13 Horrorfilm-Sequels, die ihr gesehen haben solltet

Sequels

8. Ginger Snaps II – Entfesselt (2004)

Nach den Ereignissen aus Ginger Snaps bleibt die infizierte Brigitte allein zurück und versucht mit allen Mitteln, ihre eigene Verwandlung in einen Werwolf aufzuhalten – selbst, wenn sie sich dafür regelmäßig giftiges Eisenhutextrakt injizieren muss. Als die Polizei sie nach einer Überdosis aufgabelt, landet die für einen profanen Junkie gehaltene Brigitte in einer Entzugseinrichtung. Dort schenkt man ihren Warnungen jedoch keinen Glauben, stattdessen muss sie sich die wohlgemeinten Ratschläge von Pädagogin Alice und die schmierigen Angebote von Pfleger Tyler gefallen lassen. Zu allem Überfluss wird Brigitte auch noch von einem paarungswilligen Werwolf verfolgt, der Jagd auf die Menschen in ihrem Umfeld macht. Eine Verbündete findet sie in der Außenseiterin Ghost und gemeinsam beschließen die beiden Frauen, aus der Klinik zu fliehen. Doch so leicht lässt der Werwolf sie nicht ziehen …

Nach dem Überraschungserfolg des ersten Teils stellt sich in Ginger Snaps II nun die junge Brigitte dem Horror des Erwachsenwerdens – und beißt sich durch. Das Niveau des Erstlings kann der Film zwar nicht halten, dennoch ragt er über den Genre-Durchschnitt hinaus. Anders als viele gegenwärtige Horrordramen erzählt Ginger Snaps II seine ernsthafte Geschichte mit einem gewissen Augenzwinkern. Das Sequel ist in vielen Momenten ein charmant-unbekümmertes Genrebekenntnis, der morbide und tiefschwarze Humor wiederum bewahrt den Film vor zu viel Kitsch. Im Kern steht abermals eine originelle Coming-of-Age-Geschichte und obwohl die Werwolf-Analogien diesmal weniger pointiert sind als noch im ersten Teil, punktet das Sequel mit seiner düsteren Atmosphäre, sorgt mit unverhofften Wendungen für Spannung und begeistert mit der herausragenden Performance von Emily Perkins. [Catherin]

7. Zombie – Dawn of the Dead (1978)

Ein paar Wochen nachdem die Zombie-Epidemie in Die Nacht der lebenden Toten begann, befinden sich die USA im Ausnahmezustand und das Kriegsrecht wurde ausgerufen. Zwei Mitarbeiter eines Fernsehsenders und zwei Beamte eines SWAT-Teams gelangen mittels Helikopter auf das Dach eines verlassenen Einkaufszentrums und verschanzen sich dort. Die Zombiehorden werden jedoch nicht ihr einziges Problem bleiben.

Mit dem zweiten Film in George A. Romeros Zombiefilmreihe legte der US-amerikanische Regisseur noch ein paar Schippen nach – mehr Gewalt, mehr Dystopie, bessere Effekte und ein satirischer Unterton (in der Schnittfassung von Dario Argento fehlt dieser weitestgehend und somit ergibt sich ein ernsterer Film). Auch war eine weitere Horrorlegende am Film beteiligt: der Makeup-Effekt-Künstler Tom Savini veredelte nicht nur die Kreaturen und die derben Effekte, er spielt hier auch eine Nebenrolle.
Die Fortsetzung von Night of the Living Dead wird mittlerweile sogar als höhere Kunst angesehen – eine Kopie ist im Museum of Modern Art zu finden.

Mit diesem Film startete eine ganze Welle von Zombiefilmen, wobei die meisten nur sehr billig produzierte und kommerziell nicht erfolgreiche Kopien waren, aber auch sehr gelungene Exemplare hervorbrachte, wie beispielsweise die Klassiker von Lucio Fulci. [Florian Halbeisen]

6. Halloween II (2009)

Als bekannt wurde, dass Musiker und Regisseur Rob Zombie an einem Remake zu dem legendären Slasherfilm Halloween arbeitete, war der Aufschrei in der Horrorgemeinde groß. Doch entgegen aller Erwartungen und teils negativer Kritiken erwies sich diese dreckige und verrohte Neuversion als ein kommerzieller Erfolg an den Kinokassen. Grund genug für Zombie sich an ein Sequel zu wagen.

