Triple Threat (2019) – Review

Triple Threat

In Triple Threat erleben wir einen Showdown East vs. West, wenn sich Tony Jaa, Iko Uwais und Tiger Chen mit Scott Adkins, Michael Jai White und Michael Bisping messen. Doch wie gut ist der Film?

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Triple Threat
Thailand, China, USA
96 Minuten
Jesse V. Johnson
Joey O’Bryan, Paul Staheli
Tony Jaa, Iko Uwais, Tiger Chen u.a.

Inhalt

Maha Jaya, ein Land irgendwo in Asien:
Die Kampftruppe eines internationalen Verbrechersyndikats überfällt im Dschungel ein Militär-Camp. Unter der Führung von Collins (Scott Adkins, Undisputed II-IV, Ninja – Pfad der Rache) und Devereaux (Michael Jai White, Blood and Bone) befreien sie einen Top-Terroristen und töten alle Soldaten. Doch Soldat Payu (Tony Jaa, Ong-Bak) hat überlebt, und schwört den Mördern blutige Rache. Er heftet sich an ihre Fersen, in einem illegalen Kampfklub trifft er auf Jaka (Iko Uwais, The Raid) und den Streetfighter Long Fei (Tiger Hu Chen, Man of Tai Chi) – und Payu erkennt in ihnen zwei der Mörder wieder.

Payu (Tony Jaa) vs. Devereaux (Michael Jai White)

Doch die beiden sind Legionäre, waren für die Mission angeheuert, wurden über das Ziel selbst getäuscht und sollten noch im Camp erledigt werden. Jetzt besitzen die drei ein gemeinsames Ziel – Rache! Doch Payu verfolgt noch andere Pläne und verrät die beiden an die Polizei.

Zeitgleich wird die junge Milliardärserbin Xian (Celina Jade, Arrow) auf offener Straße angegriffen, nachdem sie einen Teil ihres Vermögens dem Kampf gegen das Verbrechen spendete und politisch aktiv wird. Ihre Leibwächter werden auf offener Straße abgeschlachtet. Ihr selbst gelingt es nur knapp, auf ein nahes Polizeirevier zu fliehen – wo sie auf Jaka, Long Fei und Payu trifft. Den vieren wird rasch bewusst, dass sie denselben ebenso mörderischen wie gut organisierten Feind haben. Doch sie sind beileibe nicht wehrlos…

Kritik

Unter der Regie von Jesse V. Johnson (The Package – Killers Game) versammelt sich in diesem Martial-Arts-Actionthriller ein Who is who des internationalen Actionkinos. Neben den genannten Stars treten noch Kampfsport-Größen wie UFC-Legende Michael Bisping (xXx: Die Rückkehr des Xander Cage), Ron Smoorenburg (Jackie Chan ist Nobody), Dominique Vandenberg (True Legend) und vor allem JeeJa Yanin (Chocolate) auf.  Leider hat die talentierte Black Belt-Trägerin (4. Dan in Taekwondo) jedoch auffallend wenig Screentime. Ihre Karriere verlief (auch zugunsten einer Baby-Pause) nach dem exzellenten Chocolate leider nicht so, wie ich es ihr gewünscht hätte.

Die Antagonisten: (v.r.n.l.) Michael Jai White, Michael Bisping, JeeJa Yanin, Scott Adkins, Ron Smoorenburg.

Das ist ein Starauflauf allererster Güte und eine der wichtigsten Fragen dürfte darum sein, ob die Stars auch genügend Screentime bekommen, um ihr Können zu zeigen. Das Drehbuch-Gespann Joey O’Bryan (Fulltime Killer, Lupin the Third – Der Meisterdieb, Downrange) und Paul Staheli (Pressure – Ohne Ausweg) hat sich wirklich Mühe gegeben, den Charakteren zumindest etwas Profil zu verleihen, selbst den beiden Antagonisten, gespielt von Scott Adkins und Michael Jai White. Ihrem Star-Status wurde hierbei Rechnung getragen, so dass wir es nicht mit bloßen austauschbaren, gesichtslosen Gegnern zu tun haben. Dennoch bleibt Triple Threat natürlich ein Martial-Arts-Action-Film und kein Arthouse-Drama und dabei gilt: Action First!

