Horror-Games, die dringend eine Verfilmung brauchen – Wünsche aus der Redaktion

Horror Games Verfilmungen

Heute widmen wir uns sieben Horror-Games, bei denen unsere Autoren sehnsüchtig auf eine Verfilmung warten.

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BioShock (2007)

Als Jack 1960 mit einem Flugzeug über dem Atlantik abstürzt, kann er sich als einziger Überlebender gerade noch so retten. Noch immer benommen, gelangt Jack an eine Tauchkugel, die ihn in die geheime Unterwasser-Stadt Rapture bringt. Eine unheimliche und gleichzeitig wunderschöne Tiefsee-Welt, die so manches Geheimnis verbirgt. Als Jack via Funk Nachrichten von Rapture-Bewohner Atlas erhält, erfährt er, dass nahezu alle Städter Opfer einer Substanz geworden sind, die es ermöglicht den Körper mit neuen Fähigkeiten auszustatten. Doch das Mittel scheint auch den Verstand zu vergiften und so lauern einige Gefahren auf Jack, denen er sich nun stellen muss.

Als „BioShock“ 2007 die Videospielwelt enterte, erhielt der preisgekrönte Shooter nicht nur von der Fachpresse ausgezeichnete Kritiken, sondern spielte sich auch in die Herzen vieler Zocker. Die Stärken des Spiels liegen vor allem in der Inszenierung des Schauplatzes, der Unterwasser-Stadt Rapture. Die gescheiterte libertäre Utopie, vor allem inspiriert von Ayn Rands „Atlas wirft die Welt ab“, kreiert ein immersives Erlebnis, das dazu einlädt, sich vollständig in ihm zu verlieren. Hinter der wundervollen Fassade scheint die unterhalb der Wasseroberfläche liegende Stadt am Ende zu sein. Zerstörung und Gewalt trüben das Bild einer vermeintlich perfekten Welt, die mitsamt all ihrer Schönheit im Chaos versinkt. In der Rolle des Jack kämpft sich der Spieler durch das schaurig-schöne Rapture, stellt sich den gefährlichen Bewohnern, die völlig ihren Verstand verloren haben, und arbeitet sich durch die Geschichte.

Sei es die Handlung, die Inszenierung oder aber das Sounddesign – „BioShock“ gilt in vielerlei Hinsicht als perfekt und zieht den Spieler in eine Welt, die es verdient hat endlich auch verfilmt zu werden. Gore Verbinski (A Cure for a Wellness) sollte das von Fans sehnlich herbeigewünschte Projekt schon vor einigen Jahren umsetzen, nach Diskrepanzen mit Universal, die sich mit der angepeilten Altersfreigabe und dem notwendigen Budget nicht anfreunden konnten, zerschlug sich die Idee allerdings unmittelbar vor Drehstart.

Murdered: Soul Suspect (2014)

In Salem findet sich Detective Ronan O’Connor plötzlich als Geist wieder und muss feststellen, dass er vom “Glockenmörder”, einem brutalen Serientäter, erschossen wurde. Doch irgendetwas hält seine Seele davon ab, die Welt der Lebenden zu verlassen. Als Ronan auf den Geist seiner verstorbenen Frau trifft, erklärt sie ihm, dass er erst noch seinen eigenen Fall aufklären und den Mörder entlarven muss.

Im düsteren Adventure-Game „Murdered: Soul Suspect“ schlüpft der Spieler nicht in einen lebenden Charakter, sondern in die Rolle des Geists von Detective O’Connor. In der Welt der Lebenden fungiert der Spieler also als passiver Beobachter, der zwar keinen direkten Einfluss auf das Geschehen nehmen kann, trotzdem aber die Möglichkeit besitzt Indizien aufzuspüren, Rätsel zu lösen und so seinen eigenen Mord aufzuklären.

„Murdered: Soul Suspect“ schöpft seine Stärken eindeutig aus der Grundidee, die zwar wenig Action bietet, dafür aber eine spannende Story in Gang setzt. Trotz seines übernatürlichen Horror-Settings, fühlt sich das Adventure im Kern wie ein waschechter Krimi an, der es versteht, den Spannungsbogen konstant aufrecht zu halten, während uns geweihte Gebäude den Weg versperren und finstere Dämonen uns das Leben schwer machen.

