Der Musterschüler (1998) – Review

Die Novelle von Stephen King in einer Inszenierung von Bryan „X-Men“ Singer. Konnte der Regisseur mit dem Stoff umgehen? Gut oder nicht gut?

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:

Apt Pupil
USA
107 Minuten
Bryan Singer
Brandon Boyce

Der Film

Die Novellensammlung „Frühling, Winter, Herbst und Tod“ war für die Filmindustrie sehr ergiebig, denn drei der Geschichten wurden verfilmt – hier hat sich Bryan Singer (Die üblichen Verdächtigen) des Werkes von Stephen King bedient. Mit Brad Renfro (Der Klient) und Ian McKellen (den Singer später auch zu Magneto machen sollte) prominent besetzt konnte der Film 1998 in die Kinos kommen.

Ein Geschichtsreferat zu schreiben gelingt bestimmt super, wenn man Zeitzeugen befragen kann – denkt sich der Schüler Todd Bowden. Wie praktisch, dass er gerade entdeckt hat, dass sein Nachbar ein Nazi ist, der in Amerika untergetaucht ist. Der Junge erpresst den alten Mann, und nach und nach bildet sich zwischen den beiden eine bizarre Freundschaft. Kritisch wird es, als Todd immer mehr fasziniert ist von den Gräuel des dritten Reichs…

Die Stärken

Das große Plus dieses Thrillers ist die sogartige Wirkung, welche die Geschichte auf den Zuschauer hat und ihn mitzieht. Auch ist Ian McKellen als Ex-Nazi genial besetzt, der Schauspieler verfügt über die benötigte Erfahrung und Ausdrucksstärke, um diese Rolle komplett auszufüllen. Vom Typ her (kühler blonder) ist der junge Todd mit Renfro gut besetzt, weiteres über ihn lest bitte bei Schwächen. Das Drehbuch erlaubt keine überflüssigen Schlenker und bringt den Zuschauer geradlinig zum (bitteren) Ende.

Die Schwächen

Das schwächste Glied in dem Film ist Brad Renfro – er spielt passabel, aber wirkt sehr oft sehr aufgesetzt. Hier hätte Singer sich einen ausdrucksstärkeren Jungschauspieler aussuchen sollen. Auch Todds Lehrer, immerhin David „Friends“ Schwimmer, wirkt merkwürdig und schablonenhaft. Gelegentlich hätte der Regisseur etwas die Schraube anziehen können, manche Szenen die drastisch sein sollen, wirken etwas gefällig.

Das Fazit

Die hypnotische Wirkung des Films macht ihn sehenswert, leider schwächeln ein paar Darsteller etwas und an manchen Stellen hätte der Film ruhig drastischer sein können. Die Geschichte ist allerdings sehr stark und macht diese Schwächen wieder wett.

Bewertung

Spannungrating4_5
Atmosphärerating3_5
Gewalt rating1_5
Ekel rating0_5
Story rating4_5

Bildquelle: Der Musterschüler © Columbia Tri-Star Filmgesellschaft mbH

Andreas

Andreas

Seit 40 Jahren erlebe ich den Horror dieser Welt. Kein Wunder, dass sich das auch auf meinen Filmgeschmack niederschlägt. Um das Klischee zu vervollständigen: ich mag Metal 🙂
Andreas

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...und was meinst du?