Abattoir (2016) – Review

Abattoir

oder: Geisterhäuser als Sammelleidenschaft.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Abattoir
USA
98 min
Darren Lynn Bousman
Christopher Monfette

Inhalt

Eine Reporterin und ein Polizist versuchen mysteriöse Morde aufzuklären und stoßen dabei im kleinen Dorf New English auf viele Geheimnisse und das ultimative Spukhaus.

 

Kritik

Darren Lynn Bousman ist ein Fall für sich. Sein Einstieg in die Filmwelt mit den Saw-Sequels II bis IV würde ich eher mal als holprig bezeichnen, wenn diese auch nicht zu den ganz miesen Teilen der Reihe gehören. Dazwischen findet sich dann jedoch auch sein erstes originäres Werk die Sci-Fi-Horror-Gothic-Oper Repo! The Genetic Opera, welche ich liebe. Schon bei diesen Filmen wird klar, dass Bousman einerseits einen Hang zu abgedrehten, morbiden Geschichten hat und andererseits durchaus ein Händchen für düstere Visualisierungen. Die großen Schwachpunkte finden sich im Storytelling sowie der Charakterentwicklung und genau mit diesen Problemen hat auch Abattoir zu kämpfen.

Atmosphärisch hingegen ist Bousman wieder super unterwegs. Abattoir beginnt als Neo-Noir, kriegt dann einen Louisiana-Touch à la Angel Heart, Skeleton Key oder auch American Horror Story: Coven und lehnt sich zum Schluss an Haunted-House-Klassiker der 50er-Jahre an.

Auch die Grundidee Tatorte zu einem Spukhaus zusammenzufügen entbehrt nicht einer gewissen Faszination, doch nützt dies alles wenig ohne überzeugende Charaktere oder Dramaturgie. Die Geschichte zieht sich wie Kaugummi und der gesamte zweite Akt hätte auch in 5 Minuten abgehandelt werden können. So schafft es der Film leider kaum Spannung aufzubauen oder gar diese aufrecht zu erhalten.

Noch könnte man sich an den schönen Einstellungen sattsehen, wenn da nicht die Charaktere wären. Nicht nur, dass die Charaktere Abziehbilder ohne Tiefe sind, nein sie werden von Jessica Lowndes und Joe Anderson auch noch im Tiefschlaf-Modus mit möglichst wenig Leben erfüllt und sind zudem bemüht eine komplett verblödete Entscheidung nach der anderen zu treffen. Da kann dann die großartige Lin Shaye in einer Nebenrolle auch nichts mehr retten.

Mich haben die Charaktere schlussendlich zu sehr genervt, um die positiven Aspekte des Films genießen zu können. Wer hier etwas gnädiger mit solchen Mankos ist, wird vielleicht Gefallen daran finden können, ansonsten definitiv keine Empfehlung von meiner Seite.

 

Bewertung

SpannungRating: 1 von 5
AtmosphäreRating: 4 von 5
SplatterRating: 0 von 5
EkelRating: 0 von 5
StoryRating: 2 von 5

Bildquelle: Abattoir © Constantin Film

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Florian Halbeisen
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