Mit nun vollkommener kreativer Freiheit schlug dieser nicht nur eine gewaltige Kerbe in den Mythos Michael Meyers, sondern erschuf mit Halloween II obendrein noch einen der innovativsten und vielschichtigsten Vertreter des Franchises.

Fernab von dem was aus der Reihe geworden ist, schickt Rob Zombie jeden einzelnen seiner Charaktere auf eine wortwörtliche Tour De Force und ergründet dabei nicht nur das Ausmaß menschlicher Belastbarkeit, sondern auch die Auswirkungen psychischer und physischer Gewalt.

Halloween II mag aufgrund drastischer Veränderungen und einem eigensinnigen Stil vielleicht nicht jedermanns Sache sein, doch kann man nicht behaupten, dass sich dieser Film nicht vom herkömmlichen Einheitsbrei absetzt. [Jörg]

5. The Devil’s Rejects (2005)

Einige Monate nach den blutigen Ereignissen aus Haus der 1000 Leichen stürmt die Polizei die Farm der Familie Firefly. Mit von der Partie ist Sheriff Wydell (William Forsythe, Halloween, 2007), der ganz persönliche Gründe für seine Vendetta gegen die Fireflys hat und sich bei seinem Rachefeldzug nicht unbedingt ans Gesetz hält. Doch den Geschwistern Otis (Bill Moseley, Texas Chainsaw Massacre 2) und Baby (Sheri Moon Zombie, Halloween II, 2009) gelingt die Flucht. Gemeinsam mit Familienoberhaupt Captain Spaulding (Sid Haig, Bone Tomahawk) ziehen sie auf der Suche nach einer sicheren Bleibe durch das Land und hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Rob Zombies Entwicklung ist beachtlich: Zwischen Haus der 1000 Leichen und The Devil’s Rejects liegen gerade einmal zwei Jahre und dennoch Welten. Das Sequel ist eine Verbeugung vorm Genrekino, die unverkennbar die Handschrift des Regie-Rowdys trägt. Die Fortsetzung verabschiedet sich vom Genre des Backwood-Slashers und verpflanzt die kultigen Charaktere aus dem ersten Teil stattdessen in eine Mischung aus alten Western und Roadmovies. Unterlegt wird dieser Trip in die Vergangenheit von einem eingängigen Soundtrack, der wie ein wieder aufgetauchtes Mixtape aus den 70er Jahren klingt, dazu haben Rob Zombies Antihelden stets einen flotten Spruch auf den Lippen. Wie sein Vorgänger, so strotzt auch The Devil’s Rejects nicht nur vor Gewalt, sondern auch vor bitterbösem Humor. Der Film heißt die Taten seiner Protagonisten zwar nicht explizit gut, doch eines wird mehr als deutlich: Rob Zombie liebt seine Figuren. Und man kann es ihm nicht mal verübeln. [Catherin]

4. Frankensteins Braut (1935)

Frankensteins Braut setzt genau dort an, wo Frankenstein aufgehört hat, und erzählt wiederum die Geschichte einer ausgestoßenen Kreatur auf der Suche nach Akzeptanz. Entsprechend der Vorlage von Mary Shelley will die Kreatur in der Fortsetzung jedoch nicht allein bleiben, sondern sehnt sich nach einer Gefährtin.

Die Stärke von Frankensteins Braut liegt darin, dass er dem Geist seines Vorgängers wie auch der Romanvorlage treu bleibt und es dennoch schafft, Frankenstein maßgeblich weiter zu entwickeln. Regisseur James Whale konnte dafür auf einen herausragenden Cast zurückgreifen, bei dem Boris Karloff als Frankensteins Kreatur, Ernest Thesiger als exzentrischer Dr. Pretorius und Elsa Lanchester als Mary Wollstonecraft Shelley und Frankensteins Braut noch einmal besonders überzeugen können. Zudem befindet sich Whale bei Frankensteins Braut auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Ganz egal ob Schnitt, Kamera, Soundtrack oder Set-Design, dieses Sequel ist ein nahezu makelloser Horrorfilm und schafft es mitunter sogar seinen Vorgänger zu überflügeln. [Florian Halbeisen]

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