Yummy (2019) – Review

Yummy

Yummy ist der erste belgische Zombiefilm und lässt es in einer osteuropäischen Schönheitsklinik ordentlich krachen. Facelifts, Boob Jobs and… Zombies: Wir haben uns für euch unters Messer gelegt.

Originaltitel:Yummy
Land:Belgien
Laufzeit:88 Minuten
Regie:Lars Damoiseaux
Drehbuch:Lars Damoiseaux, Eveline Hagenbeek
Cast:Maaike Neuville, Bart Hollanders, Benjamin Ramon u.a.
VÖ:Ab 23.07.2020 im Kino

Inhalt

Alison (Maaike Neuville) ist mit Freund Michael (Bart Hollanders) und Mutter Sylvia unterwegs in eine schäbige osteuropäische Klinik, um ihre Brüste verkleinern zu lassen, während sich Sylvia gleich generalüberholen lassen will. Michael, der aufgrund von Hämaphobie sein Medizinstudium abgebrochen hat, ist die Sache nicht geheuer. Um ihn zu beruhigen, bekommt er eine Führung durch das Krankenhaus. Alleingelassen stößt er dort auf eine geknebelte und gefesselte Frau auf einem Operationstisch. Michael macht den Fehler, sie zu befreien…

Kritik

Nach allerlei überaus innovativen Adaptionen des Zombie-Mythos, wie zum Beispiel dem Indie-Hit One Cut of the Dead, und nachdem sich inzwischen sogar Jim Jarmusch den schlurfenden Untoten auf seine ganz eigene Weise in The Dead Don’t Die angenommen hat, ist es durchaus erfrischend, dass Yummy erst gar nicht versucht, irgendetwas Neues zu kreieren. Vollkommen unverkrampft und mit der gesunden Einstellung, dass Unmengen an Blut einem komplexen Subtext immer vorzuziehen sind, macht sich der erste belgische Zombiefilm daran eine Piñata an Körperflüssigkeiten und Geschmacklosigkeiten zu kreieren. Wenn die Splattergroteske nach einer knackigen Einleitung das Pappmaché zerbersten lässt, resultiert das nicht nur in einem wundervollen Regenschauer aus Blut und Eiter, sondern offenbart auch die eine oder andere abstrus-witzige Idee.

Yummy

Hat man sich jedoch erst einmal die Fetzen aus Innereien aus dem Gesicht gewischt, merkt man schnell, dass Yummy abgesehen von seinen blutigen Effekten und vereinzelt eingestreuten Nacktszenen nicht viel zu bieten hat. Fast sein gesamtes Pulver hat er nach kurzer Zeit verschossen und tritt danach komplett auf der Stelle. Es stellt mich vor allem vor ein Rätsel, wie es Regisseur Lars Damoiseaux gelang, so unfassbar wenig aus der vielversprechenden Ausgangslage und dem wundervollen Setting herauszuholen. Anstatt das Krankenhaus mit all seinen Experimenten und eingelegten missgebildeten Föten für sich zu nutzen, verkommt die Klinik zu einer komplett austauschbaren Kulisse und mit den strenggeheimen Versuchen, weiß das Drehbuch leider auch rein gar nichts anzufangen. Stattdessen begnügt sich Yummy damit einen Penis in Brand zu setzen.

Yummy

So verkommt der belgische Streifen nach den ersten vielversprechenden Minuten zu einem generischen Zombiefilm mit austauschbaren Charakteren und einer quasi nicht vorhandenen Story, für die sich nicht einmal der Film selbst zu interessieren scheint. Was gar nicht so schlimm wäre, wenn Yummy seinem anfänglichen Rezept treu geblieben wäre. Dramaturgisch bekommen wir jedoch mit fortschreitender Laufzeit einen reinen Run-and-Hide-Zombieflick vorgesetzt, der keinerlei Überraschungen bereithält und dessen Hang zur Groteske auf halbem Weg von den Zombies gefressen wurde.

Yummy

Fazit

Wie viele Debütwerke leidet Yummy daran, dass die Filmemacher_innen zu viel wollten und der Film das schlussendlich nicht stemmen kann. So kann der belgische Zombiestreifen durchaus mit einigen netten Ideen aufwarten und versprüht zumindest zu Beginn ein sehr unbefangenes Flair, was ihm wirklich gut steht. Wer darüber hinwegsehen kann, dass der Film danach sein Potential komplett verschenkt und leider ziemlich versumpft, sollte Yummy aber auf jeden Fall eine Chance geben. Wer ohnehin schon leicht übersättigt ist ob der Vielzahl an Zombiestreifen, wird jedoch nichts verpassen, wenn dieser Trip nach Osteuropa ausgelassen wird.

 

Bewertung

GrauenRating: 0 von 5
SpannungRating: 1 von 5
Härte Rating: 3 von 5
Unterhaltung Rating: 2 von 5
Anspruch rating0_5
GesamtwertungRating: 2 von 5

Bildquelle: Yummy © Busch Media Group

Florian Halbeisen
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