Mimicry Freaks (2019) – kurz & schmerzhaft

Chô-gitai ningen

Texas Chainsaw Massacre trifft auf The Evil Dead – zumindest versichern das die Macher von Mimicry Freaks. Ob der japanische Horror-Thriller, der auf dem diesjährigen Obscura Filmfestival seine Deutschlandpremiere feierte, dieses großspurige Versprechen auch einlösen kann, erfahrt ihr hier.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

Chô-gitai ningen
Japan
81 Minuten
Shugo Fujii
Shugo Fujii
Tatsuji Sugiyama, Tomoya Mochizuki u.a.

Inhalt

Mimicry Freaks spielt in einer idyllischen Waldlandschaft, die insbesondere bei Brautpaaren beliebt ist, da die Region seit einem Reaktorunfall mit Sonderangeboten um Touristen wirbt. Doch die abgelegene Location ist auch der Sitz einer Geheimorganisation, die in ihren Laboren Gestaltwandler klont und foltert.

Als der Wagen zweier Liebender und ihrer Begleiter auf dem Weg zur Eheschließung dort liegenbleibt, beschließen sie sich zu Fuß durch die Wälder zu schlagen. Eine Entscheidung, die sie schon bald bitter bereuen werden.

kurz & schmerzhaft

Verurteilte Kindsmörder treffen auf Heiratsschwindler, verrückte Wissenschaftlerinnen verlieben sich in deformierte Monster und ersinnen teuflische Kopulationsmaschinen. Auch mit handgemachten Spezialeffekten wurde nicht gegeizt, und so hat Mimicry Freaks eigentlich alles, was es zu einem herrlich überdrehten Splatterspektakel braucht. Allerdings hat die atomare Verstrahlung ganz nebenbei scheinbar auch das Raum-Zeit-Kontinuum ausgehebelt und lässt die Handlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Fiktion, Wahnsinn und Logik schwanken. Das Ergebnis ist kein surrealer Alptraum, sondern eine in matschigen Grau- und Grüntönen gefilmte Kaskade von Horrormotiven, die dem Zuschauer ohne Sinn und Verstand – dafür mit einem Hang zur Wiederholung – um die Ohren geschlagen wird. Auch das Set-Design, größtenteils an einen notdürftig umgebauten Gartenschuppen erinnernd, reißt hier nichts mehr raus. Die einzige Reminiszenz an Texas Chainsaw Massacre und Co. liegt wohl darin, dass man sich als Zuschauer früher oder später selbst eine Kettensäge herbeisehnt.

 

Gesamteindruck

Rating: 1 von 5

Bildquelle: Mimicry Freaks © 108Japan

Catherin

Horrorfilme… sind die Suche nach Erfahrungen, die man im echten Leben nicht machen möchte. Sie bilden individuelle wie kollektive Ängste ab, zwingen uns zur Auseinandersetzung mit Verdrängtem und kulturell Unerwünschtem – und werden dennoch zur Quelle eines unheimlichen Vergnügens.
Catherin

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