Auch wenn das von Square Enix vertriebene Geister-Adventure nicht frei von Schwächen ist und sein Potential nicht völlig auszuschöpfen weiß, könnte gerade die originelle Grundidee ein spannendes Fundament für eine Spielfilm-Adaption bieten. Die Geschichte über einen Geist, der sich im düsteren Salem Dämonen stellt, um seinen eigenen Mord aufzuklären und endlich Frieden zu finden, ist etwas, das dem Horror-Genre eine gehörige Portion frischen Wind einhauchen könnte.

Hellblade: Senua’s Sacrifice (2017)

Die keltische Kriegerin Senua leidet unter starken Psychosen. Als eine Seuche über die Gemeinschaft, in der sie lebt, hereinbricht, wird die junge Frau dafür verantwortlich gemacht. Die als verflucht geltende Kriegerin zieht es daraufhin in die Wälder zurück, um Erlösung in der Wildnis zu finden. Als sich die Gemeinschaft eines Tages einem Angriff der Nordmänner ausgesetzt sieht, kehrt Senua zurück. Unter dem Druck der Stimmen in ihrem Kopf, macht sie sich auf die Reise in den Norden, als sie erfährt, dass auch ihr Liebster Opfer einer grausamen Hinrichtung wurde. Ihr Ziel ist es, die Totengöttin Hela dazu zu bringen, die Seele ihres geliebten Dillion zu retten.

Als das britische Entwicklerstudio Ninja Theory im Jahre 2017 „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ veröffentlichte, überschlugen sich nicht nur die Spieler selbst, auch die Fachpresse fand überaus lobende Worte für das schaurige Adventure. Dass das in Cambridge ansässige Studio das schwierige Thema Psychosen aufgreift, ist ein unglaublich mutiger Schritt, der auch leicht hätte nach hinten losgehen können. Doch „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ beweist Sensibilität und Engagement und mauserte sich schnell zu einem der intensivsten Videospiel-Erlebnisse der letzten Jahre. Unter der Beratung von Psychologen und Professoren gelang es dem Studio eine Erfahrung zu erzeugen, die sich überaus respektvoll mit dem Thema auseinandersetzt, gleichzeitig aber keine Scheu davor hat, selbst die schlimmsten Momente der Krankheit zu thematisieren. Die Stärken dieser Konfrontation liegen vor allem im Sounddesign. Das Entwicklerstudio simuliert die Stimmen in Senuas Kopf so realistisch, dass der Spieler voll und ganz in das bedrückende Szenario hineingezogen wird.

„Hellblade: Senua’s Sacrifice“ trumpft mit einer intensiven Geschichte und einem wundervollen Charakter auf, dessen Leidensweg unmittelbar auf den Spieler übertragen wird. Gerade durch seine audiovisuellen Stärken erschafft „Hellblade“ ein immersives Erlebnis, das nur schwer auf die Leinwand übertragbar sein wird. Einen Versuch – vor allem aufgrund seiner packenden Geschichte – wäre es aber allemal Wert.


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Diablo (1996)

In „Diablo I“ betritt der Spieler eine fiktive mittelalterliche Welt namens Sanktuario, in der Untote, Dämonen und Hexen alltäglich sind. Die Spielergemeinde tritt in diesem 2D-Hack‘n’Slay gegen den Fürsten der Finsternis selbst und dessen Schergen an. Das Gameplay von „Diablo“, dessen Ziel es ist permanent die eigene Ausrüstung und die Waffen zu verbessern, erweckt den Sammlerinstinkt der Spieler, die stets auf der Suche nach dieser einen Rüstung oder diesem einen Schwert sind, um die Chancen im Kampf gegen Diablo zu erhöhen. So breitet sich ein hohes Suchtpotential aus, das die Spieler seit nunmehr dreiundzwanzig Jahren fesselt und „Diablo“ zu einer von Blizzards erfolgreichsten Marken macht. In den nächsten Jahren erwartet uns der vierte Teil der Reihe, jedoch ist von einem Film oder einer Serie bisher keine Rede.

