Platz 54 bis 50 der besten Horrorfilme aller Zeiten!

Besten Horrorfilme

Unsere nächsten fünf Plätze der besten Horrorfilme aller Zeiten zeigen wieder eine bunte Mischung dessen, was das Genre zu bieten hat: Von Zombies über Vampire bis zu ganzen Horden von Monstern. Von Brian de Palma bis zu Roman Polanski: Hier ist Horror zuhause.

Platz 54: Carrie (1976)

Carrie Whites Leben ist wirklich nicht schön: Ihre herrische und religiös fanatische Mutter bestimmt ihr Leben und ihre Mitschüler haben für sie nur Hohn und Spott übrig. Das ändert sich komplett, als das junge Mädchen entdeckt, dass sie über telekinetische Kräfte verfügt. Sie begehrt gegen ihre Mutter und ihre Mitschüler auf – was in einer Katastrophe endet.

Brian de Palmas Horrorfilm Carrie nach einer Romanvorlage von Stephen King besticht in erster Linie durch hervorragendes Schauspiel und besondere Optik.
Schauspielerisch brillieren vor allem Sissy Spacek (The Ring 2), Piper Laurie (Twin Peaks), Nancy Allen (Poltergeist III) und John Travolta (Pulp Fiction). Die ausgefeilte und an Psycho erinnernde Filmmusik trug Pino Donaggio bei, der schon Wenn die Gondeln Trauer tragen veredeln durfte. Aber besonders bleibt der Film durch die spezielle Kameraarbeit in Erinnerung: Der Anfang ist träumerisch mit Weichzeichner gefilmt, die Farben leuchten satt und immer wieder bedient sich der Regisseur hitchcockesken Kameratricks. Als Beispiel seien hier ruckartige Zooms, Sternfilter und Splitscreen-Aufnahmen genannt.

Carrie ist als Horrorfilm weniger gruselig, dafür aber umso tragischer, zum Ende hin regelrecht brachial und thematisiert überaus geschickt jugendliche, insbesondere weibliche Ängste. Zudem bietet der Film eine der besten Schlussszenen überhaupt. Durch seine Zeitlosigkeit und seine perfekte Ausführung ist Carrie auch heute noch ein Publikumsliebling. [Andreas]

Platz 53: Rosemaries Baby (1968)

Das kinderlose Ehepaar Rosemarie und Guy zieht in eine große Appartement-Wohnung im Herzen von New York. Kurz nach dem Umzug läuft für die beiden auch alles super: Guy, seines Zeichens Schauspieler, bekommt durch Zufall eine karrierefördernde Rolle, das alte, schrullige Nachbarspärchen ist überaus freundlich und hilfsbereit und auch der lang gehegte Kinderwunsch kann endlich erfüllt werden – Rosemarie wird schwanger. Doch mit Beginn der Schwangerschaft häufen sich merkwürdige Ereignisse und schon bald verfällt Rosemarie in einen gefährlichen Zustand aus naiver Ohnmacht und unheilschwangerer Paranoia…

Roman Polanskis Rosemaries Baby gehört zu Recht zu den großen Klassikern des Horrorfilms. Mit einem ungewöhnlich langsamen Tempo zeichnet er das Bild von einer Außenwelt, in der sich undurchsichtige und unheilvolle Mysterien häufen und die ganz langsam in den sicher geglaubten Alltag der Protagonistin einbrechen. Während Rosemarie selbst im Laufe der Handlung immer mehr von bösen Vorahnungen geplagt wird, ist es die Angst vor dem Ungewissen, die sich wie ein Schleier über die Zuschauer legt und ganz langsam aber sicher die Luft abschnürt. Gehört das aufdringliche Nachbarspärchen etwa einer okkulten Verschwörung an, die es auf Rosemarie und ihr Baby abgesehen hat? Ist vielleicht sogar ihr Ehemann Guy mit in den vermeintlichen Komplott verwickelt oder bildet sich Rosemarie all dies nur ein?

Wie auch in den anderen beiden Filmen von Polanskis Mieter-Trilogie, Ekel und Der Mieter, mutiert die eigentlich so vertraute Umwelt der Hauptfigur zu einem bedrohlichen Fremdkörper, der sich in den Alltag, in den Kopf der Figur einnistet und die Grenze zwischen Realität und Wahn aufbricht. Das subjektive Erleben dieser Veränderung schafft eine beklemmende Spannung und Angst vor dem Ungewissen, dem Verborgenen, der man sich auch heute noch kaum entziehen kann. Durch das geschickte Legen von (falschen) Fährten, die sich erst mit Wissen um den Ausgang der Geschichte offenbaren, hat Rosemaries Baby darüber hinaus auch einen enormen Wiederschauwert und gilt zu Recht als zeitloser Klassiker des Horrorkinos. [Robert]

Platz 52: The Cabin in the Woods (2011)

The Cabin in the Woods steht ganz in der Tradition des Meta-Horrors eines New Nightmare oder der Scream-Reihe. Dem Werk von Joss Whedon (Buffy – Im Bann der Dämonen) und Drew Goddard (Cloverfield) geht es dementsprechend nicht nur darum sein Publikum in Angst und Schrecken zu versetzen, sondern auch über das Genre selbst zu reflektieren.

