The Fanatic (2019) – Review

The Fanatic

The Fanatic ist der dritte Spielfilm von Limp-Bizkit-Frontmann Fred Durst. In seinem neuesten Horror-Thriller begeben wir uns zusammen mit John Travolta auf Autogrammjagd.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

The Fanatic
USA
88 Minuten
Fred Durst
Fred Durst, Dave Bekerman
John Travolta, Devon Sawa u.a.

Inhalt

Moose (John Travolta) ist leidenschaftlicher Filmfan und immer auf der Suche nach Film-Props und Autogrammen. Sein absolutes Idol ist Action-Star Hunter Dunbar (Devon Sawa, Final Destination). Als er von diesem bei einem aufdringlichen Versuch eine Unterschrift zu bekommen jedoch äußerst wirsch abgewiesen wird, setzt Moose alles daran sein Autogramm von Dunbar zu bekommen – koste es, was es wolle…

Kritik

Der Bullshit-Detektor sollte eigentlich schon anschlagen, wenn The Fanatic mit einem überaus unpassenden und nervigen Voice-Over startet. Während in seltenen Fällen eine Stimme aus dem Off durchaus Sinn ergeben kann, ist es im Normalfall einfach nur ein Zeichen für die Unfähigkeit des Regisseurs seine Geschichte mittels Bildern zu erzählen, wodurch er sie dem Publikum nebenbei noch erklären muss. Bei Fred Durst ist zweifelsfrei letzteres der Fall.

Wer wie ich dummerweise noch nicht die Flucht ergriffen hatte, darf sich nun mit einem absurd over-the-top agierenden John Travolta rumschlagen. Travoltas als Schauspiel verkleidete Narretei ist dabei noch das kleinste Problem des Films und rückblickend betrachtet sogar noch das charmanteste. Denn das schwerwiegende Manko an Moose ist beileibe nicht Travoltas Performance, sondern Dursts grenzdebile Charakterzeichnung. Was der US-amerikanische Sänger augenscheinlich unter Autismus versteht, und laut Interviews soll Moose offenbar Autist sein, wäre ja schon wieder lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Die Figur ist eine einzige Karikatur wie auch jede andere Figur in dem Film. Das Schlimmste dabei ist nicht einmal wie schlampig und klischeehaft die Charaktere geschrieben wurden, sondern mit welchem Zynismus. Statt mit Menschlichkeit begegnet Durst seinen Figuren ausschließlich mit Verachtung und gerade Autismus als billiges Mittel zum Zweck zu missbrauchen, lässt den Film alles andere als gut dastehen.

The Fanatic

Solltet ihr selbst das noch ertragen haben und nun hoffen, dass sich hieraus zumindest ein spannender Horror-Thriller entwickeln wird, kann ich ob so viel Optimismus nur anerkennend meinen Hut ziehen. Leider ist jegliche Hoffnung hier vollkommen fehl am Platz, denn Durst fährt auch die Dramaturgie mit Schmackes gegen die Wand. Der gesamte Aufbau ist so dilettantisch, dass es weh tut. Nach der Exposition plätschert der Film dahin, ohne auch nur ansatzweise eine Spannungskurve zu entwickeln und ist dabei vorhersehbarer als das Alphabet. Es ist teilweise fast schon rührend wie Durst auf Biegen und Brechen versucht einen langsam eskalierenden Konflikt zu kreieren, der am Ende so spannungsgeladen ist wie ein Zugfahrplan.

Doch das Schlimmste an The Fanatic ist, dass er sich bei all dem Unfug auch noch unglaublich ernst nimmt. In einer Szene im Film fährt Dunbar mit seinem Sohn im Auto und Durst legt seinem Schauspieler allen ernstes folgende Worte in den Mund: „You want to hear some music? You like a little Limp Bizkit? Nice and loud. I used to listen to this back in the day. Oh, my God, that is nice. That is nice.” Und wie diese Szene ist auch The Fanatic als Film im Ganzen: peinlich, ironiefrei und dabei erstaunlich selbstverliebt.

 

Bewertung

GrauenRating: 0 von 5
SpannungRating: 0 von 5
Härte Rating: 2 von 5
Unterhaltung Rating: 1 von 5
Anspruch rating0_5
GesamtwertungRating: 1 von 5

Bildquelle: The Fanatic © Quiver Distribution

Florian Halbeisen

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