Der Film ist sichtbar sowohl vom modernen, in der Gegenwart angesiedelten asiatischen Martial-Arts-Film und dem Hongkong-Action-Kino der 1980er, als auch dem amerikanischen Action-Kino der Marke van Damme & Lundgren geprägt. Obwohl er weder die Intensität und Rasanz eines The Raid, noch die grandiosen Kampfszenen eines Revenge of the Warrior erreicht, können sich die Kampf- und Actionszenen durchaus sehen lassen. Choreographiert wurden sie von Tim Man (Ong-Bak 2, Ninja – Pfad der Rache). In Triple Threat wird gekickt, geboxt, gestochen, geschossen, teilweise ziemlich blutig, teilweise sehr rasant, so dass dem geneigten Genre-Fan gelegentlich schon das Herz aufgeht.

Tony Jaa im Streetfighter-Modus.

Die Kameraführung von Jonathan Hall (Give ‚em Hell Malone, The Debt Collector) ist solide und eher asiatisch als amerikanisch geprägt. Auf hässliche Wackelkamera und ärgerliche Zoom-Ins bei den Kämpfen wurde weitestgehend verzichtet. Dafür wurde zumeist in Abstand und Höhe so gefilmt, dass man den Körperbewegungen auch tatsächlich folgen kann. Dies wird zudem durch sowohl längere Einstellungen als auch einen schnellen Wechsel zwischen objektiver und subjektiver Kamera unterstützt, sodass die Kampfkünste der Stars voll zur Geltung kommen; auch wenn Wechsel manchmal etwas zu schnell wirken. Der Oberbeleuchter hat einen sehr guten Job gemacht und es gibt einige atmosphärische Bilder zu sehen. Auch abseits der Besetzung merkt man dem Film sein gediegenes Budget an.

Triple Threat bietet gute Genre-Kost, nicht nur aufgrund des Staraufgebots. Und genau da liegt die Krux. Denn wenn man den Cast sieht, hofft man natürlich auf etwas absolut Außergewöhnliches. Das habe ich leider vermisst, schlimmer noch – der Film würde vermutlich auch ohne diese starke Besetzung funktionieren. Je namhafter die Besetzung, desto höher die Erwartungen. Um allen Namen wirklich Rechnung zu tragen, hätte es vermutlich auch mehr als 95 Minuten gebraucht. Das Kardinalproblem dabei ist das Drehbuch, das zwar nicht wirklich schlecht ist, aber zu keinem Zeitpunkt über das reine Mittelmaß hinauskommt. Das ist allerdings Klagen auf einem recht hohen Niveau, denn als Actionfilm funktioniert Triple Threat insgesamt trotz allem sehr gut.

Die drei Helden: Iko Uwais, Tiger Chen, Tony Jaa.

Fazit

Triple Threat ist stargespickt und bietet gute Fights, Verfolgungsjagden und Shootouts. Leider wird er der außergewöhnlichen Besetzung insgesamt nicht ganz gerecht, denn ihm fehlt das Quäntchen Qualität, das einen gelungenen Actionfilm zu etwas Außergewöhnlichem macht.

Bewertung

SpannungRating: 3 von 5
AtmosphäreRating: 2 von 5
Gewalt Rating: 3 von 5
Ekel Rating: 1 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: Triple Threat © Koch Media

Stephan Lydike

Horrorfilme sind eines der Genres des Films, den ich in seiner Gesamtheit seit meiner frühesten Kindheit und der ersten Begegnung mit den Kreaturen des Ray Harryhausen fast schon abgöttisch liebe. Im Horrorfilm taucht der Zuschauer nicht nur bis zu den Abgründen der menschlichen Seele, sondern häufig weitaus tiefer.
Stephan Lydike

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