Chucky – Die Mörderpuppe (1988) – Review

Child's Play

„I’m your friend till the end!“, sagt die freundlich dreinblickende Puppe. Dass das Ende viel näher ist als gedacht, behält sie natürlich für sich…

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Child’s Play
USA
87 Minuten
Tom Holland
Don Mancini, John Lafia, Tom Holland
Catherine Hicks, Chris Sarandon, Alex Vincent u.a.

Inhalt

Die Welt des 6-jährigen Andy dreht sich um seine alleinerziehende Mutter und „The Good Guys“, dem aktuellen Spielzeug-Hit bei Kindern. Andy ist ein fröhliches Kind, das es sogar ohne zu murren erträgt, den eigenen Geburtstag lediglich mit seiner Babysitterin zu verbringen. Immer an seiner Seite ist sein neuer bester Freund Chucky, eine fast lebensgroße „The Good Guy“-Puppe und die Verkörperung der heilen Fernseh-Welt. Doch diese Puppe wird ihm noch einige Schwierigkeiten bereiten, denn in ihr steckt der Geist von Charles Lee Ray. Dieser fand bei seinem letzten Raubzug ein unglückliches Ende in einem Spielzeugladen und entkam dem drohenden Tod nur knapp, indem er seine Seele mittels Voodoo-Ritual auf die nächstbeste Figur übertrug. Im Körper einer Kinderpuppe beginnt er sich an jenen zu rächen, die für seinen Tod verantwortlich sind. Doch je mehr Zeit seine Seele in der Puppe verbringt, umso mehr nimmt diese menschliche Züge an und ihm droht, auf ewig in dieser Daseinsform gefangen zu bleiben. Die einzige Lösung wäre, den Körper jenes Wesens zu besetzen, dem er zuerst offenbart hat, dass in dieser Puppe mehr steckt als ein Good Guy. Und so sieht Charles Lee Ray die Chance gekommen, dass sich der Kreis aus Hoffnung, Rachegelüsten und Überlebenswillen bei Andy schließen könnte. „… till the end!“, sagt die freundlich dreinblickende Puppe.

Kritik

Bei jeder Sichtung bin ich erneut begeistert vom Design dieser Puppe. Die Feinheit in der Mimik und die detaillierte Gestaltung waren noch echte Handarbeit. Um ihr Leben einzuhauchen gab es je nach Bedarf drei Chuckys: eine normale Puppe, ein kleines Kind als Laufdouble und für Nahaufnahmen eine mechanische Version, deren einzelne Gesichtsmuskeln zeitgleich von mindestens zehn Personen gesteuert wurden. Das Ergebnis dieser künstlerischen Performance ist auch heute noch beängstigend.

Vom Puppen-Design abgesehen hat mich die musikalische Untermalung positiv überrascht. Durch ihre minimalistische, rein instrumentelle Gestaltung schafft sie es, die Geschichte dezent zu begleiten und an tragenden Stellen zu glänzen. Der Score beeindruckt nicht durch seinen Wiedererkennungswert, sondern in seiner treffsicheren Harmonie zum Gesamtbild einer Szene. Das halte ich für eine wenig verbreitete und unterschätzte Kunst.

Child's Play

Chucky und Andy

Der Film atmet den Geist der 1980er, allerdings sprechen mich sowohl die Erzählweise als auch die Charaktertypen wenig an, da sie sehr oberflächlich und vorhersehbar sind. Aufgrund seines Charmes ist es durchaus verschmerzbar, dass die alleinerziehende Mutter, der eifrige Polizist, der neokapitalistische Chef oder der mordlustige Bösewicht wirken, als wären sie frisch aus der Klischeepresse gekommen. Lediglich Andys Charakter sticht positiv aus dem Klischeesumpf hervor. Mutet es zu Beginn noch sehr abwegig an, ein 6-jähriges Kind mit fertig verpackten Geschenken unbeaufsichtigt lassen zu können. Er ist und bleibt unverdrossen ehrlich, wendet sich mit seinen Sorgen und Bedenken ohne Hemmungen an erwachsene Vertrauenspersonen (er lässt sich sogar von erschreckenden psychologischen Tests nicht davon abhalten) oder fährt wie abgemacht bei Gefahr sofort allein durch Chicago nach Hause. Als er schließlich die Wahl hat, sich zu verstecken oder sich zu wehren, wächst er über sich hinaus und stellt sich der drohenden Gefahr. „This IS the End!“, sagt der einzig wahre Good Guy des Films.

Fazit

Insgesamt ist Chucky kein sonderlich gruseliger Film. Die Handlung ist aufgrund der charakterlichen Stereotype ziemlich vorhersehbar. Aber visuell, akustisch und als Gesamtwerk kann er durchaus nach über 30 Jahren noch fesseln und ist es durchaus wert, noch einmal gesehen zu werden.

 

Bewertung

SpannungRating: 1 von 5
AtmosphäreRating: 4 von 5
Gewalt Rating: 2 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: Chucky – die Mörderpuppe © MGM Home Entertainment

Heike

Heike

Horrorfilme… sind die Spannung und das Spiel mit menschlichen Abgründen, ein Spiegel der Gesellschaft, Zeugnis namentlicher Grauslichkeiten und Erkundung grauslicher Namenslosigkeiten. Mal tief und schwer und dann gern auch mal ein bisschen Zombie-Musical oder Blutbad dazwischen. Denn Horror und Lachflash schließen sich nicht zwingend aus.
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