Platz 94 bis 90 der besten Horrorfilme aller Zeiten!

Besten Horrorfilme

Unsere nächsten fünf Plätze der besten Horrorfilme aller Zeiten zeigen wieder eine bunte Mischung dessen, was das Genre zu bieten hat: von Hexen über Vampire bis zum Tod selbst. Von düsterem Fantasy bis zu surrealem Okkult-Horror: Hier ist Horror zuhause.

Platz 94: From Dusk Till Dawn (1996)

From Dusk Till Dawn ist der vierte Spielfilm des US-amerikanischen Regisseurs Robert Rodriguez, der den meisten als Schöpfer von Streifen wie Sin CityPlanet Terror oder Machete ein Begriff sein dürfte. Das Drehbuch stammt von niemand Geringerem als Quentin Tarantino, der neben George Clooney auch eine der beiden Hauptrollen besetzt. Rodriguez‘ und Tarantinos zweite Zusammenarbeit ist ein wilder und höchst unterhaltsamer Mix verschiedenster Genres, der in Sachen Action und Coolness seinen neueren Filmen in nichts nachsteht.

Die beiden Brüder Seth und Richard Gecko sind auf der Flucht vor der Polizei, nachdem sie erst aus dem Gefängnis ausgebrochen sind und anschließend noch eine Bank ausgeraubt haben. Nach anfänglichen Komplikationen nehmen sie einen Vater und seine beiden Töchter als Geiseln und machen sich auf den Weg zur mexikanischen Grenze, wo sie schon bald bei einer abgebrühten Rockerkneipe aufschlagen…

Was anfangs noch als Gangsterfilm beginnt, entwickelt sich schnell zu einem rasanten Road-Movie, um letztendlich in einem fulminanten Splatter-Spektakel zu münden. Die Genre-Grenzen in From Dusk Till Dawn sind dementsprechend fließend; Rodriguez schafft es allerdings, die spannende Geschichte mit einer gehörigen Portion Coolness und Gewalt zu jedem Zeitpunkt mit reibungslosen Übergängen zu inszenieren. Nichtsdestotrotz kommt in From Dusk Till Dawn auch der Horror nicht zu kurz, wenn Richard Gecko seine bestialischen Mordphantasien an einer früheren Geisel auslebt oder die steigende Anspannung und Bedrohung in der Kneipe im letzten Drittel die Luft zum Atmen abschnürt, bevor sich die Situation in einer blutigen Gewalteruption entlädt. Eine der größten Stärken ist daneben auch die sich entwickelnde Gruppendynamik zwischen der Familie und den beiden Brüdern. Anfangs noch feindlich gesinnt, müssen beide Parteien schon bald zusammenarbeiten, wenn die Besucher der Kneipe ihr wahres Gesicht zeigen und ein Kampf ums nackte Überleben beginnt.

From Dusk Till Dawn ist ein überaus kurzweiliger, blutiger und sehr schwarzhumoriger Film. Der Unterhaltungswert der Story ist enorm und auch hier finden sich allerhand Anspielungen auf vorherige Werke von Rodriguez und Tarantino, die beim Entdecken den Spaßfaktor noch erhöhen. Durch den gelungenen Genre-Mix dürften fast alle Zuschauer auf ihre Kosten kommen – spätestens aber der blutige Showdown mit seinen Slapstick-Anleihen und Salma Hayeks legendärem Schlangentanz sollte auch den letzten Zuschauern den Kopf verdrehen. [Robert]

Platz 93: Final Destination (2000)

Alex und seine Schulkameraden sind unterwegs zur Abschlussfahrt nach Paris und sitzen bereits im Flieger, als Alex plötzlich eine Vision hat, in der er sieht, wie das Flugzeug nach dem Start explodiert und alle Passagiere in den Tod reißt. In Panik verlässt er das Flugzeug, einige Klassenkameraden mit ihm. Als der Flug ohne sie startet, tritt Alex‘ Horrorvision ein. Die Überlebenden sind dem Tod jedoch nur augenscheinlich entkommen, denn der beginnt nun Jagd auf die Überlebenden zu machen: Nach und nach kommen sie durch mysteriöse Unfälle zu Tode. Alex gerät derweil ins Visier der Polizei.

