Platz 99 bis 95 der besten Horrorfilme aller Zeiten!

Besten Horrorfilme

Unsere nächsten fünf Plätze der besten Horrorfilme aller Zeiten zeigen wieder eine bunte Mischung dessen, was das Genre zu bieten hat: von Aliens über Dämonen bis zu gruseligen Gemäuern. Von Gothic Fairytales bis zu griechischen Tragödien: Hier ist Horror zuhause.

Platz 99: Predator (1987)

Eine amerikanische Militäreinheit um Major Alan „Dutch“ Schaeffer (Arnold Schwarzenegger, Terminator) soll im Dschungel Südamerikas nach vermissten Soldaten suchen. Die Mission entpuppt sich als Alptraum, denn neben den Strapazen des Regenwaldes erwartet sie ein außerirdisches Wesen, welches dort sein Unwesen treibt. Eine gnadenlose Jagd beginnt.

In Predator geht es um einen ausweglosen Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner, in einer feindlichen Umgebung. Die Jungs wissen nicht wofür sie kämpfen und schnell weicht das Erreichen des Missionsziels, dem nackten Überleben. In der klaustrophobischen Atmosphäre des dampfenden Dschungels fehlen Zuschauer wie Figuren jegliche Übersicht. Das schemenhafte Monster, dessen Angriffe die Soldaten zermürben, wird erst spät in voller Pracht präsentiert. John McTiernan (Stirb Langsam) schuf mit Predator einen technisch beeindruckenden Film, der nur so vor cheesy-charmanten Szenen strotzt, eine noch immer aktuellen Meta-Ebene auf die Sinnlosigkeit des Krieges bietet und mit einem ausgewogenen Cast punktet.

Seit jeher wird sich darum gestritten, wo genau Predator sich genretechnisch einordnen lässt. Kriegsfilm, SciFi, Action – John McTiernans Meisterwerk nimmt eine merkwürdige Stellung zwischen den Stühlen ein. Doch auch der Horror kommt keineswegs zu kurz. Selten erweckten die tiefgrünen Klüfte der Regenwälder eine derart feindselige, lauernde Angst vor dem Unbekannten wie in Predator. Leicht überträgt sich die wachsende Paranoia der Figuren auch auf den Zuschauer, dem Dutch Schaeffers stählerne Nerven als einziger Anker im Chaos dienen. Wenn das außerirdische Scheusal schließlich sein geiferndes Gesicht zeigt, gleicht dies fast einer Befreiung. [Mathias]

Platz 98: The Killing of a Sacred Deer (2017)

Zwei Jahre nach seiner grotesken Dystopie in The Lobster serviert uns der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos mit The Killing of a Sacred Deer erneut einen äußerst unkonventionellen und düsteren Psycho-Thriller.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Herzchirurg Dr. Stephen Murphy (Colin Farrell, 7 Psychos) und der junge Martin, zwischen denen eine Art Vater-Sohn-Beziehung zu bestehen scheint. Es stellt sich heraus, dass Martins Vater bei einer Operation ums Leben kam, bei der Stephen der ausführende Arzt war. Nach einem gemeinsamen Abendessen, bei dem Stephen Martin seiner Familie vorgestellt hat, entwickelt der Junge jedoch eine merkwürdige Obsession zu den übrigen Familienmitgliedern und offenbart schon bald seinen perfiden Plan für die Angehörigen Stephens…

In The Killing of a Sacred Deer greift Lanthimos erneut auf eine äußerst unkonventionelle Inszenierung zurück. Die Dialoge wirken allesamt merkwürdig steril und sind gleichzeitig inhaltlich so ungeniert und scheren sich um keinerlei Grenzen des guten Geschmacks oder Tabus, dass sich direkt zu Beginn eine merkwürdige Unbequemlichkeit breit macht. Lanthimos irritiert seine Zuschauer, indem er mithilfe der Kamera und der Musik das Geschehen auf obskure Art und Weise der Wirklichkeit entrückt. Zudem werden die Handlungen der Figuren und das Gesagte immer bizarrer und befremdlicher, was ein ungreifbares Gefühl einer sich leise einschleichenden Bedrohung erzeugt. Wenn der Film an einem bestimmten Punkt dann die Karten offen auf den Tisch legt, wirkt die Verzweiflung und Verwirrung der Figuren so erdrückend, dass man sich als Zuschauer unmittelbar selbst in das Dilemma versetzt sieht. Die kühle Grausamkeit des Endes und die verstörende Kraft der emotionalen Extremsituation reißen einem förmlich den Boden unter den Füßen weg.

