Run – Du kannst ihr nicht entkommen (2020) – Review

Run

In Run spielt American-Horror-Story-Star Sarah Paulson eine Mutter, die von ihrer im Rollstuhl sitzenden Tochter nach und nach immer mehr als Bedrohung wahrgenommen wird. Wir haben uns das verunsicherte Mutter-Tochter-Verhältnis für euch genauer angesehen.

Originaltitel:Run
Land:USA
Laufzeit:90 Minuten
Regie:Aneesh Chaganty
Drehbuch:Aneesh Chaganty, Sev Ohanian
Cast:Sarah Paulson, Kiera Allen u.a.
VÖ:Ab 15.01.2021 im Handel

Inhalt

Chloe (Kiera Allen) ist ein 17-jähriges Mädchen, das seit seiner Kindheit auf einen Rollstuhl angewiesen ist und außerdem an vielen Krankheiten wie Asthma, Diabetes und chronischem Hautausschlag leidet. Weil sie deswegen keine normale Schule besuchen kann, unterrichtet ihre Mutter (Sarah Paulson, Bird Box) sie von zu Hause aus. Was es Chloe gesundheitlich mangelt, macht der Teenager im Oberstübchen aber wieder wett. Die äußerst kluge junge Frau hat sich an ihrer Wunsch-Universität in Seattle beworben und wartet sehnsüchtig auf ein Antwortschreiben. Eines Tages bekommt Chloe von ihrer Mutter ein neues Medikament, da die Herstellerfirma ihrer bisherigen Medikation Pleite gegangen ist. Chloe wird jedoch misstrauisch und nimmt die ominösen grünen Pillen vorerst nicht ein. Als sich daraufhin im Haus immer mehr seltsame Vorfälle häufen, unternimmt Chloe bisweilen gefährliche Recherchen – und kommt langsam einem düsteren Geheimnis auf die Spur…

Kritik

Sarah Paulson ist die Schauspielerin der Stunde, wenn es um die Darstellung von skrupellosen Frauenfiguren im Horror- und Mystery-Bereich geht. Durch ihre Rollen in der überaus beliebten Anthologie-Serie American Horror Story und zuletzt der Netflix-Serie Ratched scheinen ihr solche Rollen wie auf den Leib geschrieben zu sein. Das Problem dabei: Wenn Sarah Paulson dann in einem Film wie Run eine der beiden Hauptrollen mimt, stellt sich durch die Bekanntheit ihrer gängigen Rollen nicht nur eine gewisse Erwartungshaltung, sondern damit verbunden auch eine ganz konkrete Vorhersehbarkeit ein.

Zwar ist Run schnörkellos inszeniert und kann mit einem straffen Tempo punkten, generiert aus der Grundhandlung selbst aber kaum Spannung. Zu eindeutig ist die Besetzung von Sarah Paulson in der Rolle der Mutter für die spätere Auflösung, zu überraschungsarm der Verlauf der Handlung bis dorthin. Die meisten Szenen des Films sind daher nicht deswegen spannend, weil man an der Enthüllung der scheinbaren Geheimnisse interessiert ist, sondern weil sie ihre Suspense aus der Gefahr für Chloe speisen, bei ihren Nachforschungen erwischt zu werden.

RunIn diesem Zusammenhang steht und fällt Run mit dem beachtlichen Schauspiel der Newcomerin Kiera Allen. Was ihre Performance vor allem so authentisch macht, ist die Tatsache, dass die junge Frau auch tatsächlich im echten Leben im Rollstuhl sitzt. Die stärksten Momente in Run sind nämlich diejenigen, in denen selbst kleinste Hindernisse für die gesundheitlich gebeutelte Chloe zu schier unüberwindbaren Hindernissen werden. Allen meistert die ansteigende Verunsicherung und Verzweiflung ihrer Figur sehr gut und verleiht der Darstellung „Dank“ ihres realen Handicaps eine überraschend wirkungsvolle Intensität.

Chloe ist gleichermaßen emotional wie auch physisch in dem abgelegenen Haus gefangen. Während der lang ersehnte Brief der Universität von Washington als Ticket in ein normales Teenager-Leben ausbleibt, fängt die bisher einzig sicher stehende Säule in ihrem Leben, nämlich das Vertrauen in ihre Mutter, an zu bröckeln und versetzt Chloe in einen Zustand wachsenden Argwohns. Umso befreiender ist es zu sehen, wie es die junge Frau trotz all ihrer gesundheitlichen Einschränkungen schafft, über sich hinauszuwachsen.

Run

Fazit

Run ist ein überraschungsarmer, aber dennoch kurzweiliger Horror-Thriller, der in erster Linie von seinen beiden Hauptdarstellerinnen lebt. Die geradlinige Inszenierung sorgt für ein straffes Tempo, wenngleich die ein oder andere Wendung dem Film aus seiner Vorhersehbarkeit hätte heraushelfen können. Sarah Paulsons spielt zwar gut, ihre Besetzung ist aber für die Spannung eher ein Schnitt ins eigene Fleisch. Die größte Überraschung von Run bleibt ohnehin Kiera Allen, die den Film mit ihrer eindrucksvollen und bisweilen energischen Performance trotz aller Schwächen zu stemmen vermag.

 

Bewertung

GrauenRating: 2 von 5
SpannungRating: 2 von 5
Härte Rating: 1 von 5
Unterhaltung rating3_5
Anspruch Rating: 1 von 5
GesamtwertungRating: 3 von 5

Ab 15.01.2021 im Handel:

Bildquelle: Run – Du kannst ihr nicht entkommen © LEONINE

Robert

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