Ursprünglich als Akte-X-Folge geschrieben, wurde die Story dann doch für die Leinwand adaptiert und trat damit im Jahre 2000 ein ganzes Franchise los, das bis heute vier Fortsetzungen nach sich gezogen hat. Während die Sequels über weite Strecken durch das Zeigen immer bizarrerer Todesszenarien hauptsächlich die Schaulust des Zuschauers zu befriedigen suchen, geht es im ersten Teil noch wirklich um Suspense, Grusel und Atmosphäre. Den Tod als Killer in einem Slasherfilm einzusetzen – als transzendentale Bedrohung ohne physisches Medium – entpuppt sich als innovativer Geniestreich. Ein effektiver Spannungsbogen, ein Krimi-Sideplot und zum Teil sehr garstige und überraschende Todesszenen halten den Unterhaltungswert konsequent hoch und machten Final Destination schnell und verdient zum modernen Genreklassiker. [Cornelius]

Platz 92: Pans Labyrinth (2006)

Nachdem Guillermo del Toro zunächst mit dem Horrorgenre groß geworden ist (The Devil’s Backbone, Mimic), schreckt er inzwischen auch vor ausgewachsenen Fantasy-Blockbustern (Hellboy, Pacific Rim) nicht zurück. Genau dazwischen findet sich Pans Labyrinth. Ein Fantasy-Horrorfilm vor der Kulisse des spanischen Bürgerkrieges, ein Meisterwerk von einzigartiger Schönheit und erbarmungsloser Härte.

Im Jahr 1944 reisen Ofelia und ihre schwangere Mutter zu deren Mann in die spanischen Berge. Der ungnädige Hauptmann Vidal macht dort mit seinen Männern Jagd auf Partisanen. Während Ofelia versucht, sich im Kriegsgeschehen zu Recht zu finden, erscheint ihr eine Fee. Diese führt sie zu dem Fabelwesen Pan, das in ihr eine verschwundene Prinzessin wiederzuerkennen glaubt. Ehe sie aber zu ihren wahren Eltern heimkehren darf, soll sie sich erst durch das Bestehen dreier Prüfungen beweisen. Bald muss sie sich neben den realen auch mit fantastischen Monstern auseinandersetzen.

Pans Labyrinth hinterlässt durch sein ungewöhnliches Setting einen starken und einzigartigen Eindruck. Die Härte, in der das Kriegsgeschehen und die Erbarmungslosigkeit des Hauptmann Vidals dargestellt werden, verleiht der ganzen Geschichte auch abseits vom fantastischen Horror eine beklemmende Atmosphäre. Nebenbei stellt Darsteller Sergi López mit Vidal einen der unangenehmsten und scheußlichsten Bösewichte überhaupt dar, gegen ihn sehen die Bedrohungen aus der Fabelwelt fast harmlos aus, wenngleich auch hier nicht vor verstörender Härte zurückgeschreckt wird. Die Sequenzen bewegen sich stets zwischen Traum und Albtraum und sind durch eine gleichermaßen schöne wie unheimliche Surrealität geprägt. Trotz einiger Verweise in bestimmte Interpretationsrichtungen gelingt es damit, die Grenze zwischen Realität und Realitätsflucht eines mit der Realität überforderten Mädchens immer weiter verschwimmen zu lassen. Pans Labyrinth ist ein betörend verstörendes Horrormärchen – spannend, toll inszeniert, abgrundtief düster und doch wunderschön. [Cornelius]

Platz 91: The Autopsy of Jane Doe (2016)

Leichenbeschauer Tilden und sein Sohn Austin sind eigentlich schon im Feierabend, als der Sheriff ihnen eilig aufträgt, bis zum nächsten Morgen die Todesursache einer jungen Frau zu klären. Gefunden wurde die Leiche am Tatort eines Mehrfachmordes, doch an ihrem Körper sind keine äußeren Spuren von Gewalteinwirkung zu sehen. Als Tilden und Austin die Untersuchung beginnen, ereignen sich plötzlich mysteriöse Geschehnisse in der Leichenhalle. Je weiter die Autopsie fortschreitet, desto heftiger werden die Anschläge einer scheinbar übernatürlichen Macht.

