Ma (2019) – Review

Ma

In Ma scheint ein Traum für eine Gruppe von Jugendlichen wahr zu werden, als sie die junggebliebene Sue Ann kennen lernen: Die Frau ist nicht nur überaus sympathisch, sie kauft auch gleich den Alkohol für die noch minderjährigen Freunde und lässt sie in ihrem Haus wilde Partys feiern. Zu schön um wahr zu sein? Ob sie es wirklich so gut mit den Kids meint, erfahrt ihr hier.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:
VÖ:

Ma
USA/Japan
99 Minuten
Tate Taylor
Scotty Landes
Octavia Spencer, Diana Silvers, Juliette Lewis u.a.
Ab 10.10.2019 im Handel

Inhalt

Als Kind stets gehänselt und auch als Erwachsene eher links liegen gelassen, dürstet es Sue Ann (Octavia Spencer, Shape of Water) nach Rache an der Gesellschaft. Da kommen ihr ein paar partyhungrige Teenager und die neu zugezogene Maggie (Diana Silvers, Glass) grade richtig. Sie freundet sich mit den jungen Leuten an, besorgt ihnen Alkohol und lässt sie in ihrem Keller feiern, möchte ab sofort jedoch Ma genannt werden. Doch die Partylaune vergeht den Teenagern, als Sue Ann beginnt sich immer merkwürdiger zu verhalten. Das Fass droht überzulaufen, als eines Tages plötzlich der Vater (Luke Evans, No One Lives) eines Jugendlichen auftaucht und sie wegen ihres Umgangs mit den Teenagern zur Rede stellt. Sue Ann sieht darauf hin rot und zeigt ihr wahres Gesicht.

Kritik

Tate Taylor konnte bereits 2016 mit Girl on the Train beweisen, dass er sich mit Thrillern auskennt und legt nun mit Ma nach. Wie schon im Vorgänger herrscht auch hier eine kaum greifbare, gleichwohl bedrohliche Stimmung, die für akutes Unwohlsein sorgt. Der Zuschauer spürt ganz genau, dass jeden Moment etwas passieren könnte, er weiß aber nur nicht was.

Der Film fokussiert sich dabei sehr auf seine Hauptfigur, wodurch die anderen Charaktere leider etwas untergehen. Eine stärkere Ausgestaltung der Nebenfiguren hätte jedoch die nötige emotionale Fallhöhe geschaffen, um mit den Jugendlichen mitfiebern zu können – so ist einem das Schicksal der Teenies weitestgehend egal. Erschwerend kommt hinzu, dass Ma sehr vorhersehbar ist und wer schon ein paar Filme dieser Art gesehen hat, wird schnell erahnen, wie es ausgehen wird. Etwas mehr Kreativität und Mut, den Zuschauer zu überraschen, wären hier durchaus angebracht gewesen und hätten dem Film die nötige Frische verliehen.

Ma

Ma kann sich allein durch seine Hauptdarstellerin Octavia Spencer vom Einheitsbrei abheben. Schon in Girl on the Train hatte Taylor sich auf eine sehr gut gecastete Hauptdarstellerin verlassen, die den Film mühelos tragen konnte und auch Spencer spielt die Figur der Sue Ann so facettenreich und clever, dass man ihr die gefährliche Psychopathin stets abnimmt. Sobald sie den Raum betritt, wird dieser von ihrer unheilvollen Aura erfüllt. Sie schafft es, von einem Augenblick auf den nächsten, ihre Mimik soweit zu verändern, dass es einen schaudert und man sich unwillkürlich an Kathy Bates‘ Rolle in Misery erinnert fühlt.
Mit dieser starken Präsenz kann der restliche Cast leider nicht mithalten. Während Juliette Lewis (From Dusk Till Dawn) und Luke Evans noch mit einer soliden Performance aufwarten können, ist die restliche Besetzung leider austauschbar.

Spencers überragendes Schauspiel kommt durch das gewählte Setting besonders gut zur Geltung. Durch die an Werke von Stephen King erinnernde Kleinstadt entsteht ein gewisses Vorstadt-Flair, in dem Fans von Es oder Friedhof der Kuscheltiere sich sofort heimisch fühlen werden. Dieses Gefühl,  nie genau zu wissen, was die Nachbarn treiben – und doch zu ahnen, dass sie etwas verbergen –  erzeugt eine ungemütliche Stimmung, die sich durch den gesamten Film zieht und später durch ein ebenso spannendes wie konsequentes Ende auf ihren Höhepunkt getrieben wird.

Ma

Fazit

Thriller-Freunde dürfen bedenkenlos einen Blick riskieren. Ma ist kurzweilig, punktet mit einer starken Hauptdarstellerin und weiß die 100 Minuten Laufzeit mit Spannung zu füllen. Genau das Richtige für einen gemütlichen und unterhaltsamen Filmabend mit Freunden.

 

Bewertung

GrauenRating: 2 von 5
SpannungRating: 4 von 5
Härte Rating: 3 von 5
Unterhaltung Rating: 4 von 5
Anspruch Rating: 2 von 5
GesamtwertungRating: 3 von 5

Ab 10.10.2019 im Handel:

MaMa

Bildquelle: Ma © Universal Pictures

Mathias

Horrorfilme… sind für mich ein Ventil. Ich schaue Horrorfilme, um mich kurz in eine andere Welt zu flüchten. Ich kann mich sehr gut in Situationen hinein versetzen. Deshalb stehen bei mir Geschichte, Atmosphäre und Charaktere im Vordergrund. Mit Jumpscares kann ich meistens nichts anfangen. Meine Favoriten kommen meist aus den 70ern oder 80ern. Natürlich ist es auch möglich über Subgenres Grenzen abzuchecken. Genau diese Vielfalt ist es, was ich am Horror mag. Es gibt nichts, was es nicht gibt.
Mathias

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