Let Me Make You a Martyr (2016) – Review

„Ein nahezu perfekter Film!“ – Dieser Satz schmückt neben dem groß dargestellten Schock-Rocker Marilyn Manson das durchaus gelungene Cover von Let Me Make You a Martyr. Als „Der Überraschungshit auf dem Fantasia Film Festival 2017“ betitelt, wird das düstere Drama in den Kaufhäusern auf die Menschheit losgelassen. Schon bald soll uns klar werden: Das ist doch schon wieder einer dieser Marketing-Gags!?

Originaltitel:
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Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Let Me Make You a Martyr
USA
102 Minuten
Corey Asraf, John Swab
John Swab, Corey Asraf

Als Drew nach Jahren in seine alte Heimatstadt zurückkehrt um seine Adoptivschwester und gleichzeitig die Liebe seines Lebens wieder zu treffen, stellen sich bei ihrem Plan, ihren kriminellen Adoptivvater endgültig aus ihrem Leben zu verbannen, so einige Schwierigkeiten in den Weg. Dieser will nicht einfach kampflos untergehen und heuert daher den berüchtigten Auftragskiller Pope an…

Manson als Lockmittel

Auch der letzte Manson-Fan war wohl völlig aus dem Häuschen, als der erste Trailer von Let Me Make You a Martyr über den Bildschirm flackerte. Der Rockstar als gefährlicher Auftragskiller? Das kann doch nur fett werden! Zugegeben, Manson spielt seine Rolle fantastisch, denn auch wenn der Schock-Rocker keine Miene verzieht, so reicht seine einschüchternde und düstere Selbstdarstellung vollkommen aus, um uns authentisch das Bild eines harten und eiskalten Killers zu vermitteln. Wäre da nur nicht das Problem, dass der werte Herr auf insgesamt gefühlte fünf Minuten Screentime kommt. Denn ganz anders als uns Trailer und Cover vermitteln wollen, spielt Manson hier eher eine untergeordnete Rolle und greift entgegen jeder Erwartung nur all zu selten ins Geschehen ein.

Aber nun gut, vielleicht erwartet uns ja trotzdem noch eine ergreifende Geschichte über ein Geschwisterpaar, das ihrem alten kriminellen Leben entfliehen und eine gemeinsame Zukunft aufbauen will. Tja, leider nicht. Der Film scheitert hier vollkommen und zwar in jeglicher Hinsicht. Die Charakterzeichnung ist so stumpf wie ein abgebrochener Bleistift, den ich mit seiner Spitze vor Wut auf den Tisch geschlagen habe… oft… sehr oft! Zu keinem Zeitpunkt schafft man es auch nur irgendeine Bindung zu den Protagonisten aufzubauen. Diese verhalten sich völlig unsympahtisch, handeln in der kompletten Laufzeit einfach nur dämlich und schaffen es nicht auch nur irgendein mitleidendes Gefühl in uns zu wecken.

Nicht mal der Schock-Rocker rettet hier noch etwas

Nahezu erleichternd wirkte ich jedes Mal, wenn Marilyn Manson für ein paar Minuten das Zepter in die Hand nahm und mich kurz aus dem Tiefschlaf erweckte, denn der Storyverlauf ist genauso unstrukturiert, wie anödend. Eine Aneinanderreihung völlig konfuser, sowie dämlicher Szenarien soll uns 102 Minuten durch den Film leiten. Man sieht Let Me Make You a Martyr deutlich seine Absicht an. Man versuchte uns ein düsteres Unterschicht-Drama mit einer gesunden Portion Thriller-Einflüssen zu servieren, bei dem Versuch der Kellner aber so oft über den Tigerkopf stolperte, wie es James jedes Jahr an Silvester in Dinner for One tut.

Wenn ihr also nicht der allergrößte „Marilyn Manson“-Fan auf diesem Planeten seid und euren Schlüpfer sofort gegen die Flimmerkiste schmeißt, sollte der selbsternannte Antichrist Superstar über den Bildschirm tänzeln, so kann man nur empfehlen einen weiten Bogen um Let Me Make You a Martyr zu machen. Auch wenn Mansons Auftritte noch der Lichtblick am düsteren Himmel sind, so schafft er es leider dennoch nicht den Film über seine Laufzeit zu retten. Der Streifen schafft es weder durch seine Story, noch durch seine Charaktere auch nur den Ansatz eines gut durchdachten Dramas aufzuzeigen und schleppt sich über seine komplette Laufzeit durch seinen abstrusen Verlauf. Wer hier also von Manson auf dem Cover angezogen wird, dem sei wärmstens ans Herz gelegt, ein paar Reihen im Elektrofachmarkt weiter zu schlendern und die Guns, God and Government World Tour DVD des Rockgiganten aus dem Regal für Musik-DVDs zu nehmen.

 

Bewertung

SpannungRating: 0 von 5
Atmosphärerating1_5
Gewalt Rating: 1 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 1 von 5

Bildquelle: Let Me Make You a Martyr © I-ON

Jan Ott

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