Lavender (2016) – Review

Lavender

oder: Mystery-Horror als unterhaltsame Wiederholung

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Lavender
Kanada/USA
92 Minuten
Ed Gass-Connelly
Colin Frizzell, Ed Gass-Connelly

Mystery-Horror mit Charakterfokus

Die kanadisch-US-amerikanische Produktion Lavender ist die vierte Regiearbeit von Ed Gass-Donnelly, welcher zusammen mit Colin Frizzell auch das Drehbuch schrieb. Dem kanadischen Horrorfan Gass-Donnelly war es besonders wichtig einen sehr auf die Charaktere fokussierten Film zu drehen, was man dem Endprodukt auch anmerkt.

Der Film dreht sich um die von Abbie Cornish gespielte Jane, welche nach einem Autounfall unter Gedächtnisschwund leidet. Um dem entgegen zu wirken fährt sie mit Mann und Kind zu ihrem alten Elternhaus, wo die verdrängte Vergangenheit in den Schatten lauert.

 

Langsam, ausgelutscht, unblutig und trotzdem schön

So ausgelutscht die Story klingt, ist sie leider auch wirklich. Lavender kann dem Mystery-Horror rund um düstere Familiengeheimnisse rein gar nichts Neues hinzufügen und spult die Genrekonventionen inklusive obligatorischem Twist brav herunter. Dazu kommt noch, dass der Film seine Geschichte in einer Geschwindigkeit entfaltet, die an eine gehbehinderte Schildkröte erinnert. Jump Scares gibt es kaum und die Blutwurst-Fraktion wird damit auch nicht glücklich werden.

Für alle, die den Film jetzt noch nicht geistig entsorgt haben, kommt jetzt die gute Nachricht: Lavender ist trotz der aufgezählten Schwächen ein durchaus sehenswerter Genrevertreter geworden. Dies liegt zum einen an den von Kameramann Brendan Steacy wunderschön eingefangenen Bildern von Farm und Feldern sowie an der hypnotisierenden Performance von Abbie Cornish.

So störte es mich nicht sonderlich, dass sich Gass-Donnelly und Frizzell für die Einführung ewig Zeit lassen, wenn das einerseits so toll aussieht und andererseits auch wirklich der Charakterentwicklung zu Gute kommt. Diese Charakterzeichnung fällt mit Cornish dann auch auf fruchtbaren Boden. Mit welcher Entschlossenheit und Leidenschaft die Mimin ihren Charakter entfaltet, sieht man im Genre eher selten und macht die mit Gedächtnisverlust, Verwirrung und Panik kämpfende Jane für mich greifbar.

Unterm Strich ist Lavender daher sicher kein Meilenstein im Genre und nichts was man unbedingt gesehen haben sollte, aber durch die bezaubernden Bilder und die einnehmende Performance ein durchaus netter Zeitvertreib.

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt Rating: 1 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: Lavender © AMBI Group

 

Florian Halbeisen
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