Better Watch Out (2016) – Review

Safe Neighborhood

Better Watch Out bietet eine erfrischende Herangehensweise an den Babysitter-Home-Invasion-Horror. Ob der Film darüber hinaus noch was zu bieten hat, erfahrt ihr hier.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Better Watch Out
Australien/USA
85 Minuten
Chris Peckover
Chris Peckover, Zack Kahn

Die Nachbarschaft ist vermeintlich ruhig und friedlich in ein weihnachtliches Weiß getaucht. Die Babysitterin sitzt mit dem Sprössling allein zu Hause und beide vertreiben sich die Zeit mit Horrorfilmen und Pizza. Plötzlich stören seltsame Geräusche aus dem Garten und ominöse Anrufe den Frieden. War die Tür zum Garten nicht eben noch verschlossen!?
Auch wenn Better Watch Out wie ein klassischer Home-Invasion-Horror beginnt, solltet ihr euch nicht in Sicherheit wiegen, denn diese Weihnachtsperle hat noch ein paar Überraschungen auf Lager.

Better Watch Out ist es in kurzer Zeit gelungen, sich zu einem meiner liebsten X-Mas-Horrorfilme zu mausern. Dies liegt unter anderem daran, dass mich der Film beim ersten Mal eiskalt erwischt hat. Die geschickt konstruierte Geschichte mit all ihren Wendungen habe ich in der Form schlicht nicht erwartet und vor allem den Antagonisten fand ich wundervoll hassenswert und toll gespielt. Doch selbst wenn man schon alle Überraschungen kennt, die die Geschichte von Chris Peckover und Zack Kahn bereithält, macht Better Watch Out immer noch jede Menge Spaß.
Spaß ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen, denn oft ist der Streifen mehr eine bitterböse schwarze Komödie denn ein ernsthafter Home-Invasion-Thriller – auch wenn er als Thriller ebenfalls problemlos funktioniert und fleißig mitgefiebert werden darf. Man merkt dem Drehbuch aber auf jeden Fall an, dass Zack Kahn sein Handwerk beim TV-Ableger des Satire-Magazins MAD gelernt hat. Der überdreht-satirische Stil von MAD ist auch in Better Watch Out immer wieder spürbar, wodurch er sich zuweilen wie eine fiese Variante von Kevin – Allein zu Haus anfühlt – auf welchen der Film auch direkt Bezug nimmt.

Better Watch Out

Ed Oxenbould, Olivia DeJonge, Levi Miller

Der größte Pluspunkt der australischen Independent-Produktion ist die einheimische Besetzung, bestehend aus Olivia DeJonge, Levi Miller (Pan) und Ed Oxenbould. Vor allem der 14-jährige Levi Miller ist eine Offenbarung. Aber auch DeJonge spielt den Part der verängstigten, aber toughen Babysitterin mühelos. Ich mochte schon ihre Performances in Scare Campaign und The Visit sehr gerne, hier setzt sie allerdings noch einmal eines drauf. In The Visit stand sie auch schon mit Oxenbould vor der Kamera und auch diesmal ist die Chemie zwischen beiden wieder hervorragend.
Als kleine Zugabe gibt es noch Virginia Madsen (Candyman) und Patrick Warburton (Seinfeld) als elterliches Ehepaar, wobei Letzterer mit sehr schicken Weihnachtskrawatten glänzen darf.

Noch dazu verbreitet der Streifen eine wundervoll-weihnachtliche Stimmung. Bereits der Score ist ein Highlight, von Jesscia Wells‘ „Joy to the World“ bis „Merry Christmas (I Don’t Want to Fight Tonight)“ von den Ramones. Die ganze Atmosphäre versprüht durchgehend einen weihnachtlichen Charme, wodurch der Film sich perfekt für jede besinnliche Playlist eignet.

Unterm Strich bietet Better Watch Out ein durchdachtes und bissiges Drehbuch, einen hervorragenden Cast und eine tolle besinnliche Atmosphäre. Somit bringt er nicht nur frischen Wind ins Home-Invasion-Genre, sondern stellt auch beste X-Mas-Horror-Unterhaltung dar.

 

Bewertung

SpannungRating: 4 von 5
AtmosphäreRating: 4 von 5
GewaltRating: 3 von 5
EkelRating: 1 von 5
StoryRating: 4 von 5

Bildquelle: Better Watch Out © Constantin Film

 

Florian Halbeisen

Florian Halbeisen

Horrorfilme sind für mich ein Tor zu den unheimlichen, verstaubten Dachböden und finsteren, schmutzigen Kellern der menschlichen Seele. Hier trifft man alles von der Gesellschaft abgeschobene, unerwünschte, geächtete, begrabene: Tod, Schmerz, Angst, Verlust, Gewalt, Fetische, Obsession. Es ist eine Entdeckungsreise auf die "Schutthalde der Zivilisation".
Auf diese Reise würde ich euch gerne mitnehmen.
Florian Halbeisen

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