The Killing of a Sacred Deer ist eine befremdliche und zutiefst erdrückende Geschichte um Schuld, Sühne und Gerechtigkeit, die höchst verstörend erzählt wird und die Zuschauer in verzweifelter Hilflosigkeit niedergeschmettert am Boden zurücklässt. [Robert]

Platz 97: Das Haus an der Friedhofsmauer (1981)

Das Ehepaar Boyle zieht mit Söhnchen Bob in ein altes, schauriges Haus, in dem Familienvater Norman die Forschungen eines verstorbenen Kollegen fortführen will. Um das Anwesen, in dem bereits mehrere Menschen tragisch zu Tode kamen, ranken sich finstere Legenden und auch die Familie merkt bald, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Norman kommt, wie sein Vorgänger, seinem Forschungsgegenstand gefährlich nahe und muss allzu bald am eigenen Leib erfahren, dass im verschlossenen Keller das nackte Grauen lauert…

Das Haus an der Friedhofsmauer ist eine Regiearbeit aus der mittleren Schaffensphase von Italo-Splatterpapst Lucio Fulci (Ein Zombie hing am Glockenseil). Obwohl in Deutschland bis 2014 indiziert geht es in dem kammerspielartigen Mystery-Schocker, verglichen mit anderen Filmen Fulcis, relativ zahm zu. Anstatt auf omnipräsente, blutige Gewalt setzt der Film auf eine reduzierte Figurenanzahl und allerlei obskure Merkwürdigkeiten. Bobs an Shining erinnernde übersinnliche Fähigkeiten, die seltsamen Anwandelungen seines wunderlichen Kindermädchens und allerlei „Haunted House“-Elemente machen Das Haus an der Friedhofsmauer zu einem desorientierenden Kuriositätenkabinett, das eine einzigartig surreale Atmosphäre aufbaut. Gedanken und Gefühle der Figuren wie Zuschauer werden in die hypnotische Traumlogik des „Freudstein-Hauses“ eingesogen, zerlegt und langsam verdaut. Gewohnt ansehnliche praktische Effekte und eine gute Portion Sleaze vervollständigen diesen ungewöhnlichen, aber dennoch starken Fulci. [Alexander]

Platz 96: Der Fluch des Dämonen (1957)

Der amerikanische Psychiater John Holden reist nach England, um dort an einer parapsychologischen Konferenz über das Okkulte teilzunehmen. Diese steht im Schatten eines grausigen Mordfalls: Ein Universitätsprofessor kam unter mysteriösen Umständen zu Tode, kurz bevor er auf jener Tagung über eine unerhörte schwarzmagische Verschwörung zu berichten gedachte. Holden begibt sich auf Spurensuche und begegnet bald dem wunderlichen Zauberkünstler Dr. Karswell, der im Zentrum der Verdächtigungen stand. Der aufgeklärte Rationalist aus Amerika hält nichts von den Gerüchten, die Karswell und dem Todesfall übersinnliche Einflüsse zuschreiben. Doch tatsächlich wurde der Mord von einem monströsen Dämonen begangen und Holden sieht sich bald in ein teuflisches Spiel mit Karswell verwickelt, in dem nicht nur seine wissenschaftlichen Überzeugungen zu zerbrechen drohen…

Der Fluch des Dämonen ist Jacques Tourneurs (Ich folgte einem Zombie) Verfilmung der Geschichte „Casting the Runes“ von niemand Geringerem als Schauerromantik-Legende M.R. James. In schwarz-weiß inszeniert Tourneur hier eine schaurig-schöne Gruselgeschichte mit hochkarätiger Besetzung (Dana Andrews, Laura; Niall MacGinnis, Insel des Schreckens), die bei aller Liebenswürdigkeit den Zuschauer dennoch das Fürchten lehrt. Der titelgebende Dämon – von Psychedelic Rock-Legende Roky Erickson mit dem Song „Stand for the Fire Demon“ auch in der Musikgeschichte verewigt – ist ein phantastisch inszeniertes Scheusal aus schwarz-weißen Flammen, Rauch und Stop-Motion-Technik, das sich auch heute noch sehen lassen kann. Und auch abseits des Ungetüms ist Der Fluch des Dämonen spannend, bezaubernd und unterhaltsam.

