13 britische Horrorfilme aus den 60ern, die ihr gesehen haben solltet

Britische Horrorfilme 60er

8. Das Dorf der Verdammten (1960)

Nachdem die Bewohner des kleinen Städtchens Midwich eines Nachmittags alle in Ohnmacht fallen, ist die Überraschung groß, weil insgesamt zwölf Frauen plötzlich schwanger sind. Als Zeitpunkt der Empfängnis wird der Blackout angenommen. Doch die zwölf weißblonden Kinder, die daraufhin zur Welt kommen, sind nicht nur hochintelligent und telepathisch miteinander verbunden, sondern auch gefährlich.

Der britische Film das Dorf der Verdammten von Wolf Rilla gilt als einer der bekanntesten Science-Fiction-Horrorfilme. Der Film setzt weniger auf effektreiche Szenen, sondern punktet durch eine gute Geschichte, sehr gute schauspielerische Leistungen und einer zum Schneiden dichten Atmosphäre. Die Filmmusik stammt vom Ron Goodwin, der auch die Filmmusik zu den Miss-Marple-Filmen mit Margaret Rutherford schrieb.

Der Film geriet besonders von katholischer Seite unter Beschuss, weil er die jungfräuliche Geburt als Thema aufgriff und verzerrte. John Carpenter drehte 1995 ein Remake von das Dorf der Verdammten, das aber floppte.

Die sehr dichte Atmosphäre und der subtile Spannungsaufbau des Filmes machen den Film zu einer der Sternstunden des britischen Horrorkinos. [Andreas]

7. Ekel (1965)

Die ebenso schöne wie introvertierte Carole (Catherine Deneuve, Belle de Jour) leidet unter einer ausgeprägten Angst vor Männern, die teils hasserfüllte Züge annimmt. Die Gegenwart des Geliebten ihrer Schwester Hélène, mit der sie ein Londoner Appartement bewohnt, ist für die jungfräuliche Carole kaum zu ertragen und auch die Annäherungsversuche ihrer eigenen Verehrer erfüllen sie mit tiefer Abscheu. Als Hélène, ihre wichtigste Bezugsperson, für mehrere Tage verreist, zieht Carole sich vollständig in die Isolation der Wohnung zurück, wo ihre sexuellen Ängste sich zu alptraumhaften Wahnvorstellungen auswachsen.

Ekel bildet den Auftakt der „Mieter-Trilogie“, in der Roman Polański den banalen Alltag seiner Protagonisten aufbrechen lässt, um den darunter liegenden Horror freizulegen. Der Film zeichnet ein pessimistisches Bild der pulsierenden Metropole London, in der letztlich nur kühle Oberflächlichkeit regiert und die Menschen isoliert voneinander ihren Alltag fristen. Carole erträgt dieses Leben nicht; ihre Krankheit ist letztlich auch eine Art der Rebellion. Statt sich zu fügen, gibt die junge Frau sich ihren Wahnvorstellungen hin, die lustvollen Schrecken versprechen und von einer Todesfaszination künden, die nach und nach auch auf den Zuschauer übergeht. Die Kamera übernimmt zudem Caroles Blick, so dass die Unterscheidung zwischen Wahn und Wirklichkeit auch aus der Außenperspektive zunehmend erschwert wird.

Selten wurde ein psychischer Zusammenbruch eindrucksvoller in Szene gesetzt. Die schrittweise Verfremdung des Alltags lässt den latenten Schrecken bereits lange vor dem ersten Mord aufscheinen, die symbolische Bildsprache visualisiert das Innenleben der Protagonistin, ohne dass je der Auslöser für ihren Zusammenbruch thematisiert wird. Das versierte Spiel mit Licht und Schatten verleiht ihrer Wohnung ein unheimliches Eigenleben, während die surreale Atmosphäre den Zuschauer, gleich der Protagonistin, gefangen nimmt. Und nicht zuletzt ist es auch Deneuves brillantes Spiel, das die Figur der Carole zwischen femme fragile und femme fatale changieren lässt, welches die Intensität des Films begründet. Ekel ist ein Meisterwerk des psychologischen Horrors, der sich hier ebenso bildgewaltig wie detailverliebt entfaltet und den Betrachter in einem Taumel aus Faszination und Schrecken zurücklässt. [Catherin]

6. Die Braut des Teufels (1968)

England in den späten 1920er Jahren: Duke Nicholas de Richleau (Christopher Lee, Dracula) und sein amerikanischer Gast Rex wundern sich sehr. Der junge Simon, dem sie väterliche Freunde sind, verhält sich sonderbar, scheint etwas zu verbergen und geht ihnen gezielt aus dem Weg. Außerdem empfängt er merkwürdige Gäste in seinem Anwesen. Dem kultivierten Adeligen und dem Draufgänger aus Übersee schwant Böses: Simon ist in den Bann satanistischer Okkultisten geraten. Der Versuch, Simon und dessen Freundin Tanith aus deren Krallen zu befreien, wird zu einer Zerreißprobe ihrer Nerven und ihres Glaubens. Denn der finstere Kult trachtet danach, Satan selbst zu beschwören…