Dafür schicken die Macher fünf Jugendliche auf einen Wochenendtrip in eine rustikale, abgelegene Hütte – in der es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Auf dem Weg dorthin kommen sie natürlich auch an einer heruntergekommen Tankstelle inklusive zwielichtigem Redneck-Tankwart vorbei. In der Hütte angekommen geben sich die Freunde den Genüssen des Lebens hin, die jedoch schon bald durch seltsame Vorkommnisse gestört werden. Denn was die Fünf nicht wissen: Die Hütte wird vom US-Zweig einer internationalen Organisation überwacht, die ihre ganz eigenen Pläne mit den Jugendlichen hat.

The Cabin in the Woods ist Hommage und Kritik zugleich. Hommage an die großen Klassiker wie Sam Raimis Tanz der Teufel oder Clive Barkers Hellraiser, denen er eine wahre Fülle an Zitate widmet und die zum fröhlichen Ostereiersuchen einladen, zugleich aber auch eine Kritik an den unzählbaren uninspirierten Epigonen, die seitdem die Bildschirme Jahr für Jahr heimsuchen und erstaunlicherweise dennoch immer wieder ihr Publikum finden.
Der Film entwickelt dabei seine eigene Theorie warum wir uns immer wieder Horrorfilme mit austauschbaren Charakteren, einer formelhaften Story und dem alleinigen Fokus auf der Zerstörung von Jugendlichen ansehen – die ich aus Spoiler-Gründen jedoch nicht weiter ausführen werde.

In seiner Reflexion über das Genre wird The Cabin in the Woods zwar nie wirklich gruselig, ist aber überaus rasant und spannend erzählt, und sorgt gerade durch das Jonglieren mit Verweisen und Genre-Konventionen dafür, dass zu keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Zudem ist der Film von einem makabren Humor durchgezogen, besitzt einen sympathischen Cast sowie eine gute Portion Splatter.
So ist die Hütte im Wald eine überaus gelungene Liebeserklärung an die rund letzten 40 Jahre Horrorfilm und darüber hinaus ein cleveres Plädoyer für mehr Vielfalt im Genre – was schlussendlich in unseren göttlichen Händen liegt. [Florian]

Platz 51: Über dem Jenseits (1981)

Als die junge Lisa ein altes Hotel erbt, ahnt sie nicht, auf was sie sich einlässt. Beim Versuch es wiederzueröffnen, kommt es zu tragischen Todesfällen. Es offenbart sich etwas Grauenvolles: Die Todesfälle scheinen kein Zufall zu sein. Das Hotel ist auf einem Tor zur Hölle erbaut, das den Toten den Weg zur Erde ermöglichen soll.

Mit Über dem Jenseits schuf der italienische Kult-Regisseur Lucio Fulci nicht nur eine Inkarnation alptraumhafter Irrationalität, sondern das vermutlich beste Werk seiner Laufbahn. Der Film begreift sich nicht als strukturiertes Erzählkino, sondern als Schreckensvision, die den Zuschauer in einen Bann aus Surrealität und Gewalt zieht.

Farben, Bilder, Kameraperspektiven – Fulci stellt in Über dem Jenseits seine meisterhaften inszenatorischen Fähigkeiten abermals unter Beweis und kreiert eine Erfahrung, die den Zuschauer auf emotionaler Ebene einfängt und intensiven, furchteinflößenden Phantasmen aussetzt. [Jan]

Platz 50: So finster die Nacht (2008)

Der 12-jährige Außenseiter Oscar lebt mit seiner Mutter in einem Stockholmer Vorort. Als er auf einem Spielplatz die gleichaltrige Eli kennenlernt, die gerade mit ihrem Vater in der Nachbarschaft eingezogen ist, scheint er mit seinem Frust nicht mehr alleine zu sein. Doch etwas Geheimnisvolles umgibt seine neue Freundin…

Mit So finster die Nacht schuf der schwedische Regisseur Tomas Alfredson einen Vampirfilm, der seine Effektivität vor allem seiner grandiosen Bildsprache verdankt. Eine unaufgeregte Erzählweise, sparsam eingesetzte Effekte und viel Platz für Interpretationen – So finster die Nacht befreit den Vampir aus seiner Spinnweben übersäten Gruft und katapultiert ihn in das schneebedeckte Stockholm. Alfredson vermischt Horrorfilm und Liebes-Drama, erschafft etwas Eigenständiges und bannt die Romanvorlage von John Ajvide Lindqvist, der gleichzeitig auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, in melancholischer Schönheit auf die Leinwand. So finster die Nacht ist kreativ, atmosphärisch und nahezu unvergleichlich. [Jan]


Was sagt ihr zu unseren Plätzen 54 bis 50? Habt ihr alle Plätze schon gesehen? Ganz nach eurem Geschmack oder fragt ihr euch, was uns bloß geritten hat? Lasst es uns wissen!

Am 14. März erscheinen die Plätze 49 bis 45. Ihr dürft gespannt sein!

Hier geht es zum Überblick über die gesamte bisher veröffentlichte Liste.

DarkForest

2 Kommentare

  • Avatar

    Ich weiß zwar nicht, was noch kommt, aber zumindest ist kein Fall dabei, bei dem ich sagen würde, dass es sich um einen schwachen Film handelt.

    • Florian Halbeisen
      Florian Halbeisen

      Wir hoffen, dass sich die Qualität bei den nächsten Plätzen noch steigert 🙂
      Aber cool, dass du bisher mit der Auswahl was anfangen kannst, wir haben versucht ein möglichst vielfältiges Bild des Genres zu zeigen.

...und was meinst du?