Das bekannte Grundmotiv des abgeklärten Wissenschaftlers, der nach und nach an seinen Überzeugungen zu zweifeln beginnt, findet in Der Fluch des Dämonen eine frühe und optisch überaus beeindruckende Leinwandadaption. Sie appelliert an eine der ureigensten Ängste der rationalistischen, selbstgewissen Moderne: Dass all ihre auf- und abgeklärten Weltbilder letztendlich von einem irrationalen, fluchbeladenen Wahnsinn zertrümmert werden, den die Menschheit längst zu überwunden geglaubt hatte. [Alexander]

Platz 95: Livid (2011)

Livid ist der zweite Film vom französischen Duo Julien Maury und Alexandre Bustillo, die wie schon bei ihrem Debüt Inside wieder für Regie und Drehbuch verantwortlich waren. Als Nachfolger des beeindruckenden Beitrages zur New French Extremity lag die Messlatte extrem hoch. Maury und Bustillo taten aus diesem Grund gut daran mit Livid eine vollkommen andere Richtung einzuschlagen.

Im Gegensatz zu ihrem dreckigen und schonungslosen Home-Invasion-Schocker gehen sie die Sache in Livid weitaus ruhiger an und orientieren sich an surrealen Fieberträumen des 70er- und 80er-Jahre-Horrorkinos Frankreichs, Spaniens und Italiens. Vor allem der Einfluss von Dario Argentos Suspiria war zweifelsfrei eine der größten Inspirationen für den Film und Livid würde sich auch nahtlos in Argentos Mütter-Trilogie einreihen lassen.

Wir folgen der jungen Lucie, die ein Praktikum bei der Krankenpflegerin Wilson beginnt, welche sie bei Hausbesuchen begleitet. Ihre Tour führt sie unter anderem zum abgelegenen Herrenhaus, wo sie sich um die im Koma liegende Deborah Jessel kümmern. Frau Jessel sei früher eine berühmte Ballettlehrerin gewesen, erklärt Wilson ihrer Praktikantin, und zudem stinkreich. Es kursiert sogar das Gerücht, dass die alte Frau einen Schatz auf ihrem Anwesen versteckt habe. Nach ihrem Arbeitstag erzählt Lucie ihrem Freund William und dessen Bruder Ben von ihrer Arbeit und auch von dem ominösen Schatz. William erkennt darin eine Möglichkeit seinem tristen Leben und der Armut zu entkommen. Nach erstem Zögern kann er auch Lucy und Ben überzeugen und so machen sie sich auf zum alten Herrenhaus. Eine Entscheidung, die sie noch bitter bereuen werden…

Livid beginnt als ruhiges, deprimierendes Sozialdrama, das sich in Folge zu einem zunächst noch recht konventionellen Haunted-House-Horror wandelt, bevor sich Maury und Bustillo schlussendlich dem fiebrigen Wahn hingeben. Es entfaltet sich eine zerbrechliche Geschichte um Mutter-Kind-Beziehungen und Verlust. Mit unglaublicher Virtuosität gelingt es dem Duo eine düstere Märchenwelt zu erschaffen, die uns in ihren phantasmagorischen Bann zieht. [Florian]


Was sagt ihr zu unseren Plätzen 99 bis 95? Habt ihr alle Plätze schon gesehen? Ganz nach eurem Geschmack oder fragt ihr euch, was uns bloß geritten hat? Lasst es uns wissen!

Am 09. November erscheinen die Plätze 94 bis 90. Ihr dürft gespannt sein!

Hier geht es zum Überblick über die gesamte bisher veröffentlichte Liste.

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Ich habe unzählige Namen und erscheine in vielen Gestalten. Hier kennt man mich als Dark Forest und ich bin euer Gastgeber. Ich führe euch durch die verwinkelten Bauten, düsteren Wälder und verfallenen Ruinen. Immer mir nach!
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