass die Sache einen Haken hat…

Coraline wurde von der FSK ab 6 Jahren freigegeben, die Kollegen von der österreichischen Jugendmedienkommission waren wesentlich strenger und gaben den Film erst für Zehnjährige frei – was meiner Ansicht nach auch realistischer ist, da der Film zuweilen einen äußerst düsteren Ton anschlägt und daher für ein sehr junges Publikum zu viel sein könnte.
Für etwas ältere Kinder bietet der Film jedoch eine wundervolle Geschichte rund um die Überwindung eigener Ängste und besonders junge Mädchen dürften in der aufgeweckten Coraline eine starke Identifikationsfigur finden. Durch die gelungene Kombination von Stop-Motion und Computeranimation ist der Film zudem wunderschön anzuschauen und die außergewöhnlichen Charaktere verzaubern einen von der ersten Minute. [Florian]

1. Nightmare Before Christmas (1993) – FSK 6

Jack Skelleton, der König von Halloween Town, ist des alljährlichen Spuks überdrüssig. Auf der Suche nach neuer Inspiration stößt er zufällig auf Christmas Town. Fasziniert vom weihnachtlichen Charme ist er bestrebt, die besinnlichen Traditionen auch in seiner Stadt zu etablieren und selbst die Rolle des Niki Graus (Nikolaus) zu übernehmen. Die gruselige Interpretation der weihnachtlichen Bräuche stößt jedoch nicht überall auf offene Ohren.

Der Film besticht durch eine Vielzahl verrückter Charaktere, die genauso wie die detailverliebten Kulissen in mühevoller Handarbeit zum Leben erweckt wurden. In Halloween Town herrscht dabei allgemein ein sehr düsterer Look samt schiefer Architektur. Ganz im Gegensatz dazu steht Christmas Town, welche selbst bei Nacht in warmen Farben beleuchtet wird und die runden Formen der Winterlandschaft durch rote und grüne Farbakzente glänzen lässt. Die Monster aus Halloween Town sind dabei gar nicht böse, sondern auf ihre Art herzallerliebst. Besonders viel Spaß macht der mit tiefschwarzem Humor durchzogene Clash des gruseligen Halloweens mit dem bezaubernden Weihnachten. Mit welch naivem Eifer die Bewohner von Halloween Town versuchen Jacks Vision umzusetzen und dabei doch nur das machen, was sie können – Angst und Schrecken verbreiten – ist großartig umgesetzt.

Auch und vielleicht gerade aus diesem Grund ist Nightmare Before Christmas eher für ältere Kinder zu empfehlen. Um den Charme dieser kulturellen Vermischung wirklich begreifen zu können, bedarf es eines Wissens um und einer gewisse Distanz zu den Traditionen, auf die hier Bezug genommen wird. Doch wenn diese einmal vorhanden ist, steht einem umfassenden Sehvergnügen nichts mehr im Wege. [Heike]


Das war es auch schon von uns. Seid ihr zufrieden mit der Liste? Was muss raus und wie würde eure Liste aussehen?

Florian Halbeisen

...und was meinst du?