13 Horrorfilme aus 2017, die ihr gesehen haben solltet

Besten Horrorfilme 2017

13 Horrorfilme aus 2017, die mich besonders beeindruckt haben.

Wieder ist ein Jahr vorbei und vor kurzem haben wir schon einen Blick nach vorne geworfen, jetzt darf natürlich auch jener zurück nicht fehlen. Wie üblich werfen wir einen Blick über den Tellerrand und hoffen euch den einen oder anderen Geheimtipp bieten zu können. Viel Spaß!

13. Hounds of Love

Das Spielfilmdebüt von Ben Young basiert auf den Morden des australischen Ehepaars David und Katherine Birnie – hier umbenannt in John und Evelyn White. Ich will jetzt aber gar nicht zu viel für jene vorweg nehmen, die die Geschichte noch nicht kennen.

Allgemein hätte ich mir gewünscht, dass sich Ben Young noch etwas mehr auf die Beziehung zwischen Evelyn und John fokussiert und die Charaktere etwas mehr Fleisch auf die Knochen bekommen hätten. Denn obwohl der Fokus stark auf Evelyn liegt, so lässt es sich Young doch nicht nehmen, einen knüppelharten, dreckigen Horror zu inszenieren, der es durchaus in sich hat. Dies macht er auch mit Bravour und man möchte sich die Finger teilweise bis zu den Knochen abnagen, jedoch fehlt schlussendlich etwas die Balance zwischen Drama- und Horror-Elementen.

Hounds of Love macht vieles richtig, aber wirkt teilweise noch etwas ziellos. Für ein Debütwerk kann ich an dieser Stelle allerdings nur meinen Hut ziehen. Da will ich gar nicht lange auf kleineren Schwächen rumreiten, sondern sage guten Gewissens: merkt euch diesen Regisseur und schaut euch diesen Film an!

12. Mayhem

Mayhem handelt von Derek Chos mit Intrigen und Gehässigkeiten angereicherten Büro-Alltag. Eine dieser Intrigen führt zu Dereks Entlassung, doch bevor Derek aus dem Gebäude eskortiert werden kann, wird eben jenes von einem SWAT-Team unter Quarantäne gestellt. Ein Virus hat sich ausgebreitet, welches die Menschen rein auf ihre Triebe reduziert. Selbst infiziert beschließt Derek Rache zu nehmen…

Der wirklich große Pluspunkt von Mayhem sind die Protagonisten, denn Derek Cho muss sich nicht alleine von Level zu Level bis zum Bossfight kämpfen, sondern hat tatkräftige Unterstützung in Form von Melanie Cross gespielt von Samara Weaving (Ash vs. The Evil Dead). Hatte ich mich besonders auf Steven Yeun gefreut so muss ich schlussendlich sagen, dass ihm Weaving ordentlich die Show stiehlt. Was die gute Frau hier abliefert, ist unfassbar cool und zum Schreien komisch. Selbstverständlich ist es aber auch unsinnig die zwei gegeneinander auszuspielen, denn gerade in deren Zusammenspiel entfaltet Mayhem seine volle Kraft.

So ist Mayhem mit leichten Seitenhieben auf die Bürokultur vor allem ein spritziger Action-Thriller mit Hang zu tiefschwarzem Humor und gründlich übertriebener Gewalt. Also wenn ihr auch die Schnauze voll habt: Hammer, Bohrer und Nagelpistole stehen bereit. Lasst das Gemetzel beginnen!

11. The Unkindness of Ravens (Review folgt)

The Unkindness of Ravens ist der dritte Spielfilm des schottischen Regisseurs Lawrie Brewster in Kooperation mit der Drehbuchautorin Sahra Daly. Der Film gehört zu jenen großen Crowdfunding-Erfolgen, die dem Film zumindest gut 44.000 Britische Pfund ins Budget spülen konnten.

Der psychologische Horrorfilm erzählt von einem ehemaligen Soldaten, der mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu kämpfen hat. Um diese zu verarbeiten, begibt er sich in eine abgelegene Hütte in den schottischen Highlands. Dort beginnt für den Protagonisten allerdings ein surrealer Albtraum im Kampf mit seinen inneren Dämonen und menschenähnlichen Rabenkriegern. Eine kleine Perle des psychologischen Horrors.

10. We Are the Flesh

Die beiden Geschwister Fauna und Lucio ziehen seit Jahren durch die verwüstete Stadt, ständig auf der Suche nach einer sicheren Unterkunft um zu überleben. Als sie schließlich ein sicher zu scheinendes Gebäude finden, treffen sie auf den dort lebenden Mariano, der den beiden ein äußerst verstörendes Angebot unterbreitet.

We Are the Flesh wird mit absoluter Sicherheit nur einen kleinen Teil seiner Zuschauer für sich gewinnen, denn dieses Werk ist eigen, sehr eigen. Der Streifen agiert radikal, experimentell und zugleich ambivalent. So stellt sich hinter den Film ein imaginäres Fragezeichen. Gerade Arthaus-Fans kann ich diesen Streifen reinen Gewissens ans Herz legen, denn auch wenn der Film keiner spannenden und klar strukturierten Story folgt, so ist er aber vor allem in seiner visuellen Darstellung äußerst ansprechend und wird diejenigen, die sich von einer surrealen und experimentellen Bildsprache leiten lassen können und wollen, sofort in seinen unverwechselbaren Bann ziehen.

9. A Dark Song

Nach einem schweren Verlust zieht sich die trauernde Sophia in ein abgelegenes Herrenhaus zurück. Jedoch nicht um in Ruhe zu trauern, sondern um mit Hilfe des Okkultisten Joseph Solomon ein gefährliches Ritual durchzuführen, welches über Monate andauernd kann. Dabei werden beide an ihre Grenzen getrieben und darüber hinaus.

A Dark Song gelingt es nach dem 100sten Beschwörungsfilm nach Schema F dem Subgenre endlich wieder neue Facetten abzugewinnen. Natürlich entfaltet sich der Film nur äußerst langsam. Bei mir traf das subtile Horrordrama allerdings einen Nerv. Allein das Ende trübt für mich etwas den Gesamteindruck. Hätte ich mir nach dem langsamen, zermürbenden Aufbau doch eher einen nihilistischen Knall gewünscht. Nichtsdestotrotz ist A Dark Song ein stark geschriebener, grandios gespielter und in wunderschönen Bildern eingefangener Genrebeitrag, den ich nur allen ans Herz legen kann.

Florian Halbeisen

Florian Halbeisen

Horrorfilme sind für mich ein Tor zu den unheimlichen, verstaubten Dachböden und finsteren, schmutzigen Kellern der menschlichen Seele. Hier trifft man alles von der Gesellschaft abgeschobene, unerwünschte, geächtete, begrabene: Tod, Schmerz, Angst, Verlust, Gewalt, Fetische, Obsession. Es ist eine Entdeckungsreise auf die "Schutthalde der Zivilisation".
Auf diese Reise würde ich euch gerne mitnehmen.
Florian Halbeisen

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