Die Braut des Teufels vereint mit Hauptdarsteller Christopher Lee, Regietalent Terence Fisher (Die Rache der Pharaonen) und der Romanvorlage des kultigen Schauerschriftstellers Dennis Wheatley eine Reihe legendärer britischer Horrorikonen unter dem Banner der Hammer-Studios. Bereits Anfang der 1960er Jahre geplant, verzögerte sich die Verfilmung mehrfach aufgrund des schwarzmagischen Hauptthemas, das damals einen unerhörten Tabubruch in Großbritannien darstellte. Und jenes wird im Film ganz und gar nicht mit der Kneifzange inszeniert: Da reitet der teuflische Todesengel durchs Landhaus-Wohnzimmer, Hexenmeister Mocata hypnotisiert unschuldige Jungfern und der Leibhaftige selbst erscheint im nächtlichen Wald.

Hammer gelingt es, ihre große Stärke – die Verbindung exploitativen Trivialgrusels, überaus britischer Kultiviertheit und einnehmenden Gothic Horrors – auszuspielen wie in keinem zweiten Film. Wohlig altmodischer Grusel verschmilzt mit angenehm angestaubten Creature Effects und einer guten Prise „Satanic Panic“. Wieder einmal beweist Fisher, dass eine unaufgeregte Inszenierung auch aufgeregten Plots überaus guttun kann und liefert einen phantastischen 60er-Okkultismusthriller aus einem Guss, in dem Christopher Lee seine Rolle (mal wieder) wie auf den Leib geschneidert erscheint. [Alexander]

5. War es wirklich Mord? (1965)

Nach dem Tod seiner jüngeren Schwester wird der kleine Joey in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht, weil man ihn verdächtigt, verantwortlich für das Unglück zu sein. Nach seiner Rückkehr ist der Junge sehr abweisend und aufsässig gegenüber seiner Nanny, die er früher sehr liebte. Was genau steckt hinter seinem seltsamen Verhalten?

Der Regisseur Seth Holt drehte seinen subtilen Horrorthriller War es wirklich Mord? mit keiner geringeren als Hollywood-Diva Bette Davis in der Hauptrolle.
Der in schwarz-weiß gehaltenen Film baut von Anfang an eine enorme Spannung auf und hält diese bis zum Schluss. Besonders sehenswert sind die Duelle zwischen der Nanny und Joey, denn neben der hervorragenden Schauspielleistung von Davis ist auch die Charakterstudie des Jungen, traumatisiert auf der einen Seite und detektivisch auf der anderen, sehr gut getroffen und gut gespielt.

War es wirklich Mord? ist einer der wenigen Filme der Hammer Studios, die sich auf keine paranormalen Geschehnisse stützen, sondern sich mit dem Grauen des Alltags befassen.
Seth Holt landete mit seinem Film einen absoluten Volltreffer und wird absolut zu Recht zu den besten britischen Horrorfilmen gezählt. [Andreas]

4. Stadt der Toten (1960)

Die Geschichtsstudentin Nan Barlow interessiert sich besonders für das Thema der Hexerei und möchte auf Anraten ihres Dozenten, Professor Driscoll (Christopher Lee), in der kleinen Stadt Whitewood über die neuenglischen Hexenverbrennungen des 17. Jahrhunderts recherchieren. In dieser Stadt wurde vor fast drei Jahrhunderten Elizabeth Selwyn angeklagt und durch den Feuertod gerichtet. An Mariä Lichtmess kommt Nan in dem seltsamen, kleinen Dorf an und findet in der örtlichen Gastwirtschaft Raven Inn einen Schlafplatz. In der Nacht hört sie unter ihrem Zimmer mysteriöse Gesänge und beschließt diesen nachzugehen. Doch das, was sie dort vorfindet, entstammt ihren schrecklichsten Albträumen.

Stadt der Toten liefert eine Geschichte aus der klassischen Horrorliteratur – es gibt das abgelegene, verlorene Dorf, Ereignisse aus der Vergangenheit, die die Gegenwart überschatten, und Verwünschungen von totgeglaubten Hexen. John Moxey bietet eine dunkle Fabel über Hexerei, die mit Vorahnungen und Wendungen gespickt ist. Vollständig in schwarz-weiß gedreht, lebt der Film von seiner unwirklichen und albtraumhaften Atmosphäre durch das wunderschöne Setdesign und der dichte, allgegenwertige Nebel hüllt die Umgebung des Dorfes in eine bedrohliche Stille. Durch die völlige Dunkelheit wird das Gefühl von Klaustrophobie nur noch bestärkt. Die Einwohner des Ortes sind genauso gruselig wie ihre Umgebung. Vor allem Patricia Jessel in ihrer Doppelrolle, Valentine Dyall als gespenstischer Anhalter und Christopher Lee als mysteriöser Professor bilden ein eindrucksvolles Trio des Grauens. Jessel ist dominierend als Hexe und besitzt eine unheimlich-beängstigende Aura.

Der Schrecken ist in Stadt der Toten allgegenwärtig, ein detailreiches Kunstwerk nicht nur für Fans des klassischen, britischen Horrorfilms. [Jana]

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