The Witch Files – Der Hexenzirkel (2018) – Review

The Witch Files

Horror und Hexen gehören zusammen. Diese Wahrheit darf man auch 2020 noch unhinterfragt anerkennen. Die Beispiele sind so zahllos wie bekannt. Doch kann sich Kyle Rankins The Witch Files – Der Hexenzirkel mit großen Vorbildern wie In den Krallen des Hexenjägers oder The Witch messen? Wir haben den Frühjahrsputz beendet, uns auf unsere Besen geschwungen und sind mit den Hexen durch die Nacht geflogen…

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:
VÖ:

The Witch Files
USA
87 Minuten
Kyle Rankin
Larry Blamire, Kyle Rankin
Holly Taylor, Paget Brewster, Britt Flatmo u.a.
Ab 02.04. im Handel

Inhalt

The Witch Files führt den Zuschauer in eine amerikanische Kleinstadt. In der örtlichen Highschool dreht die Schülerzeitungsjournalistin Claire (Holly Taylor, The Americans) eine Dokumentation über das Joch des Nachsitzens. Als sie die Delinquenten interviewen möchte, begegnet sie der frisch zugezogenen Außenseiterin Jules (Britt Flatmo, Super 8). Wie sich schnell zeigt, verfügt diese über mysteriöse Fähigkeiten. Gemeinsam mit den Mitschülerinnen Brooke, M.J. und Greta formen Claire und Jules einen Coven und entdecken ungeahnte Kräfte, die in ihnen schlummern. Doch Macht hat ihren Preis und ist eine ungeduldige Gläubigerin…

Kritik

Kyle Rankin entfernt sich mit The Witch Fliles augenscheinlich von den ausgetretenen Pfaden, die ein seit Jahrzehnten etabliertes Genre nun einmal beschreitet, und vermengt dieses mit Elementen der Highschool-Komödie und des Coming-of-Age-Films.

Die erste Szene beim Nachsitzen weckt dabei unwillkürlich Erinnerungen an den 80er-Jahre-Klassiker Breakfastclub, was sich allerdings mit der Einführung der Hexen-Elemente mehr oder weniger erledigt. Die Verbindung von (okkulter) Hexenthematik und Highschoolsetting ist auch in den 70er Jahren schon ein Thema gewesen – man denke an nah am Sleazekino vorbeischrammende Filme wie Satans Cheerleaders oder auch Satans School for Girls. Doch wo diese Filme noch die verborgene Bedrohung durch menschenopfernde Kulte und besonders deren ästhetische und rituelle Arrangements ins Zentrum ihrer Erzählung rücken, erinnert The Witch Files die meiste Zeit eher an Serien der 90er und frühen 00er Jahre. Besonders Erinnerungen an Buffy – Im Bann der Dämonen, Charmed – Zauberhafte Hexen und Der Hexenclub werden reaktiviert. Wie man beispielsweise am aktuellen Netflix-Hit Sabrina sieht, sind solche Serien auch heute noch beliebt – das Timing von The Witch Files stimmt also schon mal.

Das ist aber leider auch das Einzige. Die Story ist dünn wie der Stoff des uralten Lieblingsshirts nach der tausendsten Wäsche. Große Logikbrüche leistet sich der Film zwar nicht, kommt aber über vielfach durchgekaute Rezepte auch nicht hinaus und so wundert es kaum, dass man bereits nach kurzer Laufzeit genau weiß, wie The Witch Files enden wird. Schauspielerisch überwiegend solide, ist die deutsche Synchro eine Zumutung, die es zustande bringt, selbst gut dargestellte Szenen lächerlich wirken zu lassen. Hinzu kommen erbarmungswürdige CGI-Effekte, die aussehen, als wären sie den oben genannten Serienproduktionen entnommen worden. Zeitgemäß ist etwas anderes.

Es bleibt auch offen, warum der Film als Found Footage konzipiert wurde, ohne daraus irgendeinen narrativen oder ästhetischen Mehrwert zu generieren. Die großen Stärken dieses Stilmittels, wie die emotionale Intensivierung durch Herstellung von Nähe zu den handelnden Figuren – man denke an Heathers Schlussmonolog aus The Blair Witch Project werden einfach nicht genutzt.

Zu Gute halten muss ich Rankins Versuch eines Horrorfilms jedoch, dass er es schafft relativ interessante Charaktere zu zeichnen, die zunächst ganz klassisch archetypische Rollen zu erfüllen scheinen, aber tatsächlich Charakterentwicklungen durchmachen, Solidarität untereinander entwickeln und sich als weitaus ambivalenter zeigen, als man zunächst vermuten würde.

Fazit

Alles in allem ist The Witch Files ein Film, den man nicht gesehen haben muss. Zwar vermutlich nur für beinharte Puristen ein echter Graus. Doch auch der wohlwollendste Zuschauer, wird hier kaum mehr als ein müdes Lächeln zustande bringen Wem also der Sinn nach Streifen rund um Teenie-Okkultismus steht, der kramt besser seine alten Buffy-VHS aus dem Schrank.

 

Bewertung

GrauenRating: 1 von 5
SpannungRating: 2 von 5
Härte Rating: 1 von 5
Unterhaltung Rating: 2 von 5
Anspruch Rating: 1 von 5
GesamtwertungRating: 1 von 5

Ab 02.04.2019 im Handel:

The Witch FilesThe Witch Files

Bildquelle: The Witch Files © Tiberius Film

Philipp
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