Office Uprising (2018) – Review

Office Uprising

Büro-Massaker sind gerade in Mode. Nach The Belko Experiment und Mayhem darf nun in Office Uprising dem tristen Büroalltag gewaltvoll getrotzt werden.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:
VÖ:

Office Uprising
USA
92 Minuten
Lin Oeding
Ian Shorr, Peter Gamble Robinson
Brenton Thwaites, Jane Levy, Karan Soni u.a.
Ab 12.04.2019 im Handel

Satirisches Bürogemetzel scheint gerade en vogue zu sein. Sei es in Greg McLeans und James Gunns The Belko Experiment oder Joe Lynchs Mayhem. Beide Filme können mit einem hohen Gewaltgrad, literweise Blut, einer kleinen Portion Satire und vor allem ganz viel Spaß glänzen. Insbesondere der leichtfüßige Mayhem mit Steven Yeun (The Walking Dead) und Samara Weaving (Ash vs. The Evil Dead) in den Hauptrollen hat mich prächtig unterhalten. Mit Office Uprising nimmt sich nun Lin Oeding, der sich bisher hauptsächlich als Stunt-Koordinator (The Equalizer) einen Namen gemacht hat, dem grausamen Büroalltag an.

Wir folgen dem Kiffer Desmond (Brenton Thwaites, Netflix-Serie Titans) durch seinen Büroalltag als Buchhalter in einem großen Rüstungskonzern. Seine Zeit verbringt er allerdings vorrangig damit, ein Videospiel zu programmieren, seine Sandkistenliebe und Arbeitskollegin Samantha (Jane Levy, Evil Dead) anzuschmachten und mit seinen zwei Arbeitskollegen Mourad (Karan Soni, Deadpool) und Lentworth Blödsinn zu treiben. Mit schicken Einblendungen à la Zombieland erklärt uns Desmond, wie man den Gefahren des Büroalltags geschickt entgehen kann, indem man zum Beispiel mittels Klemmbrett immer beschäftigt aussieht oder aber seine KollegInnen mit vermeintlichen Fachbegriffen verwirrt.
Desmonds gechillter Büroalltag wird jäh gestört, als sich aufgrund eines für Soldaten entwickelten Getränks fast die gesamte Belegschaft in tollwütige Berserker verwandelt. Ein Kampf ums Überleben hat begonnen…

Oeding schlägt einen gänzlich anderen Ton an als der düstere Action-Thriller The Belko Experiment und Mayhem mit seinem splatterfreudigen Wahnsinn. Office Uprising startet schon als leichtfüßiger Kiffer-Klamauk und lässt sich hier eher ähnlichen Stoner-Horror-Komödien wie Die Killerhand vergleichen. Leider entwächst der Film nie seinem klamaukigen Beginn. Während die anderen Filme mit der Zeit an Fahrt aufnehmen, dümpelt Office Uprising bis zum bitteren Ende dahin.

Dabei spielt es gar keine große Rolle, dass die Holzhammerkritik am effizienzorientierten Büroalltag und an Rüstungskonzernen nicht sonderlich überlegt ist und auch die Story überhaupt keine Überraschungen bereithält. Office Uprising versucht glücklicherweise nie mehr zu sein als eine kurzweilige Horrorkomödie, die sich weniger vor ihren großen Vorbildern verneigt, als sie einfach zu kopieren. Das alles wäre kein Problem, wenn der Film denn wenigstens kurzweilig wäre. Denn selbst in die überschaubaren anderthalb Stunden haben sich so einige Längen eingeschlichen. Dies liegt in erster Linie daran, dass Oeding so gar nichts mit der Prämisse anzufangen weiß, was insbesondere beim Gedanken an seine bisherige Tätigkeit als Stuntkoordinator enttäuscht. Der überwiegende Teil der Action besteht nicht etwa aus schön choreographierten Kämpfen, sondern aus Leuten, die in Massen über den Haufen geschossen werden – begleitet von unfassbar schlechten CGI-Effekten. Allgemein verzichtet Office Uprising fast gänzlich auf handgemachte Effekte und lässt das computergenerierte Blut in all seiner Künstlichkeit spritzen. Dadurch sind die Action-Sequenzen nicht nur in etwa so spannend wie das Zählen von Grashalmen, sondern sehen dazu auch noch grausam aus.

Office Uprising

Auch die Charaktere sind nicht wesentlich mehr als Abziehbilder, aus denen die Besetzung jedoch noch einiges rausholen kann. Insbesondere Jane Levy macht einen wirklich guten Job, sodass ich der Truppe zumindest keinen allzu frühen Filmtod wünsche. Bei der lieblos reingepanschten Liebesgeschichte, die natürlich im Finale ihren klischeehaften Höhepunkt findet, wünsche ich mich dann aber doch wieder zu den zombiehaften Arbeitskollegen zurück.

Fazit

Office Uprising ist eine uninspirierte und lieblos zusammengeklaute Horror-Komödie, die komplett ideenlos durch die nicht vorhandene Story stolpert. Die Holzhammer-Satire ist vollkommen zahnlos und die Actionszenen sind überaus peinlich. Allein der gut aufgelegte Cast kann den Film vor einem Totalausfall retten.

 

Bewertung

SpannungRating: 1 von 5
AtmosphäreRating: 0 von 5
Gewalt Rating: 1 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 1 von 5

Ab 12.04.2019 im Handel. Bei Amazon bestellen:

Office UprisingOffice Uprising

Bildquelle: Office Uprising © Universum Film GmbH

Florian Halbeisen

Horrorfilme sind für mich ein Tor zu den unheimlichen, verstaubten Dachböden und finsteren, schmutzigen Kellern der menschlichen Seele. Hier trifft man alles von der Gesellschaft abgeschobene, unerwünschte, geächtete, begrabene: Tod, Schmerz, Angst, Verlust, Gewalt, Fetische, Obsession. Es ist eine Entdeckungsreise auf die "Schutthalde der Zivilisation".
Auf diese Reise würde ich euch gerne mitnehmen.
Florian Halbeisen

...und was meinst du?