Antithese (2017) – Review

Antithese

Antithese ist ein Low-Budget-Dämonen-Horror aus dem Hause Black Lava. 

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Antithese
Österreich/Deutschland
29 Minuten
Thomas Binder, Jonas Sommer
Jonas Sommer

Antithese entstammt den Untiefen des österreichischen Underground-Labels Black Lava Entertainment. Genauer gesagt hat CEO Thomas Binder anno 2014 angefangen eine Filmcrew zusammenzustellen, wodurch auch Drehbuchautor und Co-Regisseur Jonas Sommer zum Projekt hinzustieß. Das Ergebnis durfte ich vor kurzem bewundern.

Der knapp 30-minütige Kurzfilm handelt von einem Horror-Autor mit dem passenden Namen Stephen und seiner Freundin Mia. Stephen hat Mia zu einem Urlaub auf einer abgelegenen Berghütte überredet, damit er in Ruhe schreiben kann. Zu Recherche-Zwecken hat Stephen auch diverse uralte Bücher dabei aus denen er laut vorliest…

Bei Antithese handelt es sich um eine Low-Budget-Produktion, was man dem Kurzfilm jedoch oft nicht anmerkt. Gerade die Establishing Shots mittels Drohne wirken sehr professionell und hätte ich in der Form nicht erwartet. Natürlich kann der Film deswegen nicht mit hochbudgetierten Filmen mithalten, aber Binder und Sommer wissen definitiv ihre geringen Mittel sehr gut zu nutzen.

Wir bekommen zudem tolle Landschaftsaufnahmen im Zeitraffer und im Gegenzug auch Blutfontänen in Zeitlupe. Die jetzt schon jubelnden „Blut&Beuschel“-Fans muss ich allerdings sogleich wieder zügeln. Antithese spart zwar nicht an Blut, ist aber allgemein sehr zurückhaltend ausgefallen – insbesondere, wenn man sich den Ruf und das Sortiment von Black Lava ins Gedächtnis ruft.

Im Kern beschreibt das Drehbuch eine nicht ungewöhnliche Besessenheits-Geschichte, die allerdings noch mit einer Besonderheit aufgewertet wird, welche ich jedoch an dieser Stelle nicht vorwegnehmen will. Etwas aus dem Rahmen fällt nur eine wundervoll inszenierte Albtraumsequenz, die die Geschichte zwar nicht sonderlich vorantreibt, aber dafür phantastisch aussieht.

Antithese

Gefilmt wurde in Wien und in München, aber vorwiegend in einer Hütte im Salzkammergut in Österreich. Die Location ist auch absolut phantastisch, hat die Crew aber auch sicher vor einige Herausforderungen gestellt. So ist mir die Kameraführung allgemein etwas zu statisch. Der Inszenierung würde hier etwas mehr Mut zu innovativen Einstellungen und Kamerafahrten gut tun. Dafür wurde das Set teilweise grandios in Szene gesetzt. Gerade wenn Stephen im verrauchten/vernebelten Zimmer im Kerzenschein an seiner dämonischen Geschichte schreibt, erzeugt das eine wundervoll alptraumhafte Atmosphäre.

AntitheseDramaturgisch ist dem Film wenig vorzuwerfen. Die Einführung der Charaktere mittels Voice-Over ist zwar eine billige Lösung, aber sie tut ihren Zweck. Danach wird die Spannung zusehends aufgebaut. Bei der kurzen Spieldauer kommt daher keine Langeweile auf und ich hätte sogar durchaus gern mehr davon gesehen. Allein die Dialoge gerade zu Beginn wirken arg hölzern. Ich hatte das Gefühl es bessert sich mit der Zeit, aber vielleicht hatte ich mich auch einfach dran gewöhnt.

Schauspielerisch tritt für mich ohnehin das größte Manko auf. Die Chemie zwischen Stephen und Mia stimmt für mich einfach nicht und die besessene Mia wirkt selten wirklich bedrohlich. Hier hätte man auch an Mias Makeup noch feilen können und vielleicht wären auch noch Klischees, wie eine verzerrte Stimme, dem Bedrohungsszenario durchaus zuträglich gewesen.

Unterm Strich ist Antithese jedoch eine überaus gelungene Low-Budget-Produktion, die mit einer spannenden Geschichte, einer hochwertigen Inszenierung, guten handgemachten Spezialeffekten und einem wunderschön gestalteten Cover der Künstlerin Lost Milk glänzen kann. Bitte mehr davon!

 

Bewertung

Spannung Rating: 3 von 5
Atmosphäre Rating: 3 von 5
Gewalt  Rating: 3 von 5
Ekel  Rating: 1 von 5
Story  Rating: 3 von 5

Bildquelle: Antithese © Black Lava Entertainment

Florian Halbeisen

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