13 Filme vom „Godfather of Gore“ Lucio Fulci, die ihr gesehen haben solltet

Fulci

3. Der New York Ripper (1982)

In New York geht ein Killer um. Sadistische Frauenmorde häufen sich, während die Polizei mit leeren Händen dasteht. Der abgebrannte Polizist Lt. Fred Williams sucht sich Hilfe bei dem Psychologen Dr. Paul Davis, mit dessen Hilfe er den Mörder dingfest machen will. Während die Ermittlungen nur langsam voranschreiten, tötet der New York Ripper weiter, bis irgendwann auch Williams ins Fadenkreuz des Killers gerät…

Der New York Ripper gebührt die Ehre, den wohl letzten wirklich großen Film in Fulcis Filmografie zu markieren, bevor es mit der Karriere des Italieners langsam bergab ging. Als hätte der Filmemacher dies geahnt, hat er sich mit seinem Bindeglied zwischen Giallo und Slasher selbst noch einmal neue Maßstäbe in Sachen Härte und Unappetitlichkeit gesetzt. In seinem wohl berüchtigtsten Film zeichnet Fulci ein überaus nihilistisches Weltbild, das in seiner trostlosen Grimmigkeit seinesgleichen sucht. Alle Figuren und Schauplätze strahlen einen erbärmlichen Pessimismus aus, der in seiner lebensverneinenden Attitüde nur von den schmierigen Sexualisierungen und bestialischen Ermordungen von Frauen übertroffen werden. Was man dem Film als narrativ wirre Fahrlässigkeit vorwerfen könnte, wird durch ein selbst für Fulci-Verhältnisse enorm hohen Grad an Brutalität und Sleaze kompensiert. So zieht sich die Handlung durch die schäbigsten Winkel New Yorks, in denen die Symbole der Weiblichkeit mit aller Grausamkeit malträtiert werden. Die Donald-Duck-Stimme des namensgebenden Killers verleiht den überaus drastischen Tötungen dazu noch eine äußerst bizarre Note, die dem grundsätzlichen Ekel der Welt des Film gegenübersteht.

Der New York Ripper fühlt sich in erster Linie nicht wegen seiner drastischen sexualisierten Brutalität so skandalös an, sondern weil Fulci die Handlung so obszön und schmuddelig inszeniert, dass es einem juckt wie Dreck unter den Nägeln. Nie war ein Film von Fulci dermaßen roh und versifft, nie wurde der Sleaze-Grad so hochgedreht. Der New York Ripper ist nicht nur einer von Fulcis besten Filmen, sondern wahrscheinlich auch einer der schäbigsten italienischen Beiträge zum Horrorgenre. [Robert]

2. Conquest (1983)

In einem mystischen, prähistorischen Land begibt sich der junge Ilias auf eine abenteuerliche Reise, um die Welt von allem Bösen zu befreien. Zu diesem Zweck erhält er von seinem Vater einen magischen Bogen. Sein Weg führt in ein fremdes Land, in dem kleine Völker von werwolfähnlichen Kreaturen terrorisiert werden – angeführt von der tyrannischen Zauberin Ocron. Nur Ilias scheint eine Bedrohung für sie darzustellen, wodurch sie ihre schrecklichen Kreaturen ausschickt, um ihn unschädlich zu machen. Währenddessen trifft Ilias auf einen schroffen Fremden, der ihm immer wieder das Leben rettet und sich als nomadischer Wanderer Mace vorstellt. Zusammen ziehen sie aus, das Böse zu besiegen und Ocrons Terrorherrschaft zu beenden.

Als in den 1980er-Jahren das Fantasy-Genre boomte, folgten insbesondere auf die großen Erfolge von Boormans Excalibur oder Milius‘ Conan – Der Barbar eine ganze Reihe berüchtigter Sword-and-Sorcery-Filme und das europäische Kino bescherte dem Fantasy-Markt einige sehenswerte Genre-Perlen. Dazu gehören insbesondere D’Amatos Ator – Herr des Feuers und Conquest von Fulci. Letzterer unterscheidet sich allerdings von anderen sogenannten Barbaren-Filmen durch die düstere Erzählung mit den nahtlos verwebten Horrorelementen. Nicht nur ist der Film voller Nacktheit, Blut und grotesker Kreaturen, Fulci und Kameramann Ulloa kreieren einen ätherischen Look, der den Anschein erweckt, der Film fließe von Szene zu Szene in einer Art Traum mit Weichzeichner und Nebelschwaden. Die Dialoge sind spärlich, die Geschichte wird fast ausschließlich durch die von Fulci geschaffenen Bilder erzählt. Gelegentlich scheint der Film zum Stillstand zu kommen und zeigt die trostlose Naturlandschaft. Trotz des geringen Budgets schickt Fulci die Zuschauer:innen auf eine dunstige Reise mit allerlei Überraschungen, praktischen Effekten und umwerfender Filmmusik. [Jana]

1. Über dem Jenseits (1981)

Als die junge Lisa ein altes Hotel erbt, ahnt sie nicht, auf was sie sich mit der Renovierung dessen einlässt. Beim Versuch es wiederzueröffnen, kommt es zu tragischen Todesfällen. Es offenbart sich etwas Grauenvolles: Die Todesfälle scheinen kein Zufall zu sein. Das Hotel ist auf einem Tor zur Hölle erbaut, das den Toten den Weg auf die Erde ermöglichen soll.

Mit Über dem Jenseits schuf der italienische Kult-Regisseur Lucio Fulci nicht nur eine Inkarnation alptraumhafter Irrationalität, sondern das vermutlich beste Werk seiner Laufbahn. Dabei begreift sich der Höllentrip nicht als strukturiertes Erzählkino, sondern als Schreckensvision, die den Zuschauer in einen Bann aus Surrealität und Gewalt zieht. Von atemberaubenden Kameraeinstellungen bis hin zu dilettantisch eingesetzten Gummispinnen – Fulcis Meisterwerk lebt von seiner Ambivalenz, dem Grundgedanken, keiner rational funktionierenden Geschichte folgen zu müssen und nicht zu wissen, wann es das Publikum endgültig in den Abgrund zu reißen vermag. Fulci stellt in Über dem Jenseits seine meisterhaften inszenatorischen Fähigkeiten abermals unter Beweis und kreiert eine Seherfahrung, die den Zuschauer auf emotionaler Ebene einfängt und intensiven, furchteinflößenden Phantasmen aussetzt. Damit gelingt dem Italiener zweifelsfrei der visuell beeindruckendste und auch ansonsten beste Film seiner Karriere. [Jan]


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