Hier wäre das Potenzial gegeben, eine epische und düstere mehrteilige Horrorfantasy-Reihe zu schaffen. Eingebettet in ein mittelalterliches Setting könnten die Geschichten rund um den heldenhaften Barbaren, die gewiefte Assassine oder auch den düsteren Totenbeschwörer und die Jagd auf den Fürsten der Hölle mit allerhand okkulten Schrecklichkeiten auf die Leinwand gebracht werden. Der Hauptplot müsste die Jagd nach dem Seelenstein sein, den es braucht um Diablo für immer einzusperren, denn hier bietet sich sowohl eine sich steigernde Dramaturgie, als auch spannende Nebenhandlungen in Form von düsteren Dungeons oder gefährlichen Kopfgeldaufträgen auf Dämonen. Diablo und seine Armee dürften bei den heutigen Möglichkeiten phantastisch aussehen, traumhaft wäre ein Mix aus Animatronic und CGI, wo technische Unterstützung nötig wird. Außerdem hätten die Creature-Designer allerhand Freiheiten, denn die Auswahl an Kreaturen aus der Hölle ist in diesem Universum schier unendlich.

The Evil Within (2014)

In „The Evil Within“ begleiten wir den Polizisten Sebastian Castellanos durch eine bizarre Welt voller verstörender Monster und Schrecken.
Castellanos wird zur Untersuchung eines Massakers im Beacon Mental Hospital gerufen. Vom Killer überwältigt und bewusstlos geschlagen, erwacht er einige Zeit später in einer Art düsteren Spiegelwelt seiner Stadt Krimson City wieder auf. Gejagt von allerhand Untoten und gequälten Seelen muss er sich durch dieses alptraumhafte Reich kämpfen, Rätsel lösen und sich gegen den Wahnsinn wehren, der sich in seinem Geist anfängt auszubreiten. Oder findet alles nur in seinem Geist statt?
Tango Gameworks brachte diesen Mix aus psychologischem und Survial-Horror 2014 heraus und garnierte ihn mit einer Prise Shooter-Action und kniffligen Rätseln. 2017 folgte ein zweiter Teil, der uns noch tiefer in Sebastians Welt und seinem Verfall eintauchen ließ.

Im Stil von Filmen wie Silent Hill oder Jacob’s Ladder könnte man den Protagonisten durch eine Alptraumversion unserer Realität schicken und für einige bizarre und skurrile Momente sorgen. Allerhand gruselige Figuren würden sicher für den einen oder anderen Schauer sorgen, aber auch Szenen mit einer fürchterlichen Krankenschwester wären ein Garant für düstere Bilder auf der Leinwand. „The Evil Within“ bietet mit seinem eigenwilligen Gegnerdesign viel Raum für Kreativität, denn hier sind es keine Zombies, sondern leidgeprüfte Seelen, die mit Stacheldraht gefoltert wurden oder einfach nur aus weißen Gesichtern ohne Augen und Mund bestehen. Storytechnisch würde sich eine Detektivgeschichte mit Film-Noir-Elementen anbieten, denn die Morde müssen schließlich aufgeklärt werden. Die Macher hätten hier die Chance mit relativ vielen Freiheiten eine düstere Vision des Verfalls eines menschlichen Geistes zu inszenieren.

Dead Space (2008)

In einer dystopischen Zukunft begleiten wir Techniker Isaac Clarke auf einen Reparatureinsatz zum Bergbauraumschiff  USG Ishimura. Bei seiner Ankunft stellt er jedoch fest, dass es keinerlei Beleuchtung an Bord gibt. Er wird nach Betreten der Ishimura von aggressiven Wesen attackiert, während von der Crew jede Spur fehlt. Nach und nach muss er das riesige Raumschiff reparieren und herausfinden was mit der Besatzung passiert ist.

