Hellraiser (2022) – Review

Hellraiser

Seit dem 07. Oktober gibt es auf der VoD-Plattform Hulu den heiß erwarteten neuen Hellraiser-Film zu sehen. Wir haben die Puzzlebox für euch bereits gelöst und verraten euch, ob sich ein Wiedersehen mit einem neuen Pinhead lohnt.

Originaltitel: Hellraiser
Land: USA
Laufzeit: 121 Minuten
Regie: David Bruckner
Drehbuch: Ben Collins, Luke Piotrowski
Cast: Odessa A`zion, Jamie Clayton u.a.

Hintergründe & Inhalt

Als Clive Barker, Autor der dem Hellraiser-Franchise zugrundeliegenden Novelle „The Hellbound Heart“ im Jahr 2006 ankündigte, ein Drehbuch für einen neuen Film zu schreiben, startete eine lange Odyssee, die bis ins Jahr 2018 andauern sollte und verschiedenste Autoren und Regisseure immer wieder zu- und absagen lies. Auch ein Remake sowie ein Reboot des ersten Teils waren damals bereits im Gespräch. Schlussendlich wurde das Projekt im Jahr 2019 konkreter und sollte erneut eine direkte Adaption der Novelle von 1986 werden. Regie führte David Bruckner (The Ritual), während David S. Goyer (The Night House) neben Clive Barker selbst als Co-Produzent fungierte.

Die neue Adaption dreht sich um die mit Suchtproblemen kämpfende Riley (Odessa A’zion) und ihren neuen Freund Trevor (Drew Starkey, The Devil all the Time). Durch einen Einbruch in einen Container gelangen die beiden an einen mysteriösen Würfel, der zuletzt im Besitz eines gewissen Roland Voight (Goran Visnjic, Verblendung) gewesen ist. Kurze Zeit später offenbart sich das finstere Geheimnis der Puzzlebox, welche in Wirklichkeit der Schlüssel zu einer von bizarren und sadistischen Dämonen bewohnten Dimension ist…

Kritik

Als Doug Bradley 1987 erstmals in die Rolle des ikonischen Pinhead schlüpfte, ahnte noch niemand, dass auf den ersten Teil noch neun Fortsetzungen folgen sollten. In sieben davon sollte Bradley dem dunklen Priester der Schmerzen seinen Stempel aufdrücken, ehe er 2011 seine Lederrobe an den Nagel hing. In den restlichen zwei Fortsetzungen verkörperten Stephan Smith Collins und Paul T. Taylor eher unbefriedigend den Zenobiten mit den Nägeln im Kopf, zumal die Drehbücher der Figur nicht gerecht wurden. Aber eines sollten alle Darsteller gemeinsam haben: sie entsprachen nur entfernt der literarischen Vorlage Barkers, der Pinhead stets als androgyne Erscheinung beschrieb.

HellraiserJamie Clayton (Sense8) durfte nun im aktuellen Hellraiser ihrerseits eine deutlich werkgetreuere Darstellung des Zenobiten verkörpern und der Figur eine neue, elegante und gleichzeitig mysteriöse Ausstrahlung verleihen. Pinhead und die anderen Zenobiten wirken fremdartig und erinnern nur noch entfernt an Menschen, sondern eher an finstere Gottheiten, für die es keinerlei physikalische Grenzen zu geben scheint. Um das zu unterstreichen, wurden die Körper der Zenobiten fremdartig deformiert. Muskeln sind nach außen gekehrt, einzelne Hautpartien wie Verzierungen aufgeschnitten und zwischendrin ragen immer wieder metallische Gegenstände aus den teils offenen Wunden hervor. Es wirkt beinahe so, als würden die Dämonen ihren eigenen deformierten Körper als Anzug oder gar wie eine Art Rüstung tragen. Dadurch erhalten sie alle allein durch ihr Äußeres eine eigene, furchtbar schmerzhafte Geschichte und es lässt nicht annähernd erahnen, mit welchen Qualen diese Deformationen erzwungen wurden.

HellraiserIm Gegensatz zu den sehr gut designten Zenobiten traut sich die Story nur wenig Neues und geht stattdessen auf Nummer sicher. So verläuft die Handlung nach gängigem Schema: Eine Person studiert den Würfel, recherchiert dessen Geheimnisse und kann letztlich den Verlockungen nach unendlicher Macht und Unsterblichkeit nicht widerstehen, bis es schließlich erste Opfer gibt. Über die Laufzeit dürfen zwar einige Nebenfiguren einen wunderbar schmerzhaften Tod finden, da sie jedoch alle nur oberflächlich gezeichnet sind, wird viel Potential verschenkt, eine emotionale Bindung mit dem Publikum aufzubauen. Die Geschichte rund um den verschwundenen Voight und Riley, die nach und nach die Geheimnisse des Würfels entschlüsselt, ist zwar solide geschrieben, verläuft aber in altbekannten Genre-Bahnen und weiß der außergewöhnlichen Prämisse der Vorlage nicht gerecht zu werden.

HellraiserIm Gegensatz dazu weiß Hellraiser mit nicht gerade zimperlichen Gewalt-Szenen zu überzeugen. Die Effekte sind größtenteils handgemacht und sehen in den reichlich vorhandenen blutigen Momenten wirklich klasse aus, die wenigen CGI-Effekte befinden sich auf einem durchschnittlichen Niveau. Wenn Ketten, Foltermaschinen oder auch Spieße aus dem nichts durch Körper schnellen oder sich Klaviersaiten durch Fleisch schneiden, geht das wahrlich unter die Haut und erzeugt eine pervertierte Ästhetik der Schmerzen. Hier kommen Gorehounds definitiv auf ihre Kosten.

Fazit

Hellraiser aus dem Jahr 2022 ist ein durchaus gelungener Neustart der Reihe, der es geschafft hat, die Essenz der Zenobiten in unsere moderne Zeit zu transportieren und die Basis für weitere hochwertige Filme zu setzen. Das Casting von Jamie Clayton als Pinhead ist ein Gewinn für den Film und auch das neue Final Girl Riley ist durchaus sympathisch. Zwar überrascht der Film nicht mit einer ausgeklügelten Story, aber visuell weiß Bruckners Werk auf ganzer Linie zu überzeugen, was das ein oder andere grausige Szenario erschafft. Hellraiser ist nicht fehlerfrei, aber auf jeden Fall einer der beste Filme der Reihe seit dem zweiten Teil.

 

Bewertung

Grauen Rating: 3 von 5
Spannung Rating: 3 von 5
Härte  rating4_5
Unterhaltung  rating3_5
Anspruch  Rating: 3 von 5
Gesamtwertung Rating: 4 von 5

Bildquelle: Hellraiser © 20th Century Fox

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