13 Horrorfilme über Besessenheit, die ihr gesehen haben solltet

Besessenheit

3. Hereditary (2018)

Mit seinem Regiedebüt Hereditary gelang Regisseur Ari Aster ein imposantes und kolossales Erstlingswerk, das man so nur selten zu Gesicht bekommt. Der Film folgt Annie Graham, deren Mutter vor kurzem verstarb, und ihrer Familie, die sich nach der Beisetzung der Großmutter mit unerklärlichen Erscheinungen konfrontiert sieht. Als es dann kurz darauf zu einer verheerenden Katastrophe kommt, bricht schierer Terror über das Leben der Grahams ein.

Was Hereditary so besonders macht, ist in erster Linie die Bravour, mit der er seine Zweischneidigkeit meistert. Während in der ersten Hälfte geschickt der totale soziale Zerfall einer sowieso angeschlagenen Familie im Stil eines intensiven Dramas inszeniert , schleicht sich immer mehr ein nicht greifbares Grauen ein, das etwa ab der Hälfte ins Übernatürliche umschlägt, um dann rücksichtslos die Protagonisten heimzusuchen. Diese sind von Anfang an ohnmächtige Schachfiguren in der verheerenden Maschinerie, die durch den Tod der Großmutter in Gang gesetzt wurde. Der Terror, der die Familie unnachgiebig heimsucht, manifestiert sich nicht etwa in umherfliegendem Geschirr oder sich von selbst verrückendem Mobiliar. Stattdessen ergreift das Böse wie ein Parasit Besitz von Familienmitgliedern, zerfrisst sie von innen und manövriert sie wie Marionetten unvermeidbar ins Verderben.

So setzt Hereditary eben nicht auf vorhersehbare Schockmomente, sondern führt uns schonungslos vor, wie die Familie Graham dem übermächtigen Bösen hilflos ausgeliefert ist. Die Anspannung steigert sich mit einer durchweg düsteren und beklemmenden Atmosphäre hin zu einem wahrlich furchteinflößenden Showdown, in dem das Böse endgültig die Zügel in die Hand nimmt und ein Familienmitglied nach dem anderen für sich beansprucht. Selten zuvor war ein Film über Besessenheit eine derartige Achterbahnfahrt der Gefühle. Überzeugend dargestellt und in sich schlüssig, hebt sich Hereditary mit Bravour aus der Masse auf die Spitzenplätze der Besessenenfilme. [Robert]

2. Tanz der Teufel (1981)

Fünf Freunde brechen für ein Wochenende in eine abgelegene Waldhütte auf. Nachdem die Gruppe das Haus bezieht, machen sie eine ungewöhnliche Entdeckung. Ein altes Buch soll die Freunde mit einer Gefahr konfrontieren, die die Hölle auf Erden loszutreten scheint.

Tanz der Teufel gilt als großer Meilenstein des Genres. Dass Regisseur und Autor Sam Raimi mit seinem Low-Budget-Horrorfilm den Start eines Franchises einleitete, das sich auch 40 Jahre später in riesigem Erfolg sonnen darf, hätte damals wohl kaum einer für möglich gehalten. Und doch liegen die Stärken des berühmten Waldhütten-Horrors auf der Hand. Raimi beweist – trotz niedrigem Budget – dass man mit Liebe zum Detail, viel Ehrgeiz und dem richtigen Setting eine Atmosphäre kreieren kann, die auch nach vier Jahrzehnten so manch höher budgetierten Abklatsch in den Schatten zu stellen weiß.

Überzeugen kann Tanz der Teufel dabei mit seiner detaillierten Maskenarbeit, die die dämonische Besitzübernahme der Protagonisten in brachialer Effektivität erstrahlen lässt. Die dämonische Präsenz wird dabei nicht nur in der besessenen Verkörperung der jeweiligen Charaktere, sondern auch als externes Eigenleben inszeniert, das sich in Raimis virtuosen Kamerafahrten ihren Weg durch die dichten Wälder bahnt. Handgemachte Effekte, die zwar hier und da an ihre Budgetgrenzen stoßen, überzeugen auf ganzer Strecke, lassen die Story in blutigen Ausschweifungen baden und sorgen dafür, dass der Horrorschocker in den folgenden Jahrzehnten als Vorbild für viele weitere Vertreter galt.

