The House at the End of Time (2013) – Review

Mit The House at the End of Time präsentiert uns der junge Regisseur Alejandro Hidalgo sein Debütwerk und beweist ein außerordentlich gutes Händchen.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

La casa del fin de los tiempos
Venezuela
105 Minuten
Alejandro Hidalgo
Alejandro Hidalgo

30 Jahre lang saß Dulce unschuldig im Gefängnis. Nachdem sie nach Entlassung in ihr Haus, den Ort des Geschehens, zurück kehrt, möchte sie zusammen mit einem Priester die Wahrheit aufdecken. Unerklärliche Dinge geschahen vor ihrer Gefangennahme, bei denen ihr Mann ermordet und ihr Sohn auf unerklärliche Weise verschwand. Alles scheint ganz anders zu sein…

Venezuela – unerforschtes Gebiet

Als ich von Hidalgos Debütwerk hörte, platzte ich förmlich vor Neugier. Da Venezuela nicht unbedingt als weltbekannte Film-Hochburg dasteht und ich bis dato tatsächlich keinen einzigen Film der südamerikanischen Nation kannte, blieb mir im Grunde nichts anderes übrig, als diesen Schritt zu wagen. Umso überraschter war ich schließlich, als ich knappe 100 Minuten später in meinem Sessel saß und die durchaus clevere Geschichte Revue passieren ließ. Hidalgo beweist nicht nur bei der Inszenierung, dass er durchaus einiges an Qualität mitzubringen weiß, sondern liefert uns zudem noch eine durchweg spannende Geschichte, die uns das ein oder andere mal ins Grübeln bringt und mit geschickten Storytwists an Spannung gewinnt. Wer also durch den ausgebeuteten Namen „The House at…“ Grabbeltischware erwartet, dem sei gesagt, dass ihm hier wesentlich mehr blüht, als eine billige Namensenteignung, die sich an den Elementen verschiedener Genrevertreter bedient.

Hidalgo im Alleingang

Trotz all der positiven Aspekte hat The House at the End of Time auch einige Schwächen. Es wäre gelogen, würde man behaupten, dass man dem Debütwerk sein geringes Budget in keinster Weise ansieht. Das kann der Erstling leider nicht verstecken, denn die durchaus geringen finanziellen Mittel spiegeln sich sowohl in der Maske, als auch in der Umgebung wieder. Was Hidalgo, der sowohl für Regie, Story und Produktion, als auch für den Schnitt verantwortlich war, mit einem geschätzten Budget von knapp 300.000 Dollar im Alleingang auf die Beine stellte, ist letztlich trotz kleinerer Schwächen absolut fantastisch. In stimmiger Atmosphäre und durchaus eigenwilliger Erzählstruktur entfaltet sich der Haunted-House-Streifen als gut durchdachte Gruselgeschichte, die uns, gerade in der zweiten Hälfte, das zuvor hingeworfene Puzzle eindrucksvoll zusammensetzen lässt.

Freunde des gepflegten Grusels sei also definitiv ein Blick ans Herz gelegt, denn The House at the End of the Time ist weit mehr, als eine einfache Geistergeschichte und wartet mit einer außerordentlich spannenden Story auf. Über kleinere Ecken und Kanten lässt sich erstaunlich leicht hinweg sehen, denn das Gesamtpaket weiß aufgrund seiner Inszenierung und seiner sonderbaren Erzählstruktur auf ganzer Strecke zu überzeugen. Dass die Amerikaner bereits ein Remake im Fokus haben, sollte nach der Sichtung des Werkes aus Venezuela keinen mehr wundern, denn die Geschichte bringt durchaus einiges an Potenzial mit sich.

 

Bewertung

Spannung Rating: 4 von 5
Atmosphäre Rating: 3 von 5
Gewalt  Rating: 1 von 5
Ekel  Rating: 0 von 5
Story  Rating: 4 von 5

Bildquelle: The House at the End of Time © Universum Film

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Jan Ott
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