Carrie (1976) – Review

Stephen Kings erster Erfolgsroman inszeniert vom recht jungen Brian De Palma. Was kann der Film nach fast 40 Jahren dem Horrorfan noch bieten?

Originaltitel:
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Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Vorlage:

Carrie
USA
98 Minuten
Brian De Palma
Lawrence D. Cohen
„Carrie“ von Stephen King (Roman)

Der Film

Carrie ist der zweite Roman von Stephen King – der schlug ein wie eine Bombe und hievte King in die höheren Sphären der Literatur. Der damals noch junge Regisseur Brian De Palma (Scarface, Mission Impossible) durfte den Roman 1976 verfilmen – und damit die erste King-Verfilmung kreieren. Für die Hauptrollen konnte man Sissy Spacek und Piper Laurie gewinnen.

Die Highschool-Schülerin Carrie White hat es nicht einfach: von ihren Mitschülern wird sie höchst drastisch gemobbt und ihre Mutter befindet sich in einem permanenten religiösen Wahn. Als das Mädchen entdeckt, dass sie telekinetische Kräfte hat, beginnt sie ihr Leben umzukrempeln – sie lehnt sich gegen die übermächtige Mutter auf und verabredet sich mit einem Jungen zum Schulball. Doch Jahre der Demütigung kann man nicht einfach so abschütteln und es bahnt sich eine Katastrophe an…

Die Stärken

Brian de Palma brachte in die Verfilmung des Romans seine gewaltige Bildsprache – immer beeinflusst von Alfred Hitchcock – mit ein: der leicht softpornöse, in Slo-Mo gehaltene Anfang in der Mädchenumkleide wird jäh unterbrochen von der einsetzenden ersten Periode Carries und hässlichem Mobbing der Klassenkameraden mit harten Schnitten, um die Kreischigkeit der Szene zu unterstreichen, immer wieder wird mit Splitscreen gearbeitet – Richard Fleischer lässt grüßen, und das Licht ist schön gesetzt. All das lässt den Film zu einem optischen Genuss werden. Die Musik hätte ein Bernhard Hermann auch nicht besser hinbekommen und die Geschichte ist gradlinig ohne unnötiges Füllmaterial erzählt. Vielmehr schwankt der Film zwischen quirligen Highschoolalltag, auch gerne mal mit der einen oder anderen lustigen Szene, und der privaten Hölle des Lebens von Carrie White. Die Schauspieler sind erstklassig besetzt – besonders Piper Laurie als wahnhaft-verblendete Mutter bleibt noch lange in Erinnerung. Die Klimax des Films, die Ballsaalszene, ist atemberaubend alptraumhaft in Szene gesetzt und konnte in dieser Intensität von keinem Remake erreicht werden.

Die Schwächen

Keine – ein absoluter Horrorklassiker!

Das Fazit

Die sehr starke Romanverfilmung ist auch heute noch absolut empfehlenswert, ihr konnten auch einige Neuverfilmungen (unnötig z.B. die 2013er Verfilmung von Kimberly Peirce mit Chloë Moretz und Julianne Moore) nichts anhaben. Die Optik ist toll, die Schauspieler sind toll, die Geschichte ist sowieso toll und der letzte Schock im Film sitzt wie eine Eins!

 

Bewertung

SpannungRating5_5
AtmosphäreRating5_5

Gewalt rating3_5
Ekel rating1_5
Story Rating5_5

Bildquelle: Carrie © MGM

Andreas

Seit 40 Jahren erlebe ich den Horror dieser Welt. Kein Wunder, dass sich das auch auf meinen Filmgeschmack niederschlägt. Um das Klischee zu vervollständigen: ich mag Metal 🙂
Andreas

...und was meinst du?