Into the Blue (2018) – Review

Into the Blue

Nach einer Invasion der Datara im Jahr 2029 sind 80 Prozent der menschlichen Bevölkerung ausgelöscht und nur wenige Überlebende haben es in die Wälder geschafft. Wir haben uns den apokalyptischen Into the Blue für euch auf dem Japan-Filmfest Hamburg angesehen.

Originaltitel:Into the Blue
Land:Japan
Laufzeit:43 Minuten
Regie:Yasuyuki Nakahira
Drehbuch:Yasuyuki Nakahira
Cast:Miku, Hidemi Suzuki, Haruna Tamagawa u.a.

Inhalt

Im Jahr 2029 überfallen überirdische Wesen, die Datara genannt werden, die Erde. Innerhalb kürzester Zeit sind 80 % der Menschen ausgelöscht. Lediglich in den Wäldern finden sich wenige Überlebende. Doch die Datara kommen näher und das Ende der Menschheit scheint nur eine Frage der Zeit. Hier setzt die Story um Sohn an, eine junge Frau, die nach dem Verlust ihrer gesamten Familie allein in den entlegenen Wäldern lebt. Diese scheinen eine besondere Barriere gegen die unbekannte Gefahr zu bieten und können nur von Auserwählten gefunden werden. Doch drei Wesen sind auf dem Weg zu Sohn. Wollen sie Sohn retten oder verkörpern sie nur eine weitere Bedrohung?

Kritik

Into the Blue gelingt es, ein durchgehend wachsendes Unwohlsein zu erzeugen. Ein Großteil des 43-minütigen Films lebt von seiner Naturkulisse, die beeindruckend, unberührt und gleichwohl bedrohlich scheint. Dies wird insbesondere dadurch verstärkt, dass das gesprochene Wort kaum eine Rolle spielt. Die Absenz zwischenmenschlicher Interaktion schafft ein umfassendes Gefühl der Haltlosigkeit; des Verlorenseins, das den Grundtenor des Films prägt. Die eigentliche Geschichte rund um Sohn ist für Personen, die nicht mit der japanischen Kultur vertraut sind, wahrscheinlich unglaublich schwer zu fassen. Die sie verfolgenden drei Wesen sollen der Beschreibung nach Persönlichkeitsanteile von Sohn sein, die sich im Zuge des unerträglichen Verlustes ihrer Familie abgespalten haben und nun auch Sohn nach dem Leben trachten. Doch diese Ansätze zeigen sich bei Into the Blue in einer scheinbaren Simplizität hauptsächlich durch kulturell geprägte Details, die hierzulande wahrscheinlich nicht einmal auffallen, wie etwa die ungewöhnliche Bindung des Kimonos. Obwohl ich nie sicher sein konnte, worum es jetzt ging – und auch die Beschreibungen der Story eher irritierend als erklärend fand – saß ich durchaus gebannt vor der Leinwand, da immer das Versprechen in der Luft lag, dass viele Aspekte einen komplexeren Hintergrund haben, als ich in der ersten Sichtung erfassen könnte.

Into the Blue

Fazit

Into the Blue ist geprägt von seinem vielschichtigen Aufbau, der die Verarbeitung eines individuellen Verlusts in einen apokalyptischen Kontext setzt. Die wortkarge, albtraumähnliche Atmosphäre des Films verlangt einiges an Reflexion seitens des Publikums. Doch auch ohne jegliches Hintergrundwissen über die japanische Kultur, besticht Into the Blue mit seiner ergreifenden emotionalen Wirkung.

 

Bewertung

GrauenRating: 2 von 5
SpannungRating: 3 von 5
Härte Rating: 1 von 5
Unterhaltung Rating: 1 von 5
Anspruch Rating: 4 von 5
GesamtwertungRating: 3 von 5

Bildquelle: Into the Blue © Zerorefracts

Heike
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