Saw (2004) – Review

Saw

Saw entwickelte sich nach nunmehr über 10 Jahren fortführender Teile zu einem riesigen Franchise, dessen nunmehr achte Auskopplung noch dieses Jahr auf den Kinoleinwänden erstrahlt. Doch wie begann das alles? Wie erlangte dieser Low-Budget-Horrorthriller eigentlich den Kultstatus, den er heute genießen darf. Wir blicken einmal zurück!

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Saw
USA
103 Minuten
James Wan
Leigh Whannell, James Wan

Zwei sich unbekannte Personen erwachen verängstigt und nichtsahnend in einem alten, vermoderten Badezimmer. Die beiden an gegenüberliegenden Ecken angeketteten Männer starren auf eine blutüberströmte Leiche in der Mitte des Raumes, die einen Revolver in der Hand hält und den Anschein macht, Suizid begangen zu haben. Als ein Bildschirm erstrahlt und eine Puppe erklärt, dass sich die beiden in einem Spiel um Leben und Tod befinden, wird ihnen schnell klar, dass sie sich in den Fängen eines Psychopathen befinden. Langsam kehrt das Erinnerungsvermögen zurück…

Kriminalistische Erzählstruktur trifft auf atmosphärisches Kammerspiel

Während wir in den immer wieder vorgeführten Rückblenden einen genauen Blick auf die beiden Hauptcharaktere und ihre Geschichte wagen dürfen, werden wir in der Gegenwart mit einem äußerst atmosphärischen Kammerspiel konfrontiert. In der ersten Auskopplung der bald – sage und schreibe – achtteiligen Filmreihe, hält sich die Gewaltdarstellung noch in überschaubaren Grenzen und konzentriert sich maßgeblich darauf, den Zuschauer auf psychische Art und Weise in ein schwarzes Loch, vollgepackt mit Kopfkino und furchteinflößenden Szenarien zu stoßen. Die Folterideen, mit denen der unter dem Namen „Jigsaw“ bekannte Serienkiller seine Opfer quält, sind sowohl bestialisch und grausam, als auch ungeheuer kreativ. Während seiner 103-minütigen Laufzeit überrascht die Geschichte mit immer neuen Story-Twists und schafft es deshalb, uns ohne stocken und schwanken über die komplette Strecke an den Stuhl zu fesseln.

So funktioniert Low-Budget-Horror!

Saw wurde gerade mal mit einem nahezu lächerlichen Budget von knapp 1,2 Millionen Dollar produziert. Genau das ist es, was man dem Film, sowie seinem Schöpfer hoch anrechnen muss. Regisseur James Wan hat es geschafft, mit unheimlich wenig, unheimlich viel zu erreichen. Trotz überschaubarer finanzieller Möglichkeiten hat man es geschafft, den Zuschauer sowohl auf psychischer, als auch auf physischer Ebene mit unbeschreiblichen Grausamkeiten zu konfrontieren und nebenbei durch eine packende, twistreiche Story zu führen, die uns beim Zuschauen keine Sekunde Atmen lässt. Woran genau liegt das? Im Grunde ganz einfach. Kameraarbeit, Schauspiel und Story sind so perfekt aufeinander abgestimmt, dass der Film trotz der wenig weitläufigen Schauplätze eine unfassbar rustikale Atmosphäre erzeugt. Trotz einiger Unglaubwürdigkeiten ist der Spagat zwischen Horror und Kriminalgeschichte so gut gelungen, dass die Geschichte den Zuschauer praktisch dazu zwingt, die immer wieder dahingeworfenen Puzzleteile zu sortieren und das Bild zu vervollständigen.

Saw

Hauptdarsteller und Drehbuchautor Leigh Whannell

Saw prägte das Horrorgenre vor allem aufgrund seiner gnadenlosen Brutalität und feiert dieses Jahr nicht zu Unrecht die Premiere seines nunmehr achten Teils. Auch wenn der ein oder andere Nachfolger den hohen Maßstab, den Teil eins damals festlegte nicht ganz halten kann, so hat die Reihe eine beachtliche Fangemeinde für sich gewonnen und riesige Erfolge zu verbuchen. Saw ist ein packender Horrorthriller, der mit einer gelungenen Story und einem harten Brutalitätsgrad auf ganzer Strecke zu überzeugen weiß. Wie die Reihe weitergeht? Wir sind gespannt! Mit Saw erschuf man einen Meilenstein, der bis heute seinesgleichen sucht und deshalb einen verdienten Platz auf unserer Liste der besten Horrorfilme der letzten 100 Jahre einnimmt.

 

Bewertung

SpannungRating: 4 von 5
AtmosphäreRating: 4 von 5
Gewalt Rating: 3 von 5
Ekel Rating: 1 von 5
Story Rating: 4 von 5

Bildquelle: Saw © Kinowelt Home Entertainment

Jan Ott

Als großer Fan des Horror-Kinos, insbesondere der alten Schule, diskutiere ich immer gerne mit meinen Mitmenschen über das, was mir ein Film mitgibt. Ich freue mich darauf, mich mit euch über die unendlichen Weiten des Horror-Genres auszutauschen! 🙂
Jan Ott

...und was meinst du?