The Night Sitter (2018) – Review

The Night Sitter

Ihre Aufgabe: zwei Kinder hüten. Ihr Plan: eine Villa ausrauben. Ihr im Weg: drei böse Hexen… The Night Sitter kombiniert den modernen Babysitter-Horror mit Hexen-Horror und einem Farbenrausch der Marke Argento.

Originaltitel:
Land:
Laufzeit:
Regie:
Drehbuch:
Cast:

The Night Sitter
USA
88 Minuten
Abiel Bruhn, John Rocco
Abiel Bruhn, John Rocco
Elyse Dufour, Jack Champion, Jermaine Rivers u.a.

Inhalt

Die attraktive Amber (Elyse Dufour, The Walking Dead) soll für einen Abend auf Kevin aufpassen. Dessen Vater Ted stellt sich bei der kurzen Hausführung als seltsamer Kauz heraus, dessen Frau vor einem Jahr verstorben ist. Er zeigt ihr, rein zufällig, ein Demovideo für sein Geisterjäger-TV-Projekt und warnt sie gleichzeitig, dass sein Arbeitszimmer tabu ist. Ted ist mit Charlotte verabredet, die ihren Sohn Ronnie ebenfalls der Fürsorge von Amber unterstellt.

Amber allerdings verfolgt ganz andere Ziele: Nachdem sich Ted und sein Date verabschiedet haben, führt sie ein Telefongespräch mit einem guten Bekannten, dem sie einen Hinweis auf das Haus gibt. Und während sie mit den Jungen erst Verstecken spielt und sie später dann ins Bett schickt, durchsucht sie das Haus nach Geld. Als die beiden Jungen eigentlich schlafen sollen und Amber ihre Komplizen ins Haus lässt, dringen Kevin und Ronnie in das verbotene Arbeitszimmer ein und erwecken versehentlich drei böse Hexen zum Leben…

Kritik

The Night Sitter ist das Drehbuch- und Regie-Spielfilmdebüt von Abiel Bruhn und John Rocco. Die Einflüsse der Beiden sind offensichtlich: Zum einen wäre da eine Vorliebe für Dario Argento, was in erster Linie sowohl die Farbgebung als auch die Verwendung des Begriffs „The Three Mothers“ (Die drei Mütter) verraten. Die Farben sind wirklich intensiv und unterstreichen die Handlung, die den Home-Invasion-Film mit dem Hexen-Horror-Subgenre verbindet. In der Handlung sind deutlich die Einflüsse des B-Horror-Films der späten 1980er und 1990er und Filmen wie Night of the Demons und Die Nacht der Creeps spürbar.

Amber ist ein interessanter Charakter, der von Elyse Dufour gut gespielt wird. Obwohl Kevin etwas einfältig geraten ist, sind auch beiden Jungen recht gut gezeichnet, ebenso wie ein nerdiger Nachbar. Die anderen Darstellungen sind qualitativ zu inkonsistent, um wirklich zu überzeugen; bei der Handlung verhält es sich leider ähnlich.

Kevin, Amber und einer ihrer Komplizen

Die ersten 38 Minuten des Films funktionieren sehr gut – die Charaktere handeln weitestgehend nachvollziehbar, die Figurenkonstellationen stimmen und der Film hat ein klares Konzept. Dabei überwiegt der Anteil an Suspense- und Horror-Elementen, der humoristisch unterstrichen wird.

Dann gibt es jedoch einen stilistischen Bruch der mit zunehmender Dauer immer gravierender wird. Haben die Charaktere am Anfang noch bis zu einem gewissen Maß nachvollziehbar gehandelt, werden ihre Entscheidungen und Taten zunehmend unlogischer und unmotivierter. Ein Haus plündern zu wollen und dann fast umgehend die Entscheidung zu treffen, während des Einbruchs eine Pause für Sex einzulegen, ist einfach nicht einleuchtend. Die Figuren handeln immer wirrer, die Charakterzeichnung verliert massiv an Qualität und die Handlung gerät immer konfuser. Das liegt womöglich an der mangelnden Erfahrung der beiden Filmemacher. Allerdings weiß der Film selbst an diesem Punkt noch zu unterhalten.

Kevin ist nicht nur nicht allein zu Haus, er malt auch gern eigenartige Bilder…

Von der technischen wie tricktechnischen Seite ist der Film – vor allem in Anbetracht seines Budgets – durchaus gelungen, auch, wenn der Score etwas zu laut ist und zu häufig eingesetzt wird. Der Film wurde zum Teil über den Crowdfunding-Dienst Kickstarter finanziert, über den mehr als 20.000 Dollar gesammelt wurden und hat insgesamt etwa 300.000 Dollar gekostet. Mit etwas mehr Erfahrung, einem „Skript-Doktor“ und einem höheren Budget hätte der Film sichtlich besser werden können; schauspielerisch ist der Film aber durchaus passabel.

Fazit

The Night Sitter ist ein unterhaltsamer Low-Budget-Horror-Film mit einem spannenden Grundkonzept und einem sehr gelungenen ersten Drittel. Er besticht neben einer interessanten Farbgebung mit dem Charme der B-Horror-Movies der späten 80er und 90er, leidet aber gleichzeitig unter einigen konfusen Handlungselementen und Charakteren.

 

Bewertung

SpannungRating: 2 von 5
AtmosphäreRating: 3 von 5
Gewalt Rating: 3 von 5
Ekel Rating: 1 von 5
Story Rating: 2 von 5

Bildquelle: The Night Sitter © Roller Disco Massacre

Stephan Lydike

Horrorfilme sind eines der Genres des Films, den ich in seiner Gesamtheit seit meiner frühesten Kindheit und der ersten Begegnung mit den Kreaturen des Ray Harryhausen fast schon abgöttisch liebe. Im Horrorfilm taucht der Zuschauer nicht nur bis zu den Abgründen der menschlichen Seele, sondern häufig weitaus tiefer.
Stephan Lydike

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