Tanz der Teufel ist ebenso effektiv wie schlicht, überzeugt mit visueller Wirkungskraft und konstruiert ein Erlebnis, das auch heute noch eine beachtliche Zielführung vorzuweisen hat. Mit Hauptcharakter Ash Williams wird nicht nur eine Kultfigur des Horrorgenres geboren, The Evil Dead zeichnet sich als Geburtsstunde des Waldhütten-Horrors aus, der eine Konfrontation mit dämonischer Gnadenlosigkeit generiert, die das Blut in den Adern gefrieren lässt. Durch seine intensive Inszenierung der körperlichen Vereinnahmung durch höhere Kräfte, umgarnt in blutiger Schleimigkeit, bildet Raimis Klassiker die Speerspitze filmischer Besessenheit. [Jan]

1. Der Exorzist (1973)

Die 12-jährige Regan MacNeil macht einige dramatische Veränderungen durch, nachdem sie vom Dämon Pazuzu befallen wurde. Als ihre besorgte Mutter sich schließlich an den Jesuitenpater Damien Karras wendet, kämpft dieser gerade mit einer privaten Glaubenskrise. Gemeinsam mit Pater Merrin, der dem Dämon schon einmal begegnet ist, versucht er dennoch sich Pazuzu entgegenzustellen, um Regan zu retten …

Der Exorzist greift ein uraltes Motiv – den Kampf zwischen Gut und Böse auf – und haucht ihm neues Leben ein. Obwohl Dämonen heutzutage längst Einzug in den Horror-Mainstream gefunden haben, war die Thematik der Besessenheit Anfang der 1970er Jahre ein spektakulärer Schocker. Die Publikumsreaktionen reichten von Erbrechen bis hin zu einer angeblichen Fehlgeburt und attestierten dem Film, neue Maßstäbe in Sachen Ekel und Horror gesetzt zu haben. Psychiater vermeldeten in der Folge einen deutlichen Anstieg der Konsultationen, während sich parallel dazu hunderte von Kinogängern in die Obhut von Priestern begaben, da sie nun selbst fürchteten besessen zu sein.

Regisseur William Friedkin gelingt es, das bedrohliche Szenario über den kompletten Film hinweg aufrecht zu erhalten und das Publikum zu schockieren, indem er Körper und Geist eines unschuldigen Mädchens zum Schauplatz des Schreckens macht. Hauptdarstellerin Linda Blair, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten selbst erst zwölf Jahre alt, liefert mit ihrer Transformation vom süßen Mädel zum blasphemischen Dämon eine großartige Performance ab.

Genauso wichtig für die Atmosphäre des Films sind die wegweisenden Spezialeffekte von Dick Smith. Wenn die besessene Regan den Zuschauern Schnappatmung bescherte, weil sie ihren Kopf um 360 Grad dreht, dann war das Smith zu verdanken, der eine detailgetreue Kopie von Blairs Kopf aus Fiberglas anfertigte. Ein ausgeklügeltes System von Schläuchen und eine ordentliche Portion Erbsensuppe wiederum bescherten uns eine der wohl bekanntesten Brech-Szenen der Filmgeschichte. Die Authentizität der Effekte, die extrem gut gealtert sind, trägt auch heute noch entschieden zur bösartigen Grundstimmung des Films bei.

Der Exorzist ist eine hervorragend komponierte Attacke auf die Nerven seiner Zuschauer, die auch mehr als vierzig Jahre später nichts von ihrer Faszinationskraft eingebüßt hat. [Catherin]

 


Das war es auch schon von uns. Welche Horrorfilme über Besessenheit haben euch besonders gut gefallen? Lasst es uns wissen!

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