Halloween II (2009) – Review

Halloween 2

Rob Zombie entmystifiziert die Schreckgestalt Michael Meyers und präsentiert sich noch dreckiger, düsterer und vor allem abgedrehter als in seinem Vorgänger. Obwohl von vielen verachtet, gehört Halloween II zu den besten Vertretern des gesamten Franchise.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Halloween II
USA
105 Minuten
Rob Zombie
Rob Zombie
Scout Taylor-Compton,Tyler Mane, Malcolm McDowell  u.a.

Inhalt

Halloween II setzt genau dort ein, wo Rob Zombies Reboot geendet hat. Laurie Strode und ihre beste Freundin Annie sind die einzigen Überlebenden einer Halloweennacht voller Grauen und Gewalt. Ein Jahr später, Laurie lebt inzwischen bei Annie und deren Vater Sheriff Leigh Brackett, kehrt der Schrecken in Form von Michael Meyers erneut zurück. Getrieben vom Geist seiner toten Mutter, will Michael das beenden, wozu er vorher nicht in der Lage war: den Mord an Laurie Strode.

Kritik

Mit seinem Reboot zu John Carpenters legendärem Slasherfilm Halloween, brachte Musiker und Regisseur Rob Zombie nicht nur das Grauen und den Terror zurück auf die heimischen Bildschirme, sondern öffnete zugleich auch die Tore des Franchise für ein völlig neues Publikum. Seine Version um den Serienkiller Michael Meyers war dreckiger, brutaler und weitaus realistischer als die seiner Vorgänger. Die Meinungen bei Kritikern und Zuschauern gingen zwar weit auseinander, doch änderte dies nichts daran, dass sich Zombie nur zwei Jahre später an ein Sequel wagte. Das Resultat war absolut vernichtend. Von vielen als schlechtester Teil des Franchise betitelt, fiel das Sequel vollends durch. Das Publikum wusste einfach nichts mit dem eigensinnigen Film anzufangen und so wurde Halloween II zum erfolglosesten Film in Rob Zombies gesamter Karriere.

Halloween 2

Natürlich ist alles eine Frage des Geschmacks, aber um ehrlich zu sein, gehört gerade dieses Sequel für mich zu den besten Halloween-Filmen schlechthin. Denn es ist genau das, was ich erwartet habe: ein Rob-Zombie-Vehikel durch und durch. Während sich das Reboot von 2007 noch zu großen Teilen an das Originaldrehbuch von 1978 gehalten hat und sich lediglich in einigen Gesichtspunkten davon unterschied, nahm der Ausnahmekünstler nun die Zügel vollends in die Hand und machte aus der Fortsetzung sein eigenes Ding. Abgesehen von einer kurzen Hommage an das ursprüngliche Halloween 2 – Das Grauen kehrt zurück, welche in einem von Michael belagerten Krankenhaus spielt, hat der Film nicht viel mit dem Rest der Reihe gemeinsam und wird im Laufe der Spielzeit zu einem Biest von einem Horrorfilm.

Halloween 2

Anstelle eines stupiden Slasherflicks ist Halloween II viel eher bereit, in die Köpfe seiner Figuren einzutauchen und den Schaden, der ihnen im Originalfilm zugefügt wurde, zu erforschen. Ein Umstand den ich in Horrorfilmen oftmals vermisse. Dieser Aspekt diente Zombie auch als Warm-up für den Fiebertraum, den er in The Lords of Salem weiterverfolgen würde. Michael ist jetzt ein Irrer, verfolgt von den Visionen seiner Mutter und seines jüngeren Ichs, sowie eines weißen Pferdes, die den Hass und die Wut in seinem Herzen darstellen. Ein weiterer Pluspunkt: Während Michael im Verlauf der Reihe zu einer übernatürlichen Schreckgestalt mutierte, vergleichbar mit Horrorikonen wie Jason Vorhees in Freitag, der 13. oder Freddy Kruger in Nightmare on Elm Street, holt Zombie seinen Antagonisten zurück auf ein realistisches Level und macht ihn menschlicher als je zuvor. Gewalt geht von Michael jetzt nicht grundlos aus, sondern wird vielmehr zu einer aktiven Reaktion auf die Schläge und Tritte, die er vorher grundlos erleiden muss. Erst nach dem Überstreifen der Maske wird dieser wieder zu dem unaufhaltsamen Monster, welches kein Halten kennt. Das wiederum gibt klar zu erkennen, dass Zombie aus der Maske nicht einfach nur eine Art Gimmick macht, sondern den Katalysator, der die rohe Gewalt in Michael zum Vorschein bringt.

Halloween 2

Ebenso wie die Titelfigur haben auch alle anderen Beteiligten eine Wandlung durchgemacht, welche in Anbetracht eines derartigen Horrorszenarios vollkommen nachvollziehbar ist. Laurie ist nun innerlich völlig zerbrochen und fühlt, dass das unschuldige Mädchen verschwunden ist, welches sie eigentlich hätte sein sollen. Annie ist jetzt eine seelisch Eingesperrte, die von den Narben ihrer Begegnung mit Michael übersät ist und sich auch wortwörtlich kaum aus dem Haus traut. Sheriff Brackett, wieder einmal vom grandios agierenden Brad Dourif verkörperte, tut alles, um seine Mädchen über Wasser zu halten – das Einzige, was ihn noch am Leben hält. Dr. Loomis wiederum glaubt, die Geschichte sei vorbei, und versucht, mit den Geschehnissen Geld zu verdienen. Erfrischend finde ich, wie Rob Zombie aus dem ehemals heroischen Protagonisten einen vollkommen unsympathischen Kotzbrocken macht, der seinen eigenen Erfolg über das Leben anderer stellt. Zwar kann Malcolm McDowell dieses Mal nicht vollends überzeugen, doch das tut dem Ganzen keinen Abbruch.

Fazit

Halloween II ist ein wirklich faszinierender und vor allem hervorragend aussehender Horrorfilm, der sich nicht, wie noch sein Vorgänger, an die Regeln eines anderen Regisseurs hält. Zombie macht eindeutig sein eigenes Ding und liefert damit definitiv einen der einzigartigsten Franchise-Einträge.

 

Bewertung

GrauenRating: 2 von 5
SpannungRating: 2 von 5
Härte rating4_5
Unterhaltung rating3_5
Anspruch Rating: 3 von 5
GesamtwertungRating: 3 von 5

Bildquelle: Halloween II © Sunfilm Entertainment

Jörg

Horrorfilme sind wie Essen. Zwischen dem immer gleichschmeckenden Fast Food, gibt es auch mal kulinarische Höhepunkte, die es aber nur zu Erkunden gibt, wenn man sich auch mal traut, etwas Neues auszuprobieren.
Jörg

...und was meinst du?