13 Corman-Produktionen, die ihr gesehen haben solltet

Corman

3. Die Verfluchten (1960)

Der junge Philip Winthrop reist zum Stammsitz der Familie Usher, um seine Verlobte Madeline zu besuchen, doch der Empfang durch ihren Bruder Roderick (Vincent Price,Das Pendel des Todes) ist alles andere als herzlich: Madeline sei schwer krank und seine Anwesenheit unerwünscht. Auch Roderick scheint von der seltsamen Krankheit befallen zu sein, deren Ursache er in einem Familienfluch begründet. Als Philip dennoch versucht, seine Verlobte zur Abreise zu bewegen, greift ihr Bruder zu drastischen Mitteln, um die Blutlinie der Ushers zu beenden und das Böse auszulöschen.

Ein alptraumhaftes Herrenhaus, eine verbotene Leidenschaft und ein schrecklicher Familienfluch sind die Zutaten für Roger Cormans Edgar-Allan-Poe-Verfilmung Die Verfluchten. Bemerkenswert an diesem surrealistischen Ausflug in die Schauerromantik ist vor allem die expressive Farbdramaturgie. Für Die Verfluchten, dessen Budget die Produktionsfirma AIP eigentlich in zwei Schwarzweißfilme hatte stecken wollen, schafft der Regisseur eine symbolistische Farbsprache, die das Geschehen prachtvoll und schrecklich zugleich in Szene setzt und die dämonische Aura des Hauses Usher in erschreckend schönen Bildern einfängt.

Natürlich sorgt Die Verfluchten trotz seiner düsteren Thematik eher für eine wohlige Gänsehaut als für blankes Entsetzen. Der Film ist ein Tribut an klassische Schauergeschichten, was sich neben der dekadenten Innenausstattung des Hauses Usher und den opulenten Kostümen auch im verschwenderischen Einsatz von unheimlichem Nebelschwaden und angestaubten Spinnweben zeigt. Perfekt ins Ambiente passt auch der Hausherr selbst: Vincent Price brilliert in der Rolle des morbiden Aristokraten, der beinahe eine größere Angst vor dem Leben, als vor dem Tod zu haben scheint. Geschickt hält Corman die Geschichte zwischen wahnhafter Psychose und übernatürlicher Katastrophe, ohne sich klar zu entscheiden und bewahrt damit die Vieldeutigkeit seiner literarischen Vorlage. [Catherin]

2. Das Grauen aus der Tiefe (1996)

Hunde und Menschen kommen in der schäbigen kleinen Hafenstadt Noyo, in der der Großteil der Familien vom Fischfang lebt, grausam zu Tode. Die konservativen Einheimischen verdächtigen den indianischstämmigen Johnny, in Wahrheit sind jedoch abartige Fischmenschen für die Taten verantwortlich. Der Fischer Jim (Doug McClure, Tauchfahrt des Schreckens) kommt den umtriebigen Mutanten, an deren Auftauchen die raffgierige Fischindustrie nicht ganz unschuldig ist, auf die Schliche, doch es ist bereits zu spät: Auf dem jährlichen Lachsfestival eskaliert die Situation.

Das Grauen aus der Tiefe wurde von Barbara Peeters unter der Schirmherrschaft von Erzschmutzfink Corman abgedreht. Ganz dessen Programmnische entsprechend offenbart sich dem Zuschauer ein wahres Fest an Geschmacklosigkeiten, Genremomenten und exploitativer Unterhaltung, das mit besten, wenn auch etwas aus der Zeit gefallenen, Effekten von Rob Bottin (Das Ding aus einer anderen Welt) realisiert wurde.

Selbstverständlich ist absolut nichts an diesem monströsen Ökothriller subtil und/oder tiefgründig. Muss es aber auch gar nicht. Versiert inszenieren Peeters und ihre Co-Regisseure J.T. Murakami und James Sbardellati (Der Todesjäger), die für Corman Szenen nachdrehten, die Peeters zu anstößig erschienen, einen Monsterfilm, der den Charme früherer Tage beschwört und um eine gute Prise exploitativer Action aufpeppt.

Obwohl alles an Das Grauen aus der Tiefe günstig war, sieht der Film dabei keineswegs billig aus – jedenfalls nicht, wenn man handgemachte Ungeheuer zu schätzen weiß. Der überraschend hochwertige Soundtrack, ein Frühwerk von James Horner (Avatar) ist das Sahnehäubchen. Eine herrlich klebrige Zeitreise in die verruchte Konjunkturperiode Cormans, die neben ihren stark umgesetzten Monstern mit zahlreichen Kuriositäten und obskuren Details zu begeistern vermag! [Alexander]

1. Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie (1964)

Eine verheerende Seuche wütet in Italien des 12. Jahrhunderts. Auf seinen Streifzügen durch das Land trifft der tyrannische Prinz Prospero (Vincent Price, Die Verfluchten) in einem kleinen Dorf auf die couragierte Francesca (Jane Asher), die nach einer unbedachten Aussage ihres Verlobten, um dessen Leben und das ihres Vaters fleht. Als Prosperos Männer den Ausbruch der tödlichen Krankheit im Dorf bemerken, lässt der Prinz alles niederbrennen. Francesca wird auf das Schloss verschleppt und enthüllt ein schockierendes Geheimnis: Durch die Verbindung mit dem Teufel glaubt Prospero, die Seuche könnte ihm und seinesgleichen nichts anhaben. Aber auch er muss bald erkennen, dass der Tod zwischen Gut und Böse nicht unterscheidet.

Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie ist der erste Film in Roger Cormans Poe-Zyklus, der mit einem großen Budget in Großbritannien entstand. Das Drehbuch basiert auf Poes Kurzgeschichten „Die Maske des Roten Todes“ und „Hopp-Frosch“, wobei zwar einige Änderungen vorgenommen werden, aber der Kern der Vorlage erhalten bleibt. Die lebendigen Figuren, düsteren Themen und die surrealistische Visualisierung bieten zusammen die unheimliche Atmosphäre eines Schauerromans.

Kameramann Nicolas Roeg präsentiert eine Traumwelt mit einer vielfältigen Farbpalette, von subtilen Pastelltönen bis zu einem kräftigen Kolorit, die in thematisch farbigen Räumen, einer bizarren Traumsequenz und der Personifikation des Todes ihren Höhepunkt findet. Insbesondere die opulenten Bilder aus dem Inneren des Schlosses betonen den hedonistischen Charakter von Prospero und seinem Gefolge. Umso bezeichnender ist es, dass die Wälder um das Schloss grau und kahl wirken. Sie sind weder lebendig noch tot, sondern existieren einfach neben den makabren Ereignissen im Schloss.

Diese Symbolik charakterisiert auch die Dualität von Francesca und Prospero – Gut und Böse, Tugend und Sünde. Und auch wenn Francesca als würdige Heldin auftritt, dominiert der erfahrene Vincent Price die Leinwand. Mit seiner Figur des grausamen und nihilistischen Prospero erhält er nicht nur die Essenz von Poes Charakter, sondern gibt auch einen der dunkelsten Auftritte seiner Karriere. [Jana]


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