13 Horrorfilme über ungewöhnliche Romanzen, die ihr gesehen haben solltet!

Romanzen in Horrorfilmen

3. Ex Machina (2014)

Der Programmierer Caleb wird vom schwerreichen Firmenmogul Nathan zu einem Experiment der besonderen Art in sein abgelegenes Haus eingeladen. Dort trifft Caleb auf Ava, einem Androiden in der Form einer jungen Frau, und soll herausfinden, ob ihre künstliche Intelligenz mit der eines Menschen vergleichbar ist. In zahlreichen Gesprächen, getrennt durch eine dicke Scheibe Panzerglas, beginnt Caleb Zuneigung zu Ava zu entwickeln. Doch ihr droht am Ende des Experiments der Reboot und somit der Verlust all ihrer Erinnerungen an und mit Caleb. Kann er sie davor bewahren?

In Ex Machina dreht sich alles um die Frage, wie Mensch und menschenähnliche Maschine miteinander interagieren und welche Auswirkungen das auf die menschliche Psyche haben kann. Denn was Caleb nicht weiß, ist, dass er Teil des von Nathan aufgesetzten Experiments ist und der Frage, ob es Ava gelingen kann die Bande des Vertrauens zwischen Menschen zu unterwandern und Caleb dazu zu bringen, Nathan zu verraten. Ava beeindruckt durch ihre präzise abgestimmte Gesprächsführung und schafft es problemlos Caleb zu überzeugen, eine eigenständige Persönlichkeit vor sich zu haben, mit Wünschen, Träumen und Ängsten. Das daraus entstehende moralische Dilemma und die Zuneigung zu Ava veranlassen Caleb ihren Ausbruch aus Nathans malerischem Hochsicherheitstrakt zu unterstützen. Doch zu spät wird ihm klar, dass seine Phantasien und Avas nicht dieselben sind und sein gutmütiges Handeln das eines liebestrunkenen Handlangers war, mit blutigen Folgen.

Nebst dem eindrucksvollen und ästhetischen Set trägt ganz eindeutig die Beziehung zwischen Ava und Caleb diese Sozialstudie der besonderen Art. In Windeseile werden die Zuseher*innen in Avas Bann gezogen und erleben mit jeder Sitzung die Auflösung der bekannten Regeln der Artendifferenz. Ist diese Maschine tatsächlich nur Maschine, ein freundlicher Toaster? Oder ist diese Entwicklung der KI vielmehr Pandoras Box ohne vorab eingebauten moralischen Kodex, der sie bremsen würde? [Heike]

2. Spring (2014)

Das Leben des jungen Evan läuft momentan alles andere als rund: Nachdem er sie lange Zeit über gepflegt hat, verstirbt seine Mutter in seinen Armen, in Folge einer Kneipenschlägerei verliert er seinen Job und zu allem Überfluss verfolgt sein Kontrahent ihn sogar bis nach Hause. Hoffnungs- und perspektivlos nimmt Evan Reißaus und fliegt am nächsten Tag nach Italien. Dort lernt Evan in einem malerischen Küstenstädtchen die ebenso schöne wie mysteriöse Louise kennen, in die sich der junge Mann schnell verliebt. Doch Louise hat ein Geheimnis, das die sich anbahnende Beziehung der beiden vor eine große Herausforderung stellen wird…

Wie in ihren Vorgänger- und Folgefilmen Resolution und The Endless verbinden die beiden Indie-Filmer Aaron Moorhead und Justin Benson auch in Spring phantastische Elemente mit individuellen und zudem überaus menschlichen Problemen ihrer Figuren. Unter der gleißenden Sonne der italienischen Küste sind Evan und Louise beide verlorene Seelen, die sich nicht unbedingt auf der Suche nach Erfüllung in ihrem Leben, sondern eher auf der Flucht vor ihm befinden – und trotzdem in dem anderen eben jene Erfüllung finden. Außergewöhnlich ist die aufkeimende Romanze deswegen, weil sie in überaus eindringlicher Weise beweist, dass selbst gänzlich unterschiedliche Wesen wie für einander bestimmt sein können. Louises Schicksal ist an das von Evan gebunden und findet am Ende dieses hinreißenden Horror-Romanze-Zwitters zu einer Katharsis, dass einem nur das Herz aufgehen kann. Und das ganz ohne Kitsch.

Spring belebt den Geist von wahrer Liebe, die tief aus dem Inneren kommt, dabei keine Grenzen kennt und gänzlich ohne Rührseligkeit auskommt. Evans und Louises Romanze ist deswegen eine so besondere, weil sie uns an die unbändige Kraft der Liebe erinnert – selbst wenn deren Erfüllung einige Menschenleben kosten wird. [Robert]

1. Possession (1981)

Als Mark (Sam Neill) nach einer längeren Geschäftsreise nach Hause zu seiner Frau Anna (Isabelle Adjani) in Westberlin kommt, verhält sich diese eigenartig – geheimnistuerisch, erratisch, abweisend. Mark vermutet einen anderen Mann hinter Annas ungewöhnlichem Verhalten und bedrängt sie solange, bis diese eine Affäre gesteht. Doch als Mark seinen potentiellen Nebenbuhler konfrontiert, offenbart ihm dieser, dass sich Anna auch ihm gegenüber seltsam verhalte. Der Ursprung des Mysteriums scheint in einem heruntergekommen Wohnhaus zu liegen…

Andrzej Żuławskis Possession ist in seiner Darstellung einer sich langsam auflösenden und dabei alles verschlingenden Beziehung eines der intensivsten Genrewerke aller Zeiten – und als Zuschauer:innen werden wir direkt hineingesogen in den Strudel des Wahnsinns, aus dem es kein Entkommen mehr gibt. Isabelle Adjani und Sam Neill spielen sich in einen wahren Rausch und offenbaren in den Scherben der Beziehung, wie nah Liebe und Hass doch beieinander liegen können. Es geht um Sehnsüchte, Besitzansprüche und wie diese zu Leiden führen; es geht um zum Scheitern verurteilte Idealbilder unserer Lieben.

Possession ist ein fragmentarischer, wahnhafter Blick in die menschlichen Abgründe – und an diesem Abgrund steht eine außergewöhnliche Romanze in Trümmern. [Florian]


Das war es auch schon von uns. Welche Horrorfilme über ungewöhnliche Romanzen haben euch besonders gut gefallen? Lasst es uns wissen!

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