Between Worlds (2018) – Review

Between Worlds

Mit Mandy gelang Nic Cage vergangenes Jahr ein kleines Comeback, das wiedermal zeigte, warum er einst einen Oscar für seine Leistung entgegennehmen durfte. In Between Worlds ist der Schauspieler dieses Jahr mit einem Dilemma aus Schmerz, Liebe und Verzweiflung konfrontiert. Ob das funktioniert? Wir tauchen ein!

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Between Worlds
Spanien
90 Minuten
Maria Pulera
Maria Pulera
Nicolas Cage, Franka Potente, Penelope Mitchell u.a.

Nicolas Cage konnte in den letzten Jahren kaum mehr überzeugen. Der 55-jährige Schauspieler, der einst zu den Größen in Hollywood gehörte, ließ sein schauspielerisches Können oftmals auf der Strecke, nahm aus finanziellen Problemen etliche Rollen in Low-Budget-Gurken an und blieb weit hinter den Erwartungen seiner Fans. Nach dem Überraschungshit Mandy hatte ich jedoch wieder Hoffnung geschöpft.

Between Worlds bietet eine interessante Ausgangssituation, wodurch ich gespannt war, was Regisseurin Maria Pulera hier auf uns loslässt.

Der interessanten Prämisse zum Trotz ergießt sich der Anfang von Between Worlds vollkommen unstrukturiert über das Publikum. Schnurstracks werden wir mit den ersten Charakteren konfrontiert: Joe, dem depressiven Trucker, und Julie, der leidenden Mutter. Bei ihrem abstrusen Kennenlernen behauptet Julie sie könne Tote aus dem Jenseits zurückholen, was Joe erstaunlich gelassen auffasst. Nach dieser Begegnung beginnt die eigentliche Geschichte, in der Joe Julie dabei hilft die Seele ihrer im Koma liegenden Tochter wiederzufinden…

Meine Erwartung, einen durch Welten springenden, surrealen Traum aufgetischt zu bekommen, wurde leider schnell getrübt. Genaugenommen wird auf die Tatsache, dass Julie in einer Nahtoderfahrung schnell mal die Welt ändern kann, bildlich überhaupt nicht eingegangen. Visualisierung? Nein, danke. Stattdessen können wir uns genau diese Situationen lediglich im Geiste vorstellen. Was auch kein Problem wäre, würde die Story einen gewissen Grad an Tiefe erreichen, der es uns ermöglicht, unsere Fantasie spielen zu lassen. Das ist äußerst schade, denn eine visuelle Darstellung dieser Grenzübergänge, hätte Between Worlds eine durchaus interessante Note verliehen und es mir deutlich vereinfacht, in die Geschichte einzutauchen. So bleiben dumpfe Vermutungen, die nicht genug Erklärungen bieten, um das Ganze auch nur irgendwie nachvollziehen zu können. Stattdessen stürzt sich Between Worlds eher auf seine dramatischen Aspekte. Die Beziehung zwischen Joe und Julie überschattet dabei seine fantastische Ausgangssituation.

Cage gibt Vollgas und auch der Rest überzeugt

Schauspielerisch braucht sich Between Worlds keine Vorwürfe machen. Nicolas Cage spielt sich erneut die Seele aus dem Leib. Wer den Kerl genau so mag, wie ich es tue, der wird hier definitiv seine Freude haben. Alle anderen werden vermutlich lachend, fluchend oder kopfschüttelnd den Fernseher anstarren. Franka Potente (Anatomie) agiert an Cages Seite ebenfalls souverän. Das Paar harmoniert äußerst gut, wirkt zwar stellenweise etwas überzeichnet, aber zu keinem Zeitpunkt irgendwie befremdlich. Penelope Mitchell (Look Away) ist ebenfalls positiv hervorzuheben. Die junge Schauspielerin spielt die Rolle der Tochter überaus interessant. An der Leistung seiner Schauspieler liegt es also nicht, dass Between Worlds nicht aus dem Einheitsbrei herausragt. Denn auch wenn die Charaktere nicht besonders viel hergeben, werden diese zumindest ordentlich verkörpert.

Between Worlds

Penelope Mitchell als Julies Tochter

Fazit

Between Worlds schafft es irgendwie nicht so richtig seiner interessanten Ausgangssituation Spannung zu verleihen. Cages aufgedrehte Art dürfte auf die Fans zwar unterhaltend wirken, allgemein schafft es der Film allerdings nicht einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Dass Potential vorhanden war, steht außer Frage, so richtig weiß Between Worlds aber nicht wohin er will. Fans des Schauspielers können einen vorsichtigen Blick wagen, alle anderen haben nichts verpasst, sollten sie die Finger von Between Worlds lassen. Denn eben genau zwischen diesen Welten, verschenkt der Film einfach zu viel seines Potenzials.

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
AtmosphäreRating: 2 von 5
Gewalt Rating: 1 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: Between Worlds © Eurovideo

Jan Ott

...und was meinst du?