Hitman Undead (2019) – Review

hitman undead

In Hitman Undead schickt der thailändische Regisseur Wych Kaosayananda Actionstar Mark Dacascos und seine Tochter Noelanie auf einen Roadtrip in einer post-apokalyptischen Welt, in der Zombies nicht die einzige Bedrohung darstellen.

Originaltitel:The Driver
Land:Thailand
Laufzeit:97 Minuten
Regie:Wych Kaosayananda
Drehbuch:Wych Kaosayananda, Steve Poirier
Cast:Mark Dacascos, Noelani Dacascos, Julie Condra, u.a.
VÖ:Ab 23.07. digital, ab 06.08.2020 auf BD/DVD verfügbar

Inhalt

Eine Zombie-Seuche hat die Menschheit dezimiert und die Überlebenden haben sich in überschaubaren Gemeinschaften zusammengefunden. Der ehemalige Auftragskiller (Mark Dacascos, Pakt der Wölfe) lebt gemeinsam mit seiner Frau Sharon (Julie Condra, Crying Freeman – Der Sohn des Drachen) und der gemeinsamen Tochter Bree (Noelanie Dacascos) in einem der scheinbar sicheren Refugien. Doch durch einen Verräter in den eigenen Reihen dringen Unbekannte in die gesicherte Einrichtung vor und im Zuge einer gewaltigen Explosion überrennen Zombies den Unterschlupf. Bree und ihr Vater können fliehen und begeben sich auf die Suche nach einem weiteren Zufluchtsort, der im Norden existieren.

Kritik

In den letzten Jahren sind im Subgenre des Zombiefilms neben einigen innovativen Produktionen auch zahlreiche Epigonen entstanden, die altbekannte Muster in mehr oder weniger schlechten Szenarien verwursten. Hitman Undead reiht sich in die letztgenannte Kategorie ein, denn um einen interessanten Film zu drehen, bedarf es mehr als nur eines lauwarmen Aufgusses vergangener Streifen. Bereits die Einführung bietet Altbekanntes: eine postapokalyptische Ödnis, Zombies und der Überlebenskampf mit einer Spur Normalität. Soweit so klischeehaft. Das erinnert leicht an A Quiet Place, bietet aber auch Potenzial für Logiklöcher und zeitweise entsteht der Eindruck, als hätte sich der Regisseur nur rudimentär mit diesem Aspekt auseinandergesetzt, zum Beispiel wenn Vater und Tochter in einem BMW durch die Landschaft rauschen oder die bevorzugte Verteidigung Schusswaffen sind. Allgemein ist die Handlung sehr schwerfällig und potenziell interessante Elemente oder Nebenhandlungen werden nicht weiter beachtet oder dienen für peinliche Dialoge. Insbesondere das Leben als ehemalige Auftragskiller und die faschistoid angehauchte Gemeinschaftsordnung mit einem religiösen Führer bieten Spannungspunkte, die verschenkt werden.

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Einen Lichtblick bieten Mark Dacascos und seine Tochter Noelanie, die als emotionale Grundlage funktionieren. Wie in Cargo und Maggie will der Vater, dessen Name nicht genannt wird, seine Tochter nicht nur auf die Gefahren einer unbekannten Welt vorbereite, sondern auch auf ein Leben ohne ihn. Die Verwandtschaft zwischen den Hauptdarstellern sorgt für eine glaubhafte emotionale Bindung, sodass die familiären Interaktionen nie künstlich wirken. Leider packt Kaosayananda das emotionale Gewicht auf die junge Darstellerin, das sie mit ihrer jetzigen Erfahrung noch nicht tragen kann. Dennoch hebt sich Familie Dacascos deutlich von den anderen Schauspieler*innen ab, die das Niveau zu keiner Zeit halten und wodurch insbesondere die Interaktion innerhalb der Überlebenden gezwungen und übertrieben wirken.

Abgesehen von der unterdurchschnittlichen schauspielerischen Leistung krankt der Film generell an dem niedrigen Budget. Die zweite Hälfte von Hitman Undead findet hauptsächlich in einem Auto statt und konzentriert sich auf die Gespräche zwischen Vater und Tochter. Diese Möglichkeit reduziert zwar die Kosten, führt aber auch zu einer visuellen Stagnation und Monotonie. Hinzu kommt die dilettantische Inszenierung, denn die Protagonisten fahren vorzugsweise vor einem Greenscreen.

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Ferner erinnern die Zombies stark an den letzten Zombie Walk aus der Nachbarschaft und vermitteln dem Zuschauer zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Bedrohung oder Gefahr.

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Fazit

Trotz der guten Ansätze in der Beziehung von Vater und Tochter, die in einer grauenvollen Welt überleben müssen, bietet der Film keine eigenen Ideen. Hitman Undead ist ein krude Mischung aus Zombie-Action und Roadmovie mit Coming-of-Age-Elementen. Leider scheint Kaosayananda selbst nicht zu wissen, in welche Richtung er mit seinem Film steuern möchte. Genreüberschreitungen können ein wundervoller Weg sein, um frischen Wind in angestaubte Bereiche zu bringen, doch in diesem Fall waren Regie und Drehbuchautoren damit leider vollkommen überfordert.

Bewertung

GrauenRating: 0 von 5
Spannungrating1_5
Härte Rating: 1 von 5
Unterhaltung Rating: 1 von 5
Anspruch Rating: 1 von 5
GesamtwertungRating: 1 von 5

Ab 06.08.2020 im Handel:

Bildquelle: Hitman Undead © Sony Pictures Home Entertainment

Jana

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