„Dead Space“ lebt vor allem von seiner Atmosphäre: Protagonist Isaac befindet sich weit draußen im All, umgeben von Nichts, in einem dunklen, unwahrscheinlich großen Raumschiff, das von einer feindlichen Intelligenz besetzt ist. Dabei gerät er immer wieder in Situationen, die bei den Spielern für einen kalten Schauer sorgen. So gibt es eine Szene, in der Isaac einen mit brennenden Kerzen beleuchteten Schlafsaal aufsucht, mit Blut okkulte Symbole an die Wände geschmiert wurden und zerstückelte Leichen herum liegen, während aus dem Kommunikationssystem des Schiffes „Twinkle, Twinkle, Litte Star“ erklingt. Solche und ähnliche Szenen begegnen uns im gesamten Spiel und ließen sich schauerlich schön filmisch umsetzen. Isaac als Figur könnte etwas mehr Tiefe erhalten und die Übernahme des Raumschiffs durch den Feind ließe sich retrospektiv aus Sicht der Crew darstellen. Es gibt bereits zwei animierte Verfilmungen, doch als Realverfilmung könnte „Dead Space“ eine Art Katz-und-Maus-Spiel zwischen Isaac und den Eindringlingen werden, das mit gezielt eingesetzten Schockmomenten und intensivem Geräuschhorror, wie man es zuletzt etwa bei Hereditary gesehen bzw. gehört hat, arbeiten. Die Weite der Ishimura bietet sich geradewegs dafür an, tolle Kameraeinstellungen mit einem minimalistischen Soundtrack zu untermalen und in den unendlichen Tunneln und Röhren ein Gefühl der Klaustrophobie zu erzeugen.


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Shadow of the Colossus (2005)

Der junge Mann Wander reist mit seinem Pferd Argo und dem toten Körper eines Mädchens in ein weit entferntes Land. Sein Ziel ist ein geheimnisvoller Tempel, von dem gemunkelt wird, dass in ihm eine uralte Macht hause, die Tote wieder zum Leben erwecken kann. Und tatsächlich erweckt Wander mit Hilfe seines Schwertes die finstere Stimme des Tempels. Um das Mädchen von den Toten zurückzuholen, muss Wander durch das weite Land reisen und 16 Kolosse töten. Ohne zu zögern macht er sich auf die Suche nach dem ersten Koloss…

„Shadow of the Colossus“ gilt vielerorts als Meilenstein der Videospiel-Welt. Natürlich handelt es sich bei dem Titel nicht um ein reinrassiges Horror-Spiel; die Welt, in die es uns entführt, könnte mystischer und phantastischer aber nicht sein. Das Spiel nimmt den Spieler mit auf eine Reise in eine unbekannte, Ehrfurcht gebietende Welt. Die endlos scheinende Prärie wechselt sich ab mit finsteren Wäldern, flirrenden Wüsten, flackernden Höhlen und furchteinflößenden Kreaturen und bietet somit den idealen Schauplatz für die Erschaffung einer mythischen Welt jenseits der menschlichen Vorstellungskraft. Wo Horrorfilme wie Alien ihren Reiz aus dem gänzlich Unbekannten, dem vollkommen Fremden ziehen, bietet „Shadow of the Colossus“ die Möglichkeit, eine ganze Welt des Unbegreiflichen in wirklichkeitsentrückten Horror zu verwandeln.

Diese Welt von „Shadow of the Colossus“ ist die unergründete Heimat von außerweltlichen Kräften und kosmischen Mächten, die sich im Grunde perfekt fusionieren ließe mit dem kosmischen Grauen Lovecrafts. Schon in der Vergangenheit haben Filmemacher wie Denis Villeneuve oder Robert Eggers gezeigt, wie man anspruchsvoll-melancholische oder aber mystisch-finstere Geschichten stimmungsvoll auf die Leinwand bringen kann. „Shadow of the Colossus“ wäre ein Werk, das eine Adaption solcher Filmemacher unbedingt noch braucht.


Das waren auch schon die Empfehlungen von unserer Seite. Habt ihr Videospiele, die ihr gerne verfilmt haben würdet? Lasst es uns wissen!

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