Godzilla (1998) – Review

Godzilla

Für viele ist Godzilla der schlechteste von Roland Emmerichs Filmen. Warum der Monsterfilm sich trotz schlechter Kritiken nicht hinter anderen Blockbustern der 90er zu verstecken braucht, könnt ihr hier nachlesen.

Originaltitel:Godzilla
Land:USA
Laufzeit:139 Minuten
Regie:Roland Emmerich
Drehbuch:Dean Devlin, Roland Emmerich
Cast:Matthew Broderick, Jean Reno, Maria Pitillo u.a.

Inhalt

Der Naturwissenschaftler Niko Tatopoulos (Matthew Broderick, Die Frauen von Stepford) wird von der Regierung engagiert, um herauszufinden, welches Tier groß genug ist, um Containerschiffe, vollbeladen mit Fischen, in Stücke zu reißen und neben riesigen Fußabdrücken auch eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen? Doch diese Frage erübrigt sich, als eine überdimensionale Eidechse in New York City auftaucht und beginnt, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Zusammen mit seiner Ex-Freundin, der Reporterin Audrey (Maria Pitillo, Natural Born Killers), ihrem Kameramann Victor (Hank Azaria) und dem französischen Geheimagenten Phillipe (Jean Reno, Die purpurnen Flüsse) sucht Niko nach der Ursache für diese Ereignisse und stößt dabei auf etwas (noch) viel Größeres.

Der Harte und Zarte

Bereits mit dem Sci-Fi-Hit Independence Day hatte Emmerich bewiesen, dass er weniger Wert auf Charaktere als auf Action legt. Seine Protagonisten sind meist nur klischeehafte Abziehbilder, die handeln, ohne groß zu hinterfragen. Auch die Charaktere in Godzilla sind nichts weiter als stereotypisches Kanonenfutter und handeln nach dem klassischen Muster eines Sommerblockbusters. Hat Emmerich in Independence Day noch mit angesagten Schauspielern wie Will Smith oder Jeff Goldblum besetzt, tingeln hier der, bereits auf dem absteigenden Ast befindliche Matthew Broderick und der in Hollywood noch relativ frische Jean Reno von einer Szene zur nächsten. Das Zweigespann aus quirligem Wissenschaftler und mürrischem, hartem Kerl brachte Emmerich schon in mehreren seiner Filme, aber nirgendwo harmoniert das Duo so gut wie in Godzilla. Matthew Broderick, der bereits mit Filmen wie War Games bewiesen hat, dass er exzentrische Charaktere wunderbar darstellen kann, ist mit seinem besonderen Charme eine ideale Besetzung für die Figur des Dr. Niko Tatopoulos. Jean Reno hingegen, welcher sich zu der Zeit mit Leon – Der Profi und Mission Impossible auch außerhalb Frankreichs einen Namen gemacht hatte, mimt den französischen Geheimagenten Phillipe Roaché mit solch eleganter Selbstironie, dass man sich stellenweise ein Grinsen nicht verkneifen kann; vor allem dann nicht, wenn es um französischen Kaffee oder die Interpretation eines der berühmtesten Schauspieler Amerikas geht.

Godzilla

Groß, größer, Godzilla

Einer der größten Kritikpunkte war das Aussehen der Hauptfigur. Nein, ich rede nicht von Michael Lerner, der, wenn man genau hinschaut nicht nur aussieht wie Amerikas beliebtester Filmkritiker Roger Ebert, sondern im Film auch noch, rein zufällig, dessen Nachnamen trägt, sondern die japanische Import-Echse Godzilla selbst. Viele bemängelten das veränderte Aussehen der japanischen Echse gegenüber dem Godzilla-Design von 1954. Dabei muss man positiv erwähnen, dass Emmerich gar nicht erst versucht hat, eine Kopie des klassischen Designs zu erstellen – vielmehr hat er seiner Echse eine eigenständige Optik verliehen, die sich deutlich vom Original abhebt.

Godzilla

Ein Manko ist jedoch die stark schwankende CGI-Qualität. Im Vergleich zu Emmerichs Vorgängerfilmen ist dies schon ein schmerzhafter Rückschritt, der sich leider zu oft bemerkbar macht, wie beispielsweise im großen Madison-Square-Garden-Finale. Trotzdem gibt es auch genug Handgemachtes zu bewundern: In vielen Szenen arbeitet der Filmemacher mit mechatronischen Puppen, die sich gut in das Gesamtbild einfügen. Gerade diese Momente sind es, in denen der Film glänzt. Wie gut der Mix aus Live-Action und CGI funktionieren kann, konnte man ja bereits in Steven Spielbergs Jurassic Park sehen und auch Emmerich hat beeindruckende Bilder geschaffen, die die schiere Größe des Ungetüms offenbaren und noch heute zum Staunen animieren.

Auch in punkto Entertainment steht Godzilla den anderen Emmerich-Produktionen in nichts nach. Der Film ist schlichtes Popcornkino ohne großen Nährwert, bei dem man sich, am besten in Gesellschaft von Freunden, zurücklehnen und unterhalten lassen kann – Redestoff gibt es hinterher genug.

Godzilla

Fazit

Godzilla ist großartige Unterhaltung, die den ihr auferlegten Hass in keinster Weise verdient. Dank eines wunderbar aufspielenden Casts, einer gehörigen Portion selbstironischer Action und eines coolen Monsterdesigns, das sich nicht zu verstecken braucht, bietet Godzilla vor allem eins: eine unglaubliche Menge Spaß, mit Popcorn, Bier und ein paar guten Freunden!

 

Bewertung

GrauenRating: 0 von 5
SpannungRating: 1 von 5
Härte Rating: 0 von 5
Unterhaltung Rating: 4 von 5
Anspruch Rating: 2 von 5
GesamtwertungRating: 4 von 5

Bildquelle: Godzilla © Sony Pictures Home Entertainment

...und was meinst du?