André Øvredals The Autopsy of Jane Doe ist ein überaus beklemmender und intensiver Horrortrip, der gleich auf mehreren Ebenen überzeugen kann. Die Atmosphäre im klaustrophobischen Leichenschauhaus ist unglaublich dicht und die Leistung von Darstellerin Olwen Catherine Kelly, welche die Jane Doe verkörpert, beeindruckend. Verstärkt durch eine geniale Ausleuchtung umgibt den toten Körper eine mysteriöse Aura. Vergeblich wünscht man sich eine Reaktion des Leichnams, doch alles was dem Zuschauer entgegenblickt sind die starren Augen der Toten.
Der Film punktet darüber hinaus mit einer cleveren Kamera, die sich auch in ungewöhnliche Winkel begibt und viel mit dem Hintergrund spielt. Einmal steht eine Gestalt hinter einem Fenster oder man erkennt eine schemenhafte, albtraumartige Kreatur im dunklen Winkel einer Tür.

The Autopsy of Jane Doe gleicht einem Sog, der den Zuschauer bis zum Ende nicht loslässt. Øvredals Werk erzeugt in seinen sterilen Räumen eine wahnsinnige Atmosphäre, die sich bedrückend auf den Zuschauer legt und den Film deswegen zu einem Horrortrip macht, dem sich jeder Genre-Fan einmal ausgesetzt haben sollte. [Mathias]

Platz 90: The Lords of Salem (2012)

Rob Zombies Regiedebüt Haus der 1000 Leichen war ein dreckiger kleiner Sprößling der Terrorfilme der 70er Jahre. Zombie führte diesen Stil in The Devil’s Rejects fort und auch sein Halloween-Remake bekam einen Trailer-Trash-Anstrich. Von Fans schon lieb gewonnen, schlug der Regisseur mit Halloween II jedoch einen völlig neuen Kurs ein, den er in The Lords of Salem noch einmal verstärkte: Das räudige Terrorkino wich einem surrealen Fiebertraum.

Rob Zombies sechste Regiearbeit führt uns ins titelgebende Salem, Massachusetts, wo es die Radio-Moderatorin Heidi Hawthorne (Sheri Moon Zombie) mit einem alten Hexencoven zu tun bekommt. Im ausgehenden 17. Jahrhundert wurde während der berüchtigten Hexenverfolgungen in Salem eine Gruppe von Hexen zum Tode verurteilt und beim lebendigen Leibe verbrannt. Gut 300 Jahre später erhält Heidi eine mysteriöse Holzbox mit einer Schallplatte der Band „The Lords“. Das Abspielen der Platte führt bei Heidi zu seltsamen, grauenhaften Visionen. Einige Tage später kündigt die Band auch noch einen Live-Auftritt in der Stadt an. Inwiefern „The Lords“ etwas mit Heidis Visionen und dem uralten Coven zu tun haben, wird sie bald herausfinden.

Lords of Salem beginnt wie ein konventioneller Okkult-Geister-Horror, der insbesondere von Roman Polanskis Rosemaries Baby und dem Italo-Horror der 60er und 70er inspiriert wurde. Rob Zombie spielt hier geschickt mit altbekannten Horror-Tropen – mit einem wundervollen Setdesign (diese Tapete!), einem hypnotischen-verstörenden Score und der wohl besten Leistung in Sheri Moons Schauspielkarriere holt er aus seiner altbackenen Story das Maximum raus. Was Lords of Salem jedoch zu einem wirklich herausragenden Film macht, ist der zunehmende surreale Strudel, der am Ende jegliche Konvention verschlingt und uns in einem morbiden, verworrenen Bilderrausch zurücklässt.

Lords of Salem ist optisch eine absolute Wucht und auf dieser Ebene der bisherige Höhepunkt von Zombies Schaffen, aber auch abgesehen davon erwartet euch ein wundervoll abgedrehter Okkultstreifen, der direkt in der Hölle endet. [Florian]


Was sagt ihr zu unseren Plätzen 94 bis 90? Habt ihr alle Plätze schon gesehen? Ganz nach eurem Geschmack oder fragt ihr euch, was uns bloß geritten hat? Lasst es uns wissen!

Am 23. November erscheinen die Plätze 89 bis 85. Ihr dürft gespannt sein!

Hier geht es zum Überblick über die gesamte bisher veröffentlichte Liste.

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwinkelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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