7 Horrorfilme von Wes Craven, die ihr gesehen haben solltet

Wes Craven

Wes Craven gehört zu den wichtigsten Regisseuren im Horror-Genre. Wir haben uns 7 Filme rausgesucht, die ihr jedenfalls gesehen haben solltet.

7. Freddy’s New Nightmare (1994)

Heather Langenkamp war 1984 die Hauptdarstellerin in Wes Cravens Nightmare on Elm Street, in dem sie das Final Girl Nancy Thompson verkörperte. Zehn Jahre später lebt sie glücklich mit Ehemann Chase und Sohn Dylan in Los Angeles. Doch nicht nur wird sie von einem Fan der Reihe belästigt, auch wiederkehrende Albträume von ihrem Sohn und ihr selbst über Freddy machen ihr Sorgen. Als Langenkamps Mann bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt und seine Verletzungen so aussehen, als hätte Freddy Kruegers Krallenhand ihn aufgeschlitzt, muss sie sich fragen, welche Dämonen die Filmreihe A Nightmare On Elm Street heraufbeschworen hat.

In Wes Cravens Meta-Horror Freddy’s New Nightmare spielt nicht nur Heather Langenkamp sich selbst, sondern auch weitere Schauspieler wie Robert Englund und John Saxon, Regisseur Wes Craven oder Gründer von New Line Cinema Robert Shaye. Denn zum Abschluss des Franchises verlässt Freddy Krueger die Welt der Fiktion und greift über in die Realität. Craven nutzt diese Prämisse äußerst geschickt, um das Verhältnis zwischen Film, Filmemachern und dem Publikum auszuverhandeln.
Daraus resultieren etliche Selbstreferenzen und -zitate, die schon auf Cravens zwei Jahre später erscheinendes Werk Scream hinweisen und Fans der Reihe viel Freude bereiten werden.
Die Story ist wieder extrem düster und Mister Krueger ist in dieser Version bösartiger und brutaler, als er es jemals war – wie es Craven in seiner ursprünglichen Version eigentlich angedacht hatte.

Nachdem eher enttäuschenden Freddy’s Finale bietet Freddy’s New Nightmare einen wahrlich würdigen Abschluss für die Reihe, der geschickt mit den Sehgewohnheiten des Publikums bricht und sich auf die alten Stärken des Franchise besinnt. [Andreas/Florian]

6. Hügel der blutigen Augen (1977)

Nach den zum Teil verheerenden Reaktionen auf Das letzte Haus links wollte sich Craven zunächst auf Filme außerhalb des Genres konzentrieren. Zusammen mit seinem Partner Sean S. Cunningham (Freitag, der 13.) schrieb er einige Drehbücher, für die sie jedoch keine Finanziers fanden. Aus Geldnot drehte Craven darum unter dem Pseudonym Abe Snake noch einen weiteren Porno namens Angela – The Fireworks Woman, bevor er seinen Widerstand schließlich aufgab und sich doch wieder dem Horrorgenre zuwendete. Das Ergebnis war Hügel der blutigen Augen.

Auch wenn in reißerischen Überschriften immer wieder behauptet wird, dass Hügel der blutigen Augen auf wahren Begebenheiten beruhe, so entspricht dies keinesfalls der Realität. Craven wurde von einer schottischen Legende rund um Alexander „Sawney“ Bean und seinen Clan von Kannibalen inspiriert, die  im 17. Jahrhundert in Höhlen an der Küste gehaust und über tausend Menschen verspeist haben sollen.
Craven verlegt den Kannibalen-Clan in ein nukleares Testgebiet in der Wüste Nevadas und lässt sie Urlauber verspeisen, die eine falsche Abzweigung nehmen. Wie zum Beispiel die Familie Carter, die auf dem Weg nach Kalifornien ist und in ihrem Wohnwagen lieber einen Abstecher durch die Wüste macht, als auf bekannten Pfaden zu bleiben. Durch eine Panne wird sie zum gefunden Fressen für die Mutanten in den titelgebenden Hügeln…

Wie schon seinem Vorgänger Das letzte Haus links tropft auch Hügel der blutigen Augen das Terrorkino der 70er aus allen Poren. Der Film ist roh, grobschlächtig, schockiert immer noch durch seine unmittelbare, schonungslose Gewalt und verortet die Bedrohung nicht im Phantastischen, sondern direkt unter uns. Was den deutschen Jugendschützern sauer aufstieß, die aus den Mutanten in der deutschen Synchronisation kurzerhand Außerirdische machten. Zudem verwischt Craven geschickt die ansonsten oft so klaren Grenzen zwischen Gut und Böse.
Gerade die dreckige Art und die erzeugte Ambivalenz sind es, die den Film auch heute noch, trotz einiger dramaturgischer Schwächen, so wirkungsvoll machen und ihm eine besondere Stellung in Cravens Œuvre sichern. [Florian]

5. Scream 2 (1997)

Es gibt bestimmte Regeln, die man einhalten muss, um eine erfolgreiche Fortsetzung zu schaffen. Nummer eins: Der Bodycount ist immer größer als im Vorgänger. Nummer zwei: Die Todesszenen sind viel aufwändiger und Nummer drei: Nehmen Sie unter keinen Umständen an, dass der Mörder tot ist.

Nur ein Jahr nach dem unglaublichen Erfolg von Scream nahmen sich Wes Craven und Drehbuchautor Kevin Williamson dessen Fortsetzung an. Erneut nehmen sie das Genre unter die Lupe und sezieren die altbekannten Konventionen und Querverweise mit geradezu akribischer Sorgfalt.

Rund zwei Jahre nach den brutalen Woodsboro-Morden ist Sidney aus der Stadt weggezogen und hat ein Studium begonnen. Doch die wiedergewonnene Normalität wieder jäh erschüttert als zwei Mitstudenten im Kino ermordet werden – von einer Person mit einer Ghostface-Maske. Zusammen mit Dewey und Gale macht sich Sidney auf, den Killer zu fassen…

Scream 2 schafft es gekonnt Klischees, die Sequels oft mit sich bringen, auf spielerische und vor allem selbstreflexive Art und Weise zu überspitzen. Im Zuge dessen folgen Craven und Williamson der Größer-Härter-Schneller-Formel, die für viele Sequels zu gelten scheint. Der Gewaltpegel driftet oft bis ins Comichafte ab und die Story rast nur so dahin, ohne sich eine Verschnaufpause zu gönnen. Das Drehbuch bietet genügend Einfälle und unerwartete Wendungen, die für Spannung sorgen. Scream 2 nimmt sich noch weniger ernst als sein Vorgänger und trumpft durch eine fast schon radikal überspitzte Vorgehensweise in Punkto satirischer Gewalt auf, ohne dabei jedoch an Spannung zu verlieren.

Gerade durch die satirische Bloßstellung der Sequel-Mechanismen gehört Scream 2 zu den seltenen Fortsetzungen, die sich mit ihrem Vorgänger messen können. [Jörg]

4. Das letzte Haus links (1972)

Die Freundinnen Mari und Phyllis fahren für einen Konzertbesuch nach New York, wo sie in die Fänge eines entflohenen Gewaltverbrechers geraten, der sich mit seinen Komplizen auf der Flucht befindet. Mit ihren Geiseln fährt die Gruppe in ein Waldstück, um die Mädchen dort zu quälen, zu vergewaltigen und zu ermorden. Eine anschließende Wagenpanne treibt sie ausgerechnet zum Haus von Maris Eltern, die ganz in der Nähe wohnen und die Gäste freundlich aufnehmen. Als diese jedoch erfahren, wem sie Zuflucht gewährt haben, üben sie grausame Selbstjustiz.

Als Vorlage für Wes Cravens Leinwanddebüt diente Ingmar Bergmans Drama Die Jungfrauenquelle, dessen Rape-and-Revenge-Plot mit gleichermaßen expliziten wie exzessiven Gewaltdarstellungen angereichert wurde. Brachiale Körperlichkeit und animalische Triebe beherrschen den Film und lassen keinen Raum für Transzendenz, während die teilweise Verwendung einer bewegten Kamera, der rasante Schnitt und die semi-dokumentarische Inszenierung der Handlung eine erschreckende Authentizität verleihen.

Die besondere Qualität von Das letzte Haus links liegt darin, dass der Film sich nicht an der Gewalt ergötzt, sondern sie als Automatismus darstellt, als eine Spirale, die nicht mehr aufzuhalten ist und alle Beteiligten mit sich in den Abgrund reißt. Das gilt nicht nur für die Verbrecher, sondern auch für Maris Eltern. Ihr Triumph über die Verbrecherbande bedeutet keineswegs den Sieg der Moral, stattdessen lastet Craven seinen Zuschauern eine fatale Ambivalenz auf, denn während die Collingwoods mit ihrer Rache ins Monströse abgleiten, scheint an den Verbrechern zunehmend eine menschliche Seite auf. Am Ende dieser radikalen Tour de Force gibt es keine Helden mehr, nur Überlebende, die in den Trümmern ihrer Existenz stehen. Eine sinnhafte Einordnung des Geschehens wird auf diese Weise auch dem Zuschauer verwehrt. Das letzte Haus links ist ein gähnender Abgrund der Hoffnungslosigkeit – am Ende bleibt nur die Sprachlosigkeit. [Catherin]

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