A Good Marriage (2014) – Review

A Good Marriage

Stephen King hat für A Good Marriage seine eigene Novelle adaptiert und somit das Drehbuch beigesteuert. Wie gut das funktioniert, lest ihr hier.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Vorlage:

A Good Marriage
USA
102 Minuten
Peter Askin
Stephen King
„Eine gute Ehe“ von Stephen King (Novelle)

Verfilmte Novellen – Ein gutes Omen

Diese Woche nahmen wir schon Big Driver aus der Novellen-Sammlung „Zwischen Nacht und Dunkel“ unter die Lupe und in der Sammlung rund um Rache und Vergeltung bleiben wir auch sogleich und wenden uns A Good Marriage zu. Stephen Kings Novellen haben mit ihren meist gut 100 Seiten eine hervorragende Länge für Verfilmungen. Ich hab zwar keine Ahnung, ob es da einen Zusammenhang gibt, aber die verfilmten Novellen haben einige der besten King-Verfilmungen zu Tage gefördert. Man denke nur an eine weitere Novellen-Sammlung „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“, welche uns mit Die Verurteilten und Stand By Me reich beschenkte.

Also grundsätzlich schon einmal ein gutes Omen. Dass King zudem das Drehbuch beigesteuert hat, muss nicht viel heißen. Hat aber ebenfalls schon oft sehr gut funktioniert wie bei Friedhof der Kuscheltiere, Creepshow oder Katzenauge. Sogar der in meinen Augen eher misslungenen TV-Adaption von Shining können viele etwas abgewinnen.

A Good Marriage handelt von Darcy, die nach 25 Jahren glücklicher Ehe, ein düsteres Geheimnis ihres Mannes entdeckt und seitdem mit sich ringt, wie sie damit nur umgehen soll…

Mutlose, gähnende Leere

Trotz der guten Omen funktioniert A Good Marriage leider kaum. Als riesiges Problem in der Adaption der Novelle zeigt sich, dass diese sich zu einem überwiegenden Teil im Kopf seiner Protagonistin abspielt. Es gibt im Grunde vier Szenen, die die Handlung in Gang setzen und weitertreiben – alles dazwischen ist innerer Monolog. King und Askin schaffen es nicht die darin liegende Spannung und Zerrissenheit für das Medium Film zu adaptieren. Leider hangelt sich die Adaption nur von einer Station der Vorlage zur nächsten. Um das Ganze auf Spielfilmlänge zu bekommen, werden diese Szenen unheimlich gestreckt, was dem Tempo des Streifens natürlich alles andere als gut tut.

Da hilft es dann auch leider wenig, dass die zwei Hauptdarsteller, Joan Allen (Room) und Anthona LaPaglia (Annabelle 2), eine solide Leistung abliefern und Stephen Lang (Don’t Breathe) in einer Nebenrolle glänzen darf. Gerade Joan Allen versucht wirklich alles ihrem Charakter die nötige Tiefe zu verleihen, muss sich aber schlussendlich dem mutlosen Drehbuch von King und der uninspirierten Inszenierung von Askin geschlagen geben.

Unterm Strich kommt daher wenig von der dichten Atmosphäre der Vorlage bei den Zuschauern an. Der Film plätschert dahin, hakt die Handlungspunkte der Vorlage brav ab und füttert sie mit etwas Leerlauf an. Für Personen, die die Novelle nicht gelesen haben, wahrscheinlich ausschließlich gähnende Langeweile, aber leider auch als Adaption ziemlich dürftig. Dies ist das Problem, wenn man zu sklavisch an der Vorlage hängt und es nicht schafft diese soweit zu dekonstruieren, damit diese auch für ein anderes Medium aufbereitet werden kann. Diese King-Verfilmung darf daher getrost ausgelassen werden.

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
Atmosphärerating1_5
Gewalt Rating: 0 von 5
Ekel Rating: 0 von 5
Story Rating: 1 von 5

Bildquelle: A Good Marriage © Concorde Home Entertainment

Florian Halbeisen
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