13 Grusel-Filme für die ganze Familie

Horrorfilme für Kinder

8. Hotel Transsilvanien (2012) – FSK 6

Um den 118. Geburtstag seiner geliebten Tochter Mavis zu feiern, lädt der alleinerziehende Graf Dracula all seine Freunde zu sich aufs Schloss ein. Das mittlerweile zum Hotel ausgebaute Anwesen diente bislang als Rückzugsort für all die von wütenden Mobs verfolgten Monster und so sollte auch dieses Mal alles ohne Probleme von Statten gehen. Doch als plötzlich der junge Rucksacktourist Jonathan im Schloss auftaucht, ist Chaos vorprogrammiert. Besonders als sich die beiden Teenager auch noch Hals über Kopf ineinander verlieben.

Mit Hotel Transsilvanien lieferte der russische Trickfilmzeichner Genndy Tartakovsky nicht nur sein Regiedebüt ab, sondern schuf auch noch eines der besten Monster-Mash-Ups aller Zeiten. Fast alle klassischen Universal-Monster bekommen genug Spielzeit eingeräumt und sind wunderbar kindgerecht umgesetzt, dass auch das jüngere Publikum ihre Eigenheiten und die Mythologie um sie herum versteht. Dabei steckt der Film voller liebevoll-kitschiger Gags, die Kinder definitiv zum Lachen bringen, und teils cleverem, meist charakterbasiertem Humor für die Erwachsenen – wie dem Umstand, dass Dracula mittlerweile Veganer ist. Ein großer Pluspunkt sind auch die deutschen Synchronstimmen von u.a. Rick Kavanian (Bullyparade), Elyas M’Barek (Die Welle) und Josefine Preuß (Zoomania), die es mühelos schaffen, ihren Charakteren Leben einzuhauchen.

Hotel Transsilvanien kann gelegentlich laut und albern sein, aber wenn er in den richtigen Momenten nach den Herzen seiner Zuschauer greift, wird er zu einem mitunter melancholischen, aber dabei stets zuckersüßen Familienfilm. Dank kindgerecht aufgearbeiteter Themen wie dem Erwachsenwerden, dem ersten Verliebtsein oder eben dem manchmal mühsamen Leben als alleinerziehender Vater punktet der Film nicht nur mit seinem charmanten Humor, sondern bietet ebenso spannende wie gefühlvolle Unterhaltung.

7. ParaNorman (2012) – FSK 12

Das Stop-Motion-Animationsstudio Laika hat schon mit seinem ersten Spielfilm Coraline ein gutes Händchen für gruselige Kindergeschichten bewiesen und setzt mit ParaNorman nahtlos dort an. Inszeniert wurde der Film von Sam Fell (Flutsch und weg) und Chris Butler (Kubo – Der tapfere Samurai), der auch das Drehbuch beisteuerte.

Die Hauptfigur ist der elfjährige Norman Babcock. Seine Eltern verstehen ihn nicht, seine Schwester mag ihn nicht, von seinen Mitschülern wird er ständig gehänselt – und er spricht mit Toten. Doch auf der kleinen Stadt Blithe Hollow lastet ein jahrhundertealter Fluch und es liegt an Norman die Bewohner vor einer Hexe und deren Zombie-Armee zu beschützen.

Laika hat sich hier mal wieder übertroffen und holt wirklich alles aus der Stop-Motion-Technik heraus. Nicht nur die detailverliebten Figuren und Sets, sondern vor allem die äußerst kreativen Kamerafahrten laden zum Staunen ein.
Auch die beste Optik nützt nicht viel, wenn ein Film nichts zu erzählen hat, aber auch hier kann ParaNorman punkten. Er ist nicht nur eine wundervolle Liebeserklärung an den klassischen Horrorfilm, sondern vor allem auch an Außenseiter – ein Plädoyer für die Andersartigkeit.

Beginnt der Film äußerst leichtfüßig, wird er besonders zum Ende hin sehr ernst und noch einmal richtig gruselig. Damit ist ParaNorman wahrscheinlich nichts für die ganz Kleinen, aber mit älteren Kindern steht einem wundervoll gruseligen Familienabend nichts im Wege. [Florian]

6. Hexen hexen (1990) – FSK 6

Der kleine Luke macht mit seiner Oma Urlaub in einem britischen Hotel. Zufälligerweise findet dort zeitgleich ein Hexen-Kongress statt, dessen Besucherinnen endlich ihren Plan, alle Kinder zu beseitigen. vollenden wollen. Luke muss leider auch sehr bald fest, wie das Ganze geschehen soll: Die fiese Oberhexe verwandelt ihn in eine Maus. Der Junge hat nun zwei Probleme: Erstens muss er die Hexen aufhalten, zweitens seine menschliche Gestalt wiedererlangen.

Die Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Roald Dahl (Charlie und die Schokoladenfabrik) ist sicherlich einer der schrägsten Kinderfilme überhaupt. Regisseur Nicholas Roeg (Wenn die Gondeln Trauer tragen), den man sonst eher aus düsteren Gefilden kennt, schafft es meisterhaft, die skurrilen Ideen von Dahl auf die Leinwand zu bannen.

Der Film hat zwar eine FSK-Freigabe ab 6 Jahren, allerdings sollte man ihn besser älteren Kindern zeigen; Die Masken der Hexen, besonders ihrer Anführerin, sind dermaßen gruselig, dass sie auch locker aus einem Horrorfilm stammen könnten. Viele der Gags sind recht derbe und auch die Atmosphäre in Hexen hexen ist ungewöhnlich morbide und unheimlich für einen Kinderfilm.

Für ältere Kinder, die nicht mehr so leicht zu erschrecken sind, ist Hexen hexen ein wunderbar schräger, lustiger, hervorragend produzierter und schaurig-schöner Spaß, der ganz viel Liebe verdient. [Andreas]

5. Unten am Fluss (1978) – FSK 6

Eine Hasenkolonie gerät in Aufruhr, als ihr Mitglied Fiver von düsteren Visionen über die Zerstörung des Baus geplagt wird. Er kann nur wenige mutige Freunde überzeugen, aus dem Bau zu fliehen, gerade noch rechtzeitig vor dem Eintreten der Katastrophe. Auf ihrem Weg in eine ungewisse Zukunft, müssen sich die Geflohenen bald nie gekannten Gefahren stellen.

Unten am Fluss ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Richard Adams. Durch seine Zeichentrick-Ästhetik richtet sich der Film zwar durchaus auch an ein jüngeres Publikum, doch sowohl visuell wie inhaltlich geht es hier durchaus dunkel zur Sache. Angefangen von der eigenen Mythologie, der die Hasen hier folgen, über die erstaunlich komplexen und teilweise schwierigen Charaktere, bis hin zur Darstellung der Tiere, denen rein bildlich wenig Anthropomorphes zugedacht wird, stellt Unten am Fluss einige Ansprüche an sein Publikum, die den jüngsten Zuschauern sicherlich etwas zu hoch sind.
Die erzählte Geschichte ist überdies recht beklemmend und düster, was sich auch in der visuellen Gestaltung wiederspiegelt. Spätestens die für einen gezeichneten Kinderfilm erstaunlich grafische Gewaltdarstellung im denkwürdigen Finale wird zu junge Zuschauer hart vor den Kopf stoßen. Für ein reiferes Publikum gibt der Film durch all jene Eigenheiten aber umso mehr her. Unten am Fluss ist atmosphärisch spannend und mitreißend. Ein großartiger und absolut sehenswerter Zeichentrickfilm, der jedoch eher für ältere Kinder geeignet ist. [Cornelius]

4. Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche (2005) – FSK 6

Der junge Viktor steht kurz vor seiner Hochzeit und geht in den Wald, um noch ein letztes Mal sein Ehegelöbnis zu üben. Versehentlich löst er dabei ein Ritual aus und ist plötzlich mit der toten Emily verheiratet. Alle Beteuerungen, dass es sich dabei um ein Versehen handelt, stoßen bei Emily auf verweste Ohren und so nimmt sie Viktor mit ins Reich der Toten.

Mit Corpse Bride liefert Tim Burton einen Puppen-Trickfilm, der eine gewisse Verwandtschaft mit dem Kult-Film Nightmare Before Christmas nicht leugnen kann, der auf einer Story Burtons basiert. Für die Verfilmung der russischen Sage der Leichenbraut wurde die aufwändige Stop-Motion-Technik gewählt, was dem Streifen einen wunderbaren Retro-Touch verleiht. Insgesamt fällt Corpse Bride wegen seiner Thematik eher morbide aus, ist aber extrem detailverliebt und liebevoll umgesetzt worden. Die zahlreichen Musikeinlagen, von Burtons Stamm-Komponisten Danny Elfman geschrieben, sind allesamt Ohrwürmer.

Den Zuschauer erwartet hier ein wunderschöner Film, dem man in jeder Sekunde die Liebe anmerkt, die alle Beteiligten in das Projekt gesteckt haben. Kinder werden ihren Spaß an dem Film haben, denn trotz des morbiden Themas ist alles sehr kindgerecht gestaltet. Die auf den ersten Blick grauslichen Kreaturen sind insgeheim doch ziemlich niedlich und die Geschichte ist vielmehr ein Märchen als eine Horrorstory. [Andreas]

Florian Halbeisen

...und was meinst du?