13 britische Horrorfilme aus den 70ern, die ihr gesehen haben solltet

Britische Horrorfilme

3. Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973)

Nach dem tragischen Tod ihrer Tochter reisen Laura und John Baxter nach Venedig. Während Laura den Schicksalsschlag zu verarbeiten versucht, stürzt sich der Ehemann in seine Arbeit für die Restauration einer Kirche. Kaum hat das Ehepaar Zeit für einander, trifft Laura in einem Restaurant auf zwei Schwestern, von denen eine behauptet, den Geist ihres verstorbenen Kindes gesehen zu haben. Laura bricht zusammen und ist nach ihrem Erwachen wie ausgewechselt und der festen Überzeugung, ihre Tochter versuche mit ihnen zu kommunizieren. Auch John soll übernatürlich begabt sein und sich in großer Gefahr befinden, doch weist jegliche Existenz des Metaphysischen zurück. Zeitgleich wird Venedig von rätselhaften Morden heimgesucht.

Zwischen aufeinander treffenden Polaritäten entsteht in diesem Spannungsfeld ein sehr wirkungsvoller und durchdacht inszenierter Mysterythriller voller Symbolik, der in seiner langsamen Erzählweise und der melancholischen Grundstimmung eine eindrucksvolle Atmosphäre schafft. Geschickt spielt Roeg mit der Erwartungshaltung und Wahrnehmung des Zuschauers, was sich schon bei der Wahl des Schauplatzes in ihrer Brillanz offenbart. Statt eines romantisch verklärten Venedigs zeigt er die Stadt als Labyrinth inmitten brüchiger Bauten in kühlen, trostlosen Farbtönen. Deren unheilvolles Antlitz wird von den grauenhaften Morden in ein albtraumhaftes Szenario geführt, dass den Kreis zu dem tragischen Beginn der Geschichte schließt.

2. The Wicker Man (1973)

Seargant Howie wird auf die schottische Insel Summerisle gerufen, da dort ein kleines Mädchen verschwunden ist. Der tief religiöse Mann ist von den heidnischen Ritualen und dem sehr offensiven sexuellen Verhalten der gesamten Inselbevölkerung (auch der Kinder) abgestoßen, muss sich aber damit arrangieren, wenn er den Vermisstenfall lösen will. Selbst Lord Summerisle, die Autorität der Insel, ist tief in das „unkonventionelle“ Leben verwickelt. Howie ermittelt und stößt schlussendlich auf das Geheimnis der Gemeinschaft.

Robin Hardys The Wicker Man wird immer noch zu den besten britischen Horrorfilmen aller Zeiten gezählt und genießt weltweit Kultstatus. Christopher Lee, der Lord Summerisle spielt, war von dem Drehbuch so begeistert, dass er ohne Gage mitspielte. Selbst das wirklich grauenhafte Remake mit Nicholas „Not The Bees“ Cage konnte den Film nicht von seinem Platz verdrängen. Die anfangs bizarre und einigermaßen freizügige Handlung (auch Dank Bond-Girl Britt Ekland) lässt den Zuschauer verwirrt, aber irgendwie fasziniert zurück, bis das alles vernichtende Ende kommt – einer der besten Mindfucks überhaupt.

Mittlerweile ist der Film, der Gott sei Dank nie synchronisiert wurde, mit Untertiteln erhältlich – die braucht man auch, denn sehr oft wird hier breitester schottischer Akzent geredet.

Fun Fact: die britische Metalband Iron Maiden widmete dem Film einen gleichnamigen Song auf deren Comebackalbum „Brave New World“.

1. Alien (1979)

Wir schreiben das Jahr 2122. Das Frachtraumschiff Nostromo empfängt via Funk einen Hilferuf vom Planeten LV-426. Dort angekommen, erkundet das Team den Planeten und stößt dabei auf ein unbekanntes und scheinbar verlassenes Raumschiff. Die Crew hat keine Ahnung, was hier auf sie wartet.

Im Jahre 1979 erschuf Ridley Scott mit Alien nicht nur den ersten Ableger eines bis heute unfassbar erfolgreichen Franchises, sondern ließ einen Sci-Fi-Horrorfilm auf die Zuschauer los, der auch noch heute für Angst und schrecken sorgen wird. Mit einer unglaublich dichten Atmosphäre, einem herrausragenden Spannungsbogen und einer fabelhaften Sigourney Weaver, deren Charakter „Ripley“ auch noch Jahre später einen Kultstatus genießt, gelang es dem Regisseur ein Horrorerlebnis zu kreieren, welches für uns auch noch nach vier Jahrzehnten zu den besten gehört, das jemals aus Großbritannien auf die Welt losgelassen wurde.


Das war es auch schon von uns. Seid ihr zufrieden mit der Liste? Was muss raus und wie würde eure Liste aussehen?

Florian Halbeisen

Florian Halbeisen

Horrorfilme sind für mich ein Tor zu den unheimlichen, verstaubten Dachböden und finsteren, schmutzigen Kellern der menschlichen Seele. Hier trifft man alles von der Gesellschaft abgeschobene, unerwünschte, geächtete, begrabene: Tod, Schmerz, Angst, Verlust, Gewalt, Fetische, Obsession. Es ist eine Entdeckungsreise auf die "Schutthalde der Zivilisation".
Auf diese Reise würde ich euch gerne mitnehmen.
